Worüber man nicht spricht, Hoffnung und Klischees

Etwas länger war ich dem Mitmachblog nun abstinent, moment Falsch, ich habe mich lediglich nicht als aktiver Part beteiligt, diesmal war es nicht nur die Zeit, sondern das Thema an sich: Worüber man nicht spricht, zig Word Dokumente, fertige und halbfertige finden sich hierzu auf meiner Festplatte, ein schweres, interessantes Thema, welches Unfug und vermeintlichen Fug aus meinen Fingern, oder doch Gedanken, kommen ließ.

Wenn wir ehrlich sind, gibt es viele Tabuthemen, Themen über die man nicht spricht, überall, geht es um das erste Treffen mit einem Vertreter des anderen Geschlechts, einem Termin beim Arzt, den Broterwerb oder schlichtweg einem Treffen mit Freunden.

Der Tod ist so ein Thema, irgendwie werden immer alle ganz still, wenn der Tod zur Sprache kommt. Ein Skandal, dass in einem Geschäft unter einem Wiener Gemeindebau ein Bestattungsunternehmen aufgemacht hat und in der Auslage Särge zur Schau stellt. Nachdem dort ein Grabstein und davor ein Blumengeschäft angesiedelt war … Irgendwie kann ich es ja verstehen, aber ich bin in dieser Angelegenheit ziemlich Nüchtern, der Tod ist da, immer und überall, manchmal kommt er tatsächlich plötzlich und zieht einem den Boden unter den Füßen weg, wie ich selbst schon mehrmals erleben durfte … Irgendwann verlor er für mich seinen Schrecken, ich las in einem Buch: Wer nicht sterben will, darf niemals geboren werden, ein Zitat welches mich seither ziemlich prägte.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir in meiner Familie immer offen mit dem Tod umgingen, zumal er ein steter Begleiter war, ich hatte nie einen blutsverwandten Opa, einen Onkel durfte ich gar nicht kennenlernen, da er in der Nachkriegszeit an Tuberkulose starb, in letzter Zeit spricht Tati (wie ich meinen Vater nenne) auch oft über diese Zeit, meine Omas kenne ich auch nur ganz kurz und auch gleichaltrige Halb- und Vollwaisen gibt es in meiner Familie …

Darüber hinaus, weiß ich ganz genau welchen Wunsch die reifere Version von mir für ihre Bestattung hegt, sie spricht offen darüber und was wäre ich für ein Sprössling ihren Wunsch nicht anzuhören und zu respektieren …?

Feminismus hingegen ist kein Tabuthema, allerdings schweigen sich die Vertreter der andersgeschlechtlichen Gattung etwas darüber aus, welchen, teilweise doch abstrusen Anfeindungen und Behauptungen sie dadurch gegenüberstehen, aber meine Gedankengänge hierzu tabuisiere, zensiere, ich selbst, da mir hier nicht der Sinn nach Grundsatzdiskussionen steht.

Manchmal denke ich das die Indianerkriege im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein Tabuthema sind … Kann man es vergleichen? Darf man es vergleichen? Jedenfalls finde ich es manchmal Grotesk wie schnell man mit dem Finger auf Deutschland und Österreich zeigt und dabei die eigenen, jahrhundertelangen und teilweise bis heute andauernden Verfehlungen „verschweigt“. Ich bleibe dabei, wenn Donald Trump alle Migranten aus den Vereinigten Staaten haben möchte, dann soll er mit sich selbst anfangen, immerhin ist er, angeblich, stolz auf sein deutsches Blut …

Nebenbei bemerkt, interessant das besagtes Land der unbegrenzten Möglichkeiten beinahe Deutsch sprechen würde, angeblich war es ein Kopf an Kopf rennen zwischen Englisch und Deutsch, wobei Englisch noch immer nicht die wirkliche Amtssprache laut Gesetz – und somit eigentlich illegal – ist da gibt es eine Unterscheidung mit de jure (gesetzlich/amtlich) und de facto (in der Praxis) … Englisch ist somit nur de facto die Sprache des Landes aber nicht de jure … kompliziert, aber nicht so kompliziert wie die österreichische Präsidentschaftswahl …

Es gibt doch diese T-Shirts das man an sämtlichen Weltuntergängen seit der Jahrtausendwende dabei war … Ob es sich lohnen würde T-Shirts mit der Aufschrift Präsidentschaftswahl Österreich 2016 – 2018 ich war dabei, drucken zu lassen?

Jetzt wird es, eventuell, etwas eklig und peinlich für mich, Darminkontinenz soll sogar gegenüber dem eigenen Hausarzt ein Tabuthema sein … Das las ich zumindest in einer Broschüre, während ich mit meinem da noch saftigen Magen-Darm-Infekt bei selbigen saß und da fällt mir ein das ich diesen nicht enden wollenden Arztbesuch eigentlich niederschreiben wollte … Ich möchte mich keineswegs lustig über irgendwas machen, aber es war befremdlich für mich, der Galan hatte schon mitbekommen das es mir zu Beginn des Infektes schwer viel diverse Öffnungen unter Kontrolle zu halten … Warum sollte ich dies nun vor dem Hausarzt verbergen?

Flatulenzen sind auch ein Tabuthema, tatsächlich auch für mich, bei mir waren es immer Trompetenkäfer … oder die hündischen Damen des Hauses …

Irgendwie versuche ich einen Schwenk von Ernst zu Lustig, aber es möchte mir partout nicht gelingen, viel zu Ernst sind die Themen, als dass ich mir Späße erlauben würde …

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu Letzt

Als weiblicher Vertreter der Gattung Mensch könnte ich mich doch selbst auf die Schippe nehmen, als ich den Galan um einen Gedankenaustausch zum Thema Tabuthemen bat und meinte ich hätte bis jetzt nur zig Dokumente mit ernsten Themen, half er mir mit dem Gewicht und dem Alter von Frauen auf die Sprünge, ein Klischee, was sich gut trifft, denn zu diesem Thema hatte ich aufgrund von Zeitmangel auch nichts für den Mitmachblog geschrieben.

Hiermit wiederlege ich übrigens das Klischee, das Männer während Grippen viel unausstehlicher sind als Frauen, mein Magen-Darm-Infekt, ja da ist es schon wieder, dieses Wort mit den zwei Bindestrichen, welches gar kein Wort, sondern eine Wörterkette ist., wird von mir gnadenlos ausgeschlachtet. Ich leide, oder besser litt und alle sollen es wissen …

Gestern war der erste Tag, an dem die Nahrungsaufnahme nur zu leichten Bauchschmerzen führte, heute habe ich es übrigens mit der Nahrungsaufnahme übertrieben und hoffe mein Körper verzeiht mir dies nach dieser seltsamen einwöchigen Zwangsdiät … Verzettelt …

Also gestern funktionierte die Nahrungsaufnahme wieder einigermaßen und auch die seltsame Schwäche legte sich, kritisch beäugte ich meine Arme.

„Zahnstocher-Arme“, sagte ich und wedelte mit meinem Arm vorm Galan herum

„Ah geh“, sein aussagekräftiger Kommentar. In meinem Kopf verneinte er also meinen, für mich drastischen, Gewichtsverlust von knapp sechs Kilo, schien die verlorenen Kilos nicht zu sehen.

„Und da wundert ihr euch, dass jedes zweite Mädel Magersüchtig wird …“, meine beleidigte Antwort, zumal ich mich derzeit bereits mit einigen Kilos im Untergewicht befinde …

Es entstand eine, im Nachhinein witzige, Diskussion über Wahrnehmung und Modemagazine, zumal Männer die faszinierende Fähigkeit besitzen sich selbst immer tiefer reinzureiten so versuchte der Galan, relativ ungeschickt, seinen versuchten „Zuspruch von Mut“ ausgedrückt mit „Ah geh“ zu relativieren

„Du bist nicht dürr und nicht dick, du bist genau richtig“

Wodurch ich erneut, in meiner für mich nicht ernstgemeinten und (mich) erheiternden Zickenart wieder von Verblendung durch Modemagazine zu sprechen begann, der Galan durschaut dieses Spiel aber mittlerweile zu gut und zu schnell, wir beendeten mit der Erkenntnis das drei Kilo ohnehin lediglich Wasser wären, da man davon auch nicht mehr viel im Körper hat, während einem Magen-Darm-Infekt. (Erneuter Hinweis ich litt)

Getoppt habe ich das ganze damit das ich den Galan, mit einem Augenzwinkern, auf seinen nächsten runden Geburtstag ansprach …  Rache ist ein Gericht das am besten Kalt serviert wird …


Ist es nun verwunderlich das ich mich über das neue Thema: Kauderwelsch schon besonders freue?

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8 Gedanken zu “Worüber man nicht spricht, Hoffnung und Klischees

  1. Magen-Darm-Virus? Mein Mitleid hast du! Schade, dass du deine Entwürfe zu den verschiedenen Themen nicht online gestellt hast. Auch offene Enden können reizvoll sein ( irgendwie muss ich bei dem Satz jetzt ungewollt an eine Magen-Darm-„Geschichte“ denken 😉 – sehr ansteckend, so ein Virus!)
    Die T-Shirt Idee finde ich übriges sehr witzig. Ein anderes Sujet wäre dann noch sowas wie: Der Unterschied zwischen Spielkarten und Wahlkarten? Was liegt, das pickt – Was’d schickst, pickt nicht

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke – Mitleid ist immer gut 🙂 Ich gestehe es ungerecht zu finden das der Infekt spurlos am Galan vorbei ging … Puh vielleicht stell ich die Gedankenfetzen (teilweise sind es nur viele Stichworte und halbfertige Sätze) irgendwie für Kauderwelsch online … ?
      Der Spruch über die Wahlkarten ist genial – bin ja gespannt ob wir im November nun wirklich wählen dürfen – irgendwas hab ich da heute wegen dem Wahlregister aufgeschnappt …

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      1. Ich habe gehört Dezember, noch vor Nikolaus und Christkind. Aber wer weiß schon was bis dahin wieder ist. Ich frage mich uebrigens wie das Christkind und der Weihnachtsmann das mit der ganzen Post machen. Da muss das Öffnen und Lesen (! nicht nur Kreuzerl anschauen) der Wahlkarten,äh Wunschlisten ja noch aufwendiger sein. Vielleicht gäbe es da etwas abzuschauen für unsere Wahlbehoerden , die schon unter ein paar tausend Briefchen stöhnen 😉

        Gefällt 1 Person

  2. Huch, Magendarm geht gerade überall um, oder?
    Nach „Darm mit Charme“ sind einige Tabus ja derart ins Wanken gekommen, dass ich sie mir manchmal schon fast wieder zurückwünsche 😉 zumindest während der Mittagspause.
    Gute Besserung! Viel trinken 🍵

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