Die Frau im Aufzug

Normal betrat er den Bürokomplex in dem die Zeitung ihre Redaktion hatte, durch die Tiefgarage. Da er die Fernbedienung zum öffnen nicht gefunden hatte, hatte er zuerst bei Phelipe dem mexikanischen Parkwächter klingeln müssen, der wie immer munter drauf los plapperte in seinem mexikanischen Kauderwelsch. Er verstand lediglich: Problem… Melden… blabalbal …. dringend finden… bis sich das Gitter vor der Zufahrt schlieslich doch hob. Es war immer das Gleiche. Phelippe war ein netter Kerl aber wenn man den Öffner verlor bedeutete das für ihn viel Arbeit und Rennerei. Deshalb machte er einem die Hölle heiß, wenn man nicht mit diesem scheiß kleinen Kasten seine Zugangsberechtigung demonstrierte. Ein paar Bier würden seinen Zorn sicher wieder ein wenig besänftigen.

Da er spät dran war, war der Aufzug leer als er die Taste für die 45. Etage drückte. Gerade als die Türen sich schlossen schob sich eine schlanke Hand mit lackierten Fingernägeln dazwischen und brachte sie dazu sich wieder zu öffnen. Vor dem Aufzug stand eine junge Dame. Sommerlichluftig und doch sehr businessmäßig gekleidet. Cremfarbige Bluse, schwarzer Wickel-Minnirock, darüber ein halblanger Blaser, teure Schuhe, trendige Handtasche. Die blonden Haare fielen ihr bis über die Schultern den Rücken hinunter. Sie musterte ihren Mitfahrer kurz einmal von oben nach unten, betrat den Lift und setzte deinen uninteressierten Blick auf, während sie ihm den Rücken zuwante. Nun war es natürlich unvermeidelich, daß auch er einmal den Blick genießerisch nach unten gleiten ließ. Sie würde ihm schon gefallen. Genau sein Beutechema. Vielleicht ein wenig hochnäsig aber auch die würde er zum schnurren bringen. Träumerisch bleiben seine Augen auf ihrem knackigen Hintern hängen. Ganz schön kurz der Rock. Schaute da nicht ein Saum der Strümpfe herfor. Das war scharf. Auf halterlose Stümpfe stande er.

Plötzlich wurde ihm bewußt, daß sie garkeinen Knopf gedrückt hatte. Er riss sich zusammen und versuchte ihr Gesicht in der Spiegelung der Aufzugtür zu erkennen, als er bemerkte, daß Sie ihn iherseits im Spiegel beobachtete. Hatte Sie mit bekommen wo seine Gedanken gerade spielen waren? Er schmunzelte in sich hinein, dann zwang er seine Gedanken wieder sich auf seinen Fall zu konzentrieren.

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4 Gedanken zu “Die Frau im Aufzug

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