Morgenrot 27

Kapitel 6./2

Marcus Christianus

Mutter machte einen sehr entspannten und unaufgeregten Eindruck. Kerzengerade saß sie am Tisch und spreizte wie gewohnt den kleinen Finger ab, als sie ihren Earl Grey trank. Wenn Mutter Tee trank sah sie immer etwas streng aus. Tee trinken war für sie so etwas wie ein Ritual. Das Wasser musste eine bestimmte Temperatur haben, der Tee eine gewisse Zeit ziehen. Und es kam auch nur eine bestimmte Kandissorte hinein. Immer zwei Stückchen. Anne wusste das alles natürlich.

Du wirkst jetzt sehr nachdenklich. Auch in der ganzen letzten Zeit. Denkst du viel an deine Zeit im Waisenhaus? Vorhin als deine Freunde noch da waren warst du doch so glücklich.“ sagte sie als sie ihre Tasse hinstellte.

Nein Mutter. An das Waisenhaus denke ich nicht mehr“ Sie lächelte und nickte.

Woran dann mein Junge?“

Ich war wieder oben im Turm.“

Im Turm? Ja, das ist ein schöner Platz zum nachdenken. Hast wieder in dem Buch gelesen?“ Schon vor einiger Zeit erzählte ich ihr von dem Tagebuch. Zunächst wusste sie nichts davon, doch Mutter war mittlerweile davon überzeugt das sie es sicher als junges Mädchen dort oben versteckte und vergaß. Was in dem Tagebuch stand, wusste sie nicht mehr. Das zumindest sagte sie, Ich nahm ihr das nicht ab. Zumindest nicht das sie nicht mehr wusste was in ihm stand. Ich denke das sie einstweilen nicht darüber sprechen wollte. Denn sie fragte auch nie danach und wenn ich darüber reden wollte, hatte sie nie Zeit.

Im Turm sagst du? Und hast dort gelesen?“

Nein, nur nachgedacht.“

Mutter wusste noch nichts von meinen Tagträumen. Ich wollte diese andere Welt, meiner Welt, nicht preisgeben. Sie gehörte zu mir. Wie Morgenrot, war sie zu mir gekommen. Wurde mir gegeben. War in mich hineingefallen. Ich wollte sie nicht verschrecken. Oder war es genau das, was ich tun sollte?

Das war einer der Gründe warum ich dich zu mir genommen habe. Deine Neugierde und deine Offenheit.“ In meinen Ohren klangen diese Worte fast wie Hohn. Mutter wusste es nicht, aber etwas Scham war in mir in diesem Moment. Nichts zu sagen kam mir vor wie eine Lüge.

Ich nahm allen Mut zusammen. „Waren sie wirklich ein Liebespaar?“ Und zog, den Blick aufrecht, ein wenig meinen Kopf zwischen die Schultern. Noch so ein gekommener Moment, so schien es mir. Ich war mir Keineswegs sicher, was jetzt als nächstes geschah!

Na zumindest redest du nicht drumherum. Aber das habe ich dir so ja auch beigebracht, nicht war? Nun zu deiner Frage! Mein Junge, ich glaube das du jetzt alt genug bist. Und schließlich ist das alles sehr lange her, nicht war?

Ja! Man könnte es so sagen. Sie waren so etwas wie ein Liebespaar. Dieser Druide und meine Ur-Ur Großmutter.“

Den Rest findet ihr unter;

gedankenkraftblog.com

 

-Luke Elljot-

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