Gesucht und (nicht) gefunden

„Ich weiß nur, dass es Leute gibt, die da so ein Programm entwickelt haben, womit man mit basket-156835_1280einzelnen Fundwörtern dann was finden kann, aber ich mach das nie.“
(Hans-Christian Ströbele (Grüne), auf die Aufforderung, unterschiedliche Browser zu nennen.)

Es ist kein Geheimnis, dass wir Menschen im Laufe der Zeit immer gläserner werden. Damit meinen wir nicht das steigende Arthrose-Risiko mit zunehmendem Alter, sondern unsere Identität im Internet. Denn egal ob wir unsere Chroniken regelmäßig löschen, im Inkognito-Modus surfen oder die Cookies nicht akzeptieren – wir hinterlassen unsere Datenspuren immer und überall. So auch insbesondere beim Online-Shopping.

Beispielsweise wollte ich (Kathrin) einem Familienmitglied zum Geburtstag mit einem Überraschungsgeschenk eine Freude machen. Also habe ich im Internet gesucht, gefunden, Marie die Daten zur Bestellung übermittelt und am Ende den Browserverlauf gelöscht. Trotzdem bekam jenes Familienmitglied am darauffolgenden Tag Werbung für genau diese Geschenke angezeigt. Zufall, meinte ich lapidar, aber innerlich hat es mich doch ein bisschen geärgert.

Noch interessanter wird es beim Googlen von (englischen) Fremdwörtern. Wenn wir „Mobile“ bei einer Suchmaschine unseres Misstrauens eingeben, bekommen wir anschließend Werbung für Handys, obwohl wir eigentlich nach einer Bastelanleitung für ein „Mobile“ im Sinne von Dekoration gesucht hatten.

Für was haben wir wohl Werbung angezeigt bekommen, nachdem wir den Begriff „pink slip“ in die Suchmaske eingegeben hatten? Die ursprünglich gesuchte Übersetzung, dass es sich um den amerikanischen umgangssprachlichen Ausdruck für ein Kündigungsschreiben handelt, hat jedenfalls keine Werbung für eine Rechtsberatung hervorgerufen…

Ebenfalls schade ist es, dass wir Werbung für Markenprodukte bekommen, wenn wir nur den Begriff „Buffalo“ eingeben. An das Spiel mit den Homonymen denkt die Suchmaschine leider nicht (Bildung durch das Internet wird überbewertet 😛 , Anm. v. Marie):
„Buffalo buffalo Buffalo buffalo buffalo buffalo Buffalo buffalo.“
(Büffel aus Buffalo, die von Büffeln aus Buffalo eingeschüchtert werden, schüchtern Büffel aus Buffalo ein.)

In dieser Hinsicht muss die personalisierte Werbung für den gläsernen Menschen von morgen wohl noch etwas verbessert werden, damit uns auch wirklich das Produkt beworben wird, was wir zuvor gesucht bzw. bestellt haben. 😀
Eins steht jedoch heute schon fest: Geburtstagsgeschenke für Familienmitglieder werden wir beide, wenn möglich, lieber offline in Prospekten heraussuchen und anschließend in der realen Welt bestellen, damit es auch wirklich eine Überraschung bleibt…

//Viele Grüße von den Menschen
hinter dem gläsernen Monitor,
Marie und Kathrin

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