Warum es gut ist, dass wir über Alles reden dürfen

Auch wenn wir hier in Deutschland (noch) die Möglichkeit haben, über alles zu sprechen, so sollten wir immer daran denken, dass es in anderen Ländern andere Sitten gibt. Schon im westlichsten aller Länder, der USA, werden bewusst Themen ausgesparrt, die für uns ganz normal sind.
Eigentlich ist der Umgang mit Tabus das beste Indiz für eine Demokratie. Natürlich haben Wahlen nichts mit Demokratie zu tun. In vielen Ländern wird gewählt, ohne dass man von einer Demokratie sprechen darf.
Das ist so, als wäre man zu einem Festessen eingeladen, auf dem es nur Knäckebrot zu essen gibt. Natürlich ist es ein Essen und bei genügend Leuten sogar ein Fest, allerdings besteht keine Wahlmöglichkeit. Man kann halt nur zwischen Knäckebrot und Knäckebrot unterscheiden. Die Behauptung, dass alle Leute sich bewusst für Knäckebrot entschieden haben, ist hinterher zulässig.
So überrascht es nicht, dass alle gute Diktatoren oder kommunistischen Lenker auf Wahlerfolge von über 50 bis 100% zurückblicken dürfen.
Woran erkennt man denn sonst eine Demokratie, wenn nicht an den Wahlen?
Das Indiz habe ich oben genannt.

Die freie Meinungsäußerung!

Wer in seinem Land keine andere Meinung, als seine eigene akzeptiert, wer Journalisten, Schriftsteller und Blogger einsperrt, der ist als das zu bezeichnen, was er nun mal ist, nämlich ein Diktator.
Es gibt keinen Grund einen anderen Menschen in seiner Meinung zu beschneiden, auch wenn seine Meinung Scheiße ist.
Wie oft kommt mir die Galle hoch, wenn ich diese rechte Propaganda höre? Was ist mit der Reaktion auf das Lied »Wähl die AfD« von Jennifer Rostock?
Hier versammelt sich ein Gedankengut, welches ich nicht nachvollziehen kann. Warum wünscht man sich ernsthaft Hitler zurück? Braucht man mehr Autobahnen? Hätte man erneut Spaß an einem Weltkrieg?
Trotzdem sind diese Meinungen erlaubt. Sie sind Zeuge dafür, dass unsere Demokratie funktioniert.
Diese Menschen dürfen demonstrieren. Sie haben von uns die Erlaubnis. Egal ob sie für ein eigenes Land oder für den Rückschritt stehen, es ist ihre Meinung, die wir akzeptieren. Wir begrüßen sie sogar.
In einer Demokratie gibt es kein Tabu. Es gibt keinen Grund, über irgend etwas nicht zu sprechen.
Das macht es den Extremisten auch so schwer. Sie kommen zu uns und wir reden mit ihnen. Wir lehnen sie nicht ab, wie sie es gerne hätten.
Das ist der Unterschied! Das ist, was uns ausmacht.
Natürlich werden wir belächelt. Andere Menschen, die weniger offen sind, werfen uns vor, dass unsere Offenheit nicht ganz dicht wirkt. Diese Offenheit hat aber Methode und sie ist ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Wir hören auf Leute, auch wenn wir ihre Meinungen nicht teilen. Das macht uns stark.

Politik

Ich gebe zu, um noch einmal auf das Beispiel oben zu kommen, dass unsere Wahlen einem Festessen im Schnellrestaurant gleicht.
Wir haben die Wahl zwischen vielen Gerichten, die allerdings auf Dauer alle gleich schmecken.
Die wirklichen Ausnahmen kann man mit der Lupe suchen. Wer mir heute noch einen Unterschied zwischen SPD und CDU zeigen kann, der darf sich darüber freuen.
Es ist nicht alles ideal, was uns umgibt. Meiner Meinung nach, ist es allerdings der beste Weg.
Wir sollten uns täglich darüber freuen, dass man in unserem Land nicht beschnitten wird. Wir sollten uns darüber freuen, dass Merkel unsere Sorgen ernst nimmt und die Kritik an ihr nicht polizeilich fahnden lässt.
Ich bin nicht damit einverstanden, was wir alles hören. Das soll aber auch nicht so sein. Wir leben und denken und lassen uns nicht beschneiden.
Wer heute die AfD wählt und hofft, dadurch eine freiere Gesellschaft zu schaffen, der glaubt auch an den Weihnachtsmann, der den Kindern ihre Geschenke bringt.
Diese Partei hat oft genug über die Lügenpresse geschimpft.
Wäre sie an der Macht, wäre unsere Demokratie gefährdet. Es könnten 80 % der Menschen in Deutschland sie wählen und es wäre doch ein Bruch unserer Demokratie.
Tabus würden wieder aus dem Boden springen. Die Presse würde unterdrückt werden und Schriftsteller und Blogger im Gefängnis landen.
Wir sollten uns klar machen, dass unser System es erlaubt, dass wir über Alles sprechen und schreiben dürfen. Das ist kein Naturgesetz.
Das ist unsere Demokratie.

Advertisements

7 Gedanken zu “Warum es gut ist, dass wir über Alles reden dürfen

    1. Ich glaub, dass Politiker aus einem anderen Grund den Beruf ergreifen. Macht selbst ist hier zu nennen. Das Gefühl, wenn andere machen, was man sagt und einen dafür noch zujubeln.
      Es wird ja auch das Klischee gestreut, dass Politiker so verdammt wenig verdienen (im Vergleich zu anderen Positionen). Das ist natürlich Müll, da in vergleichbaren Positionen auch weitaus weniger bezahlt wird.
      Ich bin allerdings der Meinung, dass ein Politiker machthungrig ist und den Job nicht wegen des Geldes macht.
      Du hast natürlich Recht, wenn Du die Verhandlung von Deutschland mit Diktatoren geht. Da geht es meist um viel Geld, welches auch mal über das ein oder andere Gewissen springt. Länder, mit denen wir wirtschaftlich zu tun haben, können jede Form der Regierung besitzen.

      Gefällt mir

      1. Man mag dem Politiker per se ruhig einen Idealismus unterstellen, aber wenn dann in Position gebracht, verhindert das Geld=Macht die Durchsetzung der Ideale, denn entweder gibt er auf (Zappa hats vorgemacht) oder er unterwirft sich dem undurchsichtigen Geflecht der Politik und wird in ein Amt für nichtsagend wichtige Außenbereiche abgeschoben, oder aber er radikalisiert sich. Und dann wird nicht mehr viel geredet.
        Ich persönlich schlage mich in die Büsche und verweigere jede Teilnahme. Genereller Generalstreik mit Möglichkeit zum Neustart – frei nach Herwegh: alle Räder stehen still.

        Gefällt 1 Person

      2. Ich durfte mal Politiker persönlich kennenlernen – glaub mir Macht ist nicht immer gleich Geld.
        Wie gesagt: Mit Geld kann man sich viel Macht „kaufen“ und die Wirtschaft spielt immer eine Rolle.
        Als fähiger Politiker kann man sich allerdings auch Jobs aussuchen, die einem mehr Geld einbringen. Das hat nichts mit Idealismus zu tun! Das Streben nach Macht, lässt Einige zu Bestien werden. Es geht darum andere, die im Weg sind, auszuschalten.
        Schon mal bemerkt, dass jeder, der mal neben Merkel stand, ganz plötzlich weg von Fenster war? Das passierte doch nicht zufällig.
        Ich mag keine Verschwörungstheorien, aber so viele Leute sind doch kein Zufall.
        Merkel ist nicht dir reichste Person in Deutschland – aber die mächtigste.
        Wie gesagt, Mach und Geld sind nicht das Gleiche, lassen sich allerdings ineinander umwandeln.
        Die Formel hätte ich gerne…

        Gefällt 1 Person

  1. Dass der Grad der Meinungsfreiheit das wichtigste Unerscheidungsmerkmal von Gesellschaften ist – da gebe ich dir Recht. Für mich ist es ein lebenswichtiges Kriterium, ohne dies kann ich nicht existieren. Denn wenn sie mir beschnitten wird, nimmt man mir meine Würde als selbständig denkender Mensch.
    Warum sie in einem Land mehr als in einem anderen beschnitten wird, in welcher Form diese Freiheit sich äußern darf, wie Meinungen manipuliert werden etc pp- solche Fragen stehen dann auf der Rückseite und im Kleingedruckten des Hauptartikels.

    Gefällt 2 Personen

    1. Natürlich muss man immer wissen, von wem die Meinung stammt. Jeder Mensch hat eine andere Sichtweise. Wäre auch gelacht, wenn jeder die Welt gleich sieht.
      Wir manipulieren uns ja auch zu gerne gegenseitig bei unseren Meinungen. Mal macht man Meinung, mal versucht man andere auf seine Seite zu ziehen. Ist schon ein schönes Thema…

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s