Schwarz auf Weiß

Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.
(Heinrich Heine)

Ich stehe mit meiner Mutter in der örtlichen Buchhandlung an der Kasse, als ich eine Papiertüte erblicke.20161112_133615

„Siehst Du“, ticke ich meine Mutter an, „Du hast alles richtig gemacht!“ Meine Mutter lacht: „Das waren aber auch mehr als ein Buch.“ Und auch die Verkäuferin lacht: „Dann kriegen Sie heute noch die Tüte dazu!“

Zuhause schaue ich mir die Tüte nochmal an und frage mich ganz unwillkürlich, ob es solche Tüten in ein paar Jahren noch geben wird.

Schließlich gibt es immer mehr E-Books und gerade beim Pendeln in der Bahn halten sich die E-Book-Reader und die normalen Bücher auf meiner Strecke mittlerweile ungefähr die Waage. Denn natürlich sind E-Books praktischer: Sie passen in jede Tasche, sie sind oftmals deutlich billiger und bei Büchernarren wie mir würde nicht immer das Bücherregal überquellen. 😀

Unter anderem deshalb, aber wohl vor allem wegen der Möglichkeit der Onleihe in Niedersachsen, besitze ich auch so ein Gerät. Ich möchte es auch nicht missen, aber für die richtig dicken Schmöker oder die Bücher für lange Leseabende bevorzuge ich eindeutig ein gedrucktes Buch. Hier steht die Schrift Schwarz auf Weiß und ich kann jedem Buch einem individuellen Buchgeruch zuordnen!

Klar, der E-Book-Reader sieht auch aus wie Schwarz auf Weiß gedruckt, aber mir fehlt dieses Papiergefühl, das leise Krascheln beim Umblättern der Seiten und die Möglichkeit, das Lesezeichen wandern sehen zu können.

Vielleicht bin ich da ganz altmodisch und es liegt an der Zeit, dass ich mich einfach noch nicht umgewöhnt und zu einem Native-E-Book-Reader geworden bin. Vielleicht kommt das mit der Zeit, genauso wie die mittlerweile tägliche Benutzung des Smartphones, nachdem ich am Anfang noch ein Tastenhandy ohne Internet besessen habe!

Aber, und da muss sich die Industrie erst noch etwas einfallen lassen, ich werde für Geschenke vorerst aussschließlich gedruckte Bücher verwenden. Wo sonst, etwa als Memo?, soll ich eine Widmung für den Beschenkten in ein Buch schreiben können, als in den Einband? Auf dem Gutschein für einen Online-E-Book-Shop hat eine Widmung wohl keinen nachhaltigen Erinnerungseffekt. 😀

//Viele Grüße aus der Bücherecke
von Kathrin

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3 Gedanken zu “Schwarz auf Weiß

  1. Ich muss auch sagen, dass ich mich mit E-books bisher noch nicht wirklich anfreunden konnte. Es geht doch einfach nichts über ein gutes Buch in der Hand. Und mal ehrlich: Neue Bücher riechen auch einfach gut.
    Darüber hinaus schaffe ich mir auch alle Bücher für die Uni nicht als E-book sondern in Papierform (klar, ich muss mehr schleppen) aber ich kann dadrin rumkritzeln und markieren wie ich will.

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  2. E-Books können mich überhaupt nicht locken. Schon allein, weil für mich ein Buch ein kleines Stückchen Ewigkeit bedeutet. Es ist auch da im Regal, wenn ich es nicht beachte.
    Ein E-Book hingegen ist für mich inexistent. Und tatsächlich ist es nur solange bei mir, bis der Lizenzgeber die Lizenz zurückzieht. Spätestens dann ist es weg. Oder wenn das Lesegerät kaputt geht oder der Strom ausfällt.

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