Abgesang der hoffnungslosen Fälle

Gefühlt endete bisher nahezu jeder Beitrag mit den schönen Worten: Die Hoffnung stirbt zum Schluss. Meine hat sich schon länger verpisst und spielt wahrscheinlich gerade in einer zwielichtigen Bar für ein paar Cent die Stunde Klavier. Mag sein, dass sie noch nicht tot ist, aber das pralle Leben genießt sie lange nicht mehr.

Wer heute noch die Hoffnung hat, dass der neu entdeckte Faschismus, welcher unser Land durchzieht, bald erneut im Keller verschwindet (wo er auch hingehört), ist ein realtiätsverweigender Idealist. Diese Hoffnung sollten wir schnellstens zu Grabe tragen und wir sollten aufhören uns einzubilden, dass es irgendwann wieder gut wird. 

Wir können nicht ändern, dass es soweit gekommen ist – wir können jedoch etwas dagegen unternehmen, dass es so weiter geht. Zwar gehen die Ideen meiner Sinnesgenossen von der AntiFa etwas zu weit (Gewalt ist auch keine Lösung), aber der Gedanke, den Kampf aufzunehmen, ist nicht verkehrt.

Wer jetzt schreit, dass er keinen Krieg will, der sollte sich einfach mal die Kommentare, z.B. auf dem letzten Beitrag von Michael Mittermeier auf Facebook ansehen. Diejenigen, die so verdammt über die Presse wettern und behaupten, dass ihre freie Meinungsäußerung in Deutschland unterdrückt wird, wollen einem Kommödianten die eigene Meinung mit allen Mittel verbieten. Wer die Paradoxie nicht sieht, ist blind.

Der Kampf gegen unsere Demokratie wird im Netz schon geführt. Im realen Leben, z.B. am Arbeitsplatz oder auf dem Schulhof, werden die Faschisten ebenfalls lauter. Sie schreien uns an und wir gehen mit der Wahrheit und mir Ruhe auf sie ein. Wir hoffen immer noch, dass die Leute irgendwann schlauer werden. 

Vielleicht tragen wir auch Schuld, da wir diese Leute bisher immer ausgelacht und für blöd befunden haben. Das geht auch sehr einfach – Intelligenz hat sich bis auf Weiteres aus dem Wahlprogramm der AfD verabschiedet. Wir unterschätzen allerdings, dass die Anhänger weit mehr mit dem Bauch denken, als mit dem Kopf und im Bauch sitzt ja bekanntlich keine Gehinrzelle, solange man keine Gehirne isst (Zombis dürften daher mehr Hirn im Bauch haben, als der Durschschnittsmensch).

Wir können dem Kampf der undemokratischen Faschisten nicht tatenlos zusehen. Setzt Zeichen! Lasst etwas von euch hören. Werdet nicht blind. Und wenn ihr angeschrieen werdet, dann habt ihr meine Erlaubniss zurück zu schreien. Werdet dann nicht leise. Oder um es klar zu sagen: Lasst alle Hoffnung fahren und wehrt euch! Vernünftige Argumente sind leider nicht mehr genug. Sie gehen unter im Bollwerk der Dummheit. Sie werden überrannt, zerquetscht und ausgehöhlt. 

Wenn ihr die Hoffnung erst getötet habt, dann kämpft. Kämpft für die Demokratie, kämpft für Menschlichkeit, kämpft für Gerechtigkeit! Erst wenn die Träume ausgeträumt sind, können Taten folgen.

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8 Gedanken zu “Abgesang der hoffnungslosen Fälle

  1. Tja, vielleicht tragen wir wirklich Schuld, „da wir diese Leute immer ausgelacht und für blöd befunden haben“. Was ich im Übrigen dennoch als völlig angemessene Reaktion bzw. voll zutreffende Einschätzung empfinde.

    Aber wie es jemand an anderer Stelle sinngemäß schrieb: Es ist so verdammt schwer, die AfD und ihre Fans ernst zu nehmen und respektvoll zu behandeln!

    Gefällt 1 Person

    1. Und trotzdem diskutieren wir mit ihnen, während sie uns anschreien. Schau mal auf Facebook und Twitter – jeder Hass Kommentar wird mit der angebrachten zurückhaltenden Intelligenz beantwortet. Würden wir so antworten, wie sie schreien, dann sehen unsere Kommentare wahrscheinlich eher so aus: „Eh Du schwanzdenkender Fascho. Halt Deine dumme Wixfresse und kipp Deine braune Scheiße ins Scheißhaus, wie es jeder Mensch macht.“
      Ich frag mich nur, ob sie das evtl. eher verstehen. Für die anderen Kommentare sind sie nicht schlau genug.
      Selbst die Realität wird von ihnen so weit gebeugt, dass Einstein seinen Freude daran hätte…

      Gefällt 1 Person

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