Salat? Bah!

Kaum verpasse ich ein paar Wochen der schnelllebigen Blogger-Welt und schon habe ich den Salat – ein veganes Wochenthema. Wobei, stimmt gar nicht, es gibt ja auch Fleischsalat und Kabelsalat. Na gut, der Kabalsalat könnte wieder vegan sein. Aber vielleicht liege ich ja auch komplett falsch und es ist gar nicht der Salat, sondern die Salāt gemeint. Das rituelle Gebet im Islam. Was „bar“ nun damit zu tun haben sollte, weiß ich jedoch nicht. Es sei denn, es handelt sich dabei um das iranische Dorf Bar, in dem die Salāt sicherlich regelmäßig verrichtet wird. Und wenn der Imam dann auch noch Sal at-bar heißt, ist die Verbindung perfekt.

Bevor wir voreilige Schlüsse ziehen, füttern wir doch mal eine große Suchmaschine mit diesem Begriff. Frau in Salatbar erstochen, lautet der Titel eines der ersten Ergebnisse. Ganz schön brutal, diese Salatbar. Das hätte ich nun nicht erwartet. Bleibt nur zu hoffen, dass kein Mitglied der AfD diesen Beitrag ließt, sonst finden wir morgen den Hashtag #Imamerstichtfrau in Twitters Top10. Die weiteren Ergebnisse führen mich zu diversen Salatbars in Hamburg. Entweder, weil es nur in Hamburg Salatbars gibt oder weil Google sich trotz unterschiedlicherer Sicherheitsmaßnahmen nicht davon abhalten lässt, meinen Standort zu ermitteln. Da haben wir ihn wieder, den Salat. Verdammtes Geotracking. Offensichtlich muss ich noch einen IP-Verschleierungsdienst nutzen. Ob Google mir dann Salatbars in Nowosibirsk empfiehlt? Meine eigene Suche liefert mir für diesen Ort jedenfalls keine guten Empfehlungen. Maximal eine Juice Bar. Aber im Grunde ist ein Saft ja auch ein Salat, nur flüssig. Und wenn ich irgendwann meinen Reise-To-Do-Listen-Eintrag Sibiren abhake, werde ich in Nowosibirsk eine Salatbar suchen. Oder wenigstens eine Juice Bar.

Dies wäre übrigens mein erster Besuch einer solchen Lokalität. Zwar sind mir die sogenannten Smoothie-Bars bereits einige Male aufgefallen, als ich auf der Flucht vor den Menschenmassen vom Eingang zum Ausgang diverser Einkaufszentren und – straßen rannte, jedoch erhielt ich nie die Gelegenheit, mich ohne die Gefahr zerquetscht und selbst zum Smoothie zu werden, in die Warteschlange einzureihen, um einen 6€-Saft aus einem vergoldeten PET-Becher zu trinken. Richtige Salatbars hingegen, habe ich bislang noch gar nicht wahrgenommen, sofern damit nicht die kleine Theke, mit der defekten Kühlung und den braun angelaufenen Resten undefinierbarer Grünpflanzen, im Imbiss hinter dem Hauptbahnhof gemeint ist. Eventuell schenkte ich Salatbars bislang keine Beachtung, weil ich noch nie ernsthaft in Erwägung zog, einfach so einen Salat zu essen. Ohne die dazugehörige, obligatorische, auf den Salat folgende, vollwertige Hauptspeise. Das Risiko, mich in der Bar als Opfer der klassischen Konditionierung zu outen, das mit der Erwartungshaltung eines in Kürze servierten blutigen Hüftsteaks sabbernd vor seinem Salatteller sitzt, ist mir einfach zu hoch.

Aber vielleicht teste ich irgendwann ja doch mal eine Salatbar. Spätestens während meines Aufenthaltes in Nowosibirsk. Allein schon aus dem Grund, um die Frage, was ich dort gemacht habe, damit beantworten zu können: Einen Salat gegessen.

Advertisements

5 Gedanken zu “Salat? Bah!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s