Shit happens – und wer macht das dann weg?

Als ich kürzlich Nachbars Buben aus dem Hort abholte, kam es zu einem kleinen Eklat. Ein blondes, langhaariges Mädchen schleuderte einen Schuh in meine Richtung und traf mich, ohne Absicht. Auf mein erstauntes Gesicht als einzige Reaktion auf den Wurf flüsterte das Mädchen, welches sich als Junge herausstellte zu seinem Spezi neben sich: „Boah, die sagt ja gar nix!“, holte aus und schleuderte auch den zweiten Schuh nach mir, diesmal mit voller Absicht.

Blitzschnell begann es in meinen verstaubten Hirnwindungen zu arbeiten. „Sie haben jetzt folgende Auswahlmöglichkeiten:“, bot mir der Bordcomputer, „a) ignorieren, b) schimpfen wie ein Rohrspatz, c) die Schuhe zurückschleudern oder d) dem Rotzgör die Ohren langziehen.“ Ah ja. Gegen a) und b) sprachen Blondies gelangweilte Miene und das Funkeln in seinen Augen – ‚Boah endlich passiert hier mal was ha ha ha, die Alte geht ja voll ab hi hi hi.’ Ich konnte ihn denken hören, obwohl er noch nicht einmal mit meinen Reaktionen konfrontiert worden war. Nun, ich war schon immer meiner Zeit voraus.

Gegen c) sprach ganz eindeutig, dass ich mich nicht auf das Niveau eines neunjährigen, unerzogenen Dreikäsehochs begeben werde. Obwohl – geschickt platziert könnte Blondie es durchaus unter Materialerfahrung verbuchen, aber ob ich in der Eile so geschickt würde zielen können, hm. Ich tendierte schwer zu d), war mir aber über die nachfolgenden juristischen Schritte noch im Unklaren. Würde ich mir einen Anwalt bei einer Klage wegen Körperverletzung und Verletzung des Kindswohl durch Ohrenlangzug überhaupt leisten können?

Früher schrie es gern einmal in der Nachbarschaft: „Dir gehört mal gescheit der Arsch ausgehaut!“, wenn wir mal wieder Unfug angestellt hatten. Unser Unfug beschränkte sich auf Klingel- oder Telefonstreiche, oder auf mit Schneebällen verschönerte Steinskulpturen, so ein undefinierbares Mensch muss schließlich eindeutig als männlich oder weiblich gekennzeichnet werden. Aber wir haben uns nie – NIE respektlos gegenüber Erwachsen in der 1:1-Situation verhalten. Unsere Späße haben wir hinter vorgehaltener Hand gemacht, denn es waren unsere Späße. Es gab eine klare Trennung zwischen Jung und Alt und an deren Schnittstelle standen Höflichkeit und Ehr-furcht.

Was wollten wir auch von denen, es waren die Alten. Die uns Dinge gaben, Essen, Wärme, Wissen, Regeln und vor allem Konsequenzen. Als ich dereinst vor Äonen die frischgeklebte und gestrichene, mir bis dato unbekannte Rauhfasertapete von diesen großen Holzsplittern befreite, die meiner Ansicht nach nur durch die Farbrolle aufgetragen worden sein konnten und die doch die ganze schöne, neue, weiße Wand verunzierten, bekam meinen Mutter ein sehr blasses Gesicht und ich den eindeutigen Auftrag, heute ohne Essen schlafen gehen zu dürfen, jetzt, sofort, auch wenn es noch taghell ist, Mutter ab. Manch andere Konsequenz hat anderen wohl mehr geschmerzt und ich bin wirklich dagegen, Kinder zu schlagen. Aber was tun, wenn Worte nicht mehr wirken?

Wenn Blondies meinen, sich alles erlauben zu können? Wenn Blackies * denken, sie wären genauso erwachsen, wie Mutter/ Vater und dürften genauso reden und handeln? Wenn die Erziehung heute kaum noch eine ist, sondern nur eine eloquente Bequemlichkeit? Ich bin immer noch der Überzeugung, begreifen kommt von greifen, was bedeutet, dass auch Erziehung spürbar gemacht werden muss. Und wenn es gar nicht anders geht, dann auch mit einem Klaps auf den Hintern.

Im Falle Blondie half mir Nachbars Bub aus meiner Misere. Bedingt durch den herbstlichen Konsum von Sauerkraut, Lauch und anderen Blähgemüsen stellte er blitzschnell eine Wand zwischen Blondie und mich und zog mich rasch ins Freie. Ein Methanbackstein hat mich trotzdem erwischt und ich kann Ihnen sagen, manoman, wie ein Großer!

Wie aber hätten Sie an meiner Stelle gehandelt?

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Frau Körb

 

*hierbei handelt es sich keinesfalls um rassische Eingrenzung, sondern lediglich um Schinken mit dem CMA-Gütezeichen!

 

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28 Gedanken zu “Shit happens – und wer macht das dann weg?

  1. und dürften genauso reden und handeln?

    Wie würdest du bei einem Erwachsenen vorgehen? Gehalts- und Vorteilskürzung durchsetzen. Konkret also die Eltern anrufen und verlangen, dass das Kind keine Ü-Eier mehr bekommt und nur noch Linsen ohne Spätzle.
    Wahrscheinlich auch kein gangbarer Weg (das sind übrigens die Momente, wo ich sehr dankbar bin, mit Kindern nichts zu tun zu haben), deshalb wäre mein inneres Kind wahrscheinlich empört aufgestanden … und hätte tatsächlich mit dem Schuh zurück geworfen.

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    1. Im Nachhinein betrachtet hätte ich die Polizei rufen sollen. Aber die lachen sich erstens schlapp wegen Pillepalle, zweitens war ich noch nie gern Petze und drittens gibts dann einen polizeilichen Zeigefinger und „Du du du“ und Blondie kann genauso weitermachen.

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  2. Ich habe in den in meiner Zeit in der Grundschule, ich bin jetzt 35, durch unseren Schulrektor Zucht und Ordnung miterleben dürfen.
    Als einer der Schüler einem Mitschüler auf den Kopf spuckte, packte unser Schulrektor den Verursacher an seinem Kragen und putzte mit seinem Kopf und seinen Haare die Spucke am Schädel des Opfers weg.
    Für uns war das damals völlig normal, dass Lehrer in bestimmten Situationen so reagierten. Es lehrte uns dadurch, gegenüber unseren Mitmenschen nicht böse und gemein zu sein.

    Das nur als kleines Beispiel, wie Erziehung auch außerhalb des Elternhauses ablaufen kann. Lehrer haben da auch eine gewisse Verantwortung zu tragen. Nur habe ich das Gefühl, dass gerade die Lehrer heutzutage Weicheier geworden sind und mit den immer größer werdenden Klassen überfordert sind.
    In ihrem Fall, liebe verehrte Frau Körb, hätte ich mich auch für die Methode d entschieden. Nicht weil ich ein Vertreter von Gewalt oder ähnlichen bin. Nein weil ich durch ihre Erzählung der Dinge auf den Schluss gekommen bin, das Blondie ein verwöhntes [Einzel]Kind sein muss, welches sich viel zu viel erlauben darf und dadurch jeglichen Respekt sogar gegen [fremde] Erwachsene verloren hat. Und manchmal ist die gute alte Schule mit ihren altbewährten Methoden, siehe meine Erfahrung[en] in meiner Kindheit, einfach die weitreichend tragender Methoden.

    Klar geht Gewalt gegen Kinder gar nicht. Aber Ohren lang ziehen ist alte Schule, welche ich von meinem Stiefvater zu genüge erfahren musste/durfte. Heutzutage werden Kinder jeglichen alters mit Samthandschuhen wie Weicheier und Milchbubis erzogen. Ein großer Fehler unserer heutigen Gesellschaft.

    Aber in der heutigen Zeit darf sich ein Lehrer einen Rohrstock oder Ohren lang ziehen gar nicht mehr erlauben. Er würde seinen Job verlieren. Und in ihrem Fall Frau Körb, hätte es eine juristische Klage gegen sie gegeben. In so einer hinter Gerichten und Anwälten versteckenden Elternwelt leben wir nun mal. Damit ist dem Blondie auch nicht geholfen, wenn seine Eltern so reagieren würden. Ganz im gegenteil würde er sich in seinem Recht noch bestätigt fühlen und hätte nichts aus seinem Fehler den er begangen hatte gelernt.

    Kommen wir also zu dem Schluss, das wie in einzelnen Kommentaren schon erwähnt, die Methoden seine Schuhe einfach mitzunehmen und oder in einen Altkleidercontainer zu stopfen. Damit würde Blondie nicht rechnen. Vermutlich wäre er aber auch so abgedroschen gewesen, dass er ohne Schuhe nach Hause gedackelt wäre, wo dann seine Eltern wiederum schon das Schreiben für ihren Anwalt gegen sie aufgesetzt hätten. Man weiß es eben nicht.

    Man sollte als betroffene Person auf jeden Fall handeln. Vielleicht ist ein suchendes Gespräch mit Blondies-Eltern eine Alternative Methode für Punkt e gewesen. Wobei Eltern die ihre Kinder antiautoritär erziehen, irgendwie auch nicht immer den besseren und richtigeren Weg wählen. Wo wir dann wieder bei der Generation Weicheier und Milchbubis angelangt wären. Es ist ein Teufelskreis.

    Hochachtungsvoll ihre Prinzessin!

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    1. Verehrteste,
      Sie schreiben es mir aus tiefster Seele! Diesen Teufelkreis gilt es zu durchbrechen, sonst haben wir lauter kleine Erdogans und Putins und Trumps um uns herum und fragen uns allen Ernstes, wo denn jetzt die demokratische Gesprächskultur geblieben ist… – die mit Blondies Eltern mit Sicherheit auch nur schwer zu praktizieren wäre, da Blondie sowas gar nicht machen würde, nie – das hatter noch nie gemacht – kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor? Was wieder einmal bestätigt, dass Kinder- und Hundeerziehung sehr ähnlich sind.
      In Demut Eure Ritterlichkeit

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      1. Der Satz im allgemeinen, “sowas würde unser Blondie gar nicht machen , nie – das hatter noch nie gemacht“, kommt mir sehr bekannt vor. Aber nicht auf meine eigene Erziehung bezogen. Meine Mutter war immer eine Mischung aus einer katholischen Familie und einer ihrer eigenen antiautoritären Erziehung. Die Mischung macht es eben aus.

        Trotzdem hört man diesen Satz, “das würde unser Kind niemals tun“, und oder “da müsse sie unser Kind mit jemanden verwechseln“, immer wieder. Eltern die ihre Augen vor dem verschließen oder es nicht wahrhaben wollen, was in gewissen Punkten in der Erziehung ihrer eigenen Kinder falsch oder schief läuft.
        Ich selbst bin in keinem Besitz eines Kindes. Wüsste auch nicht das es irgendwo ein heimliches Kind von mir geben sollte. Trotzdem kann ich mir das Recht herausnehmen, Erziehungsmethoden gewisser Eltern kritisch zu hinterfragen. Vor allem wenn ich als Prinzessin die folgen dieser nachlässigen Eltern auf unseren Straßen sehe und höre.
        Ein wenig Zucht und Ordnung hat noch niemandem geschadet. Da bin ich mir sicher.
        In der ehemaligen DDR gab es damals noch Pionierlager und Ferienlager für die Kinder. Ich selbst stamme nicht aus der ehemaligen DDR. Zwar aus NRW stammend wurde ich für mehrere Wochen auch in ein Ferienlager gesteckt, damit ich gewisse Dinge des Lebens schneller begreifen konnte.

        Ich glaube Prinzessin schweift ein wenig vom Thema ab. Vielleicht möchte ich damit auch nur zum Ausdruck bringen, dass gewisse für heute altmodische Erziehungsmethoden vielleicht mal wieder in Betracht gezogen werden sollten/könnten.

        Danke für’s lesen und Antworten liebe Ritterlichkeit. Hochachtungsvoll ihre Prinzessin!

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    2. “Es lehrte uns dadurch, gegenüber unseren Mitmenschen nicht böse und gemein zu sein.“ Das geht auch anders. Wir hatten in der 5. und 6. Klasse einen Lehrer, wie ich ihn in meinem Leben noch nie davor noch danach je gesehen haben. Diesen Lehrer- Englisch, Japanisch, Sport- bezeichneten viele Kollegen als Lehrer des alten Schlages; aber es klang nicht abwertend, sondern ehrfürchtig. Vielleicht war das auch nur ein Teil der Legendenbildung.

      Gerne stellte er sich am Anfang der Stunde lautlos an die geöffnete Klassenzimmertüre – und wartete, bis man ihn bemerkte. Dann war es still. Manche Lehrer an unserer Schule waren damals recht streng, sie verteilten unter aufmüpfigen Schülern gerne Verweise oder Nacharbeiten, mochten sie auch noch so sehr jammern. Das war natürlich aber ein Schwert, das sich alsbald abstumpfen sollte. So etwas kam bei unserem Lehrer nicht vor. Hausaufgaben vergessen? Doppelt machen. Nicht aufrecht sitzen? Das bedeutet wohl, dass von vorne ein Stück Kreide kommt. So knapp an einem vorbei, dass man es sich noch einmal überlegt, ob gerade sitzen nicht eine Überlegung wert wäre. Heft in grauenhafter Schrift geschrieben. Neu schreiben! Sonst irgendwas falsch gemacht? Aussprache vor der Klasse zwischen Lehrer und Schüler; ist meistens mit Sozialarbeiten geendet.

      Irgendwelche körperlichen Aktionen waren dazu niemals nötig und gerade das fand und finde ich so beeindruckend. Das wirklich Faszinierende war, dass die Art der Strafen, ganz in Abgrenzung zu denen vieler anderer, wirklich zur Läuterung der Schüler da waren. Die Aussprachen waren direkt, aber nie unfair- d.h. die Schüler sollten von sich aus ihre Fehler einsehen (und womöglich sogar daraus lernen). Sie sollten nicht runtergemacht werden oder weggeputzt, sondern über die Konsequenzen ihres Handels nachdenken- wohl etwas, was dieser Bengel nie gelernt hat. Die Sozialarbeiten waren gemeinnützig, die anderen Bestrafungen waren quasi leichte Formen der spiegelnden Bestrafung (was nicht heißt, dass das Mittelalter wieder Einzug bei uns halten sollte, aber in dem Maßstab war das sinnvoll).

      Ich kann mich nie an Widerworte gegen ihn erinnern, nicht einmal hinter verschlossenen Türen, von niemanden. Wir hatten jemand bei uns in der Klasse, der schon in der ersten Woche einen Klassenkameraden ins Krankenhaus geprügelt hatte – mit dem traute sich keiner zu reden, Eigenbrötler der er war, aggresiv und verschlossen. Nur unser Lehrer hatte einen Zugriff auf ihn, und wenn er nicht – er war grottenschlecht in der Schule- vom Gymnasium abgegangen wäre, hätte man sogar vernünftig zusammenleben können. Selbst über den werten Herr Direktor wurde etwas lustig, manchmal auch hämisch gemunkelt, dass er sich unserem Lehrer aufgrund seiner natürlichen Autorität, die nicht auf Gewalt, sondern auf von ihm vertretenen Prinzipien und Werten, die man vielleicht mit nur mit altmodischen Begriffen wie “Tugendhaftigkeit“ beschreiben kann, beruhten, nicht entgegenzusetzen wagte.

      Ach ja, deswegen heißt das übrigens nicht, dass man keinen Humor besitzen kann. Als mein bester Grundschulfreund bei unserem Schullandheimaufenthalt mit ihm Bumerangwürfe übte, war er einmal gar nicht so schlecht: Er erwischte mit dem Bumerang unseren Lehrer, der aber nur lapidar entgegnete, dass es sinnvoller sei, Kaninchen statt Sportlehrer zu jagen.

      “Nur habe ich das Gefühl, dass gerade die Lehrer heutzutage Weicheier geworden sind und mit den immer größer werdenden Klassen überfordert sind.“ Lehrer haben vor allem pädagogisch keine Ahnung- eine Tatsache, die durch die Verschlimmbesserung der “pädagogischen“ Aspekte in ihrer Ausbildung nur noch weiter betont wird.

      “Und manchmal ist die gute alte Schule mit ihren altbewährten Methoden, siehe meine Erfahrung[en] in meiner Kindheit, einfach die weitreichend tragender Methoden.“

      “altbewährte Methoden“ ist oft ein Begriff, der das unausrottbare Übel der Gesellschaft zur allgemeinen Notwendigkeit erhebt, um es für immer als solches zu halten. Die Hälfte meiner Familie kommt aus dem rückständigen Süden Italiens, wo ich mit Unverständnis rechnen muss, dass ich mich nicht beschwere, wenn meine Cousine (natürlich, sie ist eine Frau!) auversehen als meinem kleinen Bruder vor mir den Teller reicht; wo mir das als Gestus der Großzügigkeit ausgelegt wird. Natürlich hat man da auch zu körperlichen Züchtigung ein ganz anderes Verhältnis- was sich unter anderem in den Sprichwörten niederschlägt, die letzten Endes immer irgendwas mit Eseln oder Fußtritten zu tun haben.

      Das Problem ist nicht die fehlende Strenge in der Erziehung – das Problem ist die fehlende Erziehung! Ein Kind ist kein iPhone, das man nach zwei Jahren, wenn nichts mehr funktioniert, weil man es völlig unachtsam behandelt hat, durch ein neues ersetzen kann. Wir leben hier in einer Wegwerfgesellschaft, viele werfen aber auch die Jugend ihrer Kinder weg.
      Im Süden Europas sieht man das ganz konkret, bei uns hier äußert sich das anders. Aber hey, der PP regiert in Spanien mit Minderheitenregierung!
      Pardon, das weicht vom Thema ab. Verzogenheit hat nicht unbedingt damit zu tun, wie streng die Kinder erzogen werden (wenngleich das wohl schon korreliert) und die Folgewirkungen strenger Erziehung sind auch beträchtlich. Die Verzogenheit kommt wohl eher daher, dass sie nie erzogen wurden- da wurden sie verzogen.

      “Heutzutage werden Kinder jeglichen alters mit Samthandschuhen wie Weicheier und Milchbubis erzogen. Ein großer Fehler unserer heutigen Gesellschaft.“ Werden Kinder in unserer heutigen Gesellschaft erzogen oder mit dem Smartphone und Ritalin sediert?

      Was hätte man also machen sollen? Schwierige Frage, kann ich auch nicht wirklich beantworten. Mein Vorschlag wäre gewesen, da mal ein Wörtchen mit den Leuten vom Hort zu reden und die Person zu irgendeiner Strafarbeit zu verdonnern. Dagegen können auch die Eltern nichts sagen- sowas ist ja zulässig- und dann ist erst mal Ruhe. Das setzt aber natürlich voraus, dass die pädagogisch was drauf haben. Tja, da bräuchte man wohl wieder unseren Lehrer…

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      1. Sind wir nicht irgendwann alle selbst Lehrer unserer Vergangenheit und unserer Taten geworden? Ganz egal ob wir als Kinder vergangener Tage mit hartnäckiger Gewalt oder wie in unserer heutigen Gesellschaft mit dem Smartphone und Ritalin sedierte Kinder aufwachsen?!
        Spiegelt nicht jede Form der Erziehung die aktuelle Zeit wieder? Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wir wissen nicht wie sich der sogenannte “menschliche Fortschritt“ zu einem Rückschritt unseres eigenen Seins bewegen wird. Aber er wird es tun. Da bin ich mir sicher. Die Anzeichen durch vermeintliche ADHS-Kinder die ruhig gestellt werden, weil niemand mehr über den Tellerrand schaut, wächst stätig.

        Ich lehne mich nur noch zurück und beobachte mit einer wohlwollenden Genugtuung, wie sich der Mensch selbst in seiner grundlegenden Erziehung zu einem rückständigen Individuum entwickelten wird. Und das wird er. Da bin ich mir so sicher, wie das Amen in der Kirche.

        Hochachtungsvoll ihre Prinzessin!

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      2. …und hat sich gerade selbständig vom Acker gemacht… Nochmal:
        Die „natürliche Autorität“ ist der Schlüssel zu einem Umgang mit „Problem“-kindern. Und da bin ich Dämchen ziemlich im Nachteil. Ich frage mich, ob der zweite Schuh wohl auch bei meinem 1.90m großen Nachbarn geflogen wäre.
        Ihr Lehrer hat seinen Beruf wohl als Berufung ausgeübt und dies sollte ein Kriterium im Studium sein. Aber davon sind wir noch weit entfernt und vermutlich ist es auch nicht gewollt, denn Staatsdiener (was Lehrer nun einmal sind, auch wenn sie nicht mehr so häufig verbeamtet werden), die sich wach und kritisch mit Schülern auseinandersetzen, tun dies auch mit Lehrinhalten und -methoden und stellen womöglich unliebsame Fragen. Was häufig zur Folge hat, dass diese dann von der Lehrerherde gemobbt und verstoßen werden.

        Die Strafen im Hort (Auszeit, kurzzeitig gab es Schreibmaßnahmen) sitzen die Delinquenten auf einer A*backe ab und es interessiert sie wenig, wenn mit ihnen über ihr Fehlverhalten gesprochen wird.

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      3. Hmm. Größe und Autorität sind zwei voneinander völlig verschieden Dinge.

        Ich hatte mal eine Grundschullehrerin (auch Direktorin) und später eine Biolehrerin, die jetzt beide eher klein waren, aber sich doch unter den Schülern sehr gut durchsetzen konnten. Dem diametral gegenüber stand unser damaliger Physiklehrer. Ein hünenhafter Physik-Stipendiat aus Kanada, der die Durchsetzungsfähigkeit einer Couchkartoffel gegenüber dem amtierenden Kickboxweltmeister haben dürfte. Wir haben unsere Biolehrerin sogar mal auf diesen Lehrer angesprochen. Sie antwortete sinngemäß: “Ach, meint ihr diesen freundlichen jungen Kollegen, der wie ein Mäuschen in gebückter Körperhaltun immer im Gang an allen vorbeihuscht?“ Genau den meinten wir. Der Unterricht war trotzdem super- was wahrscheinlich damit zusammenhing, das die ganze Klasse ihn abgöttisch geliebt hat (sonst wäre das wohl kaum denkbar gewesen) und er ein lustiger, aber auch wirklich guter Lehrer war.

        Ich bin mir nicht so sicher, ob das nur systembedingt ist. Ich kenne durchaus viele Leute, die irgendwas studieren, und wenn es ihnen schwierig erscheint, anmerken: “Dann werde ich halt Lehrer!“ Für mich klingt das nicht nach eine Möglichkeit, sondern einer Drohung.

        Über Fehlverhalten sprechen kann sinnvoll sein, aber es kommt auf die Art und Weise an. Wenn es letzten Ende darauf hinaufläuft, dass das Verhalten eigentlich unvermeidbar oder gar gerechtfertigt war, ist wohl irgendwas schiefgelaufen.

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  3. Ich bin gegen Gewalt, wurde als Kind nie geschlagen und habe meine bis dato nicht geschlagen „trotzdem“ wissen wir was Respekt bedeutet. Deshalb wäre d) für mich schon mal nichts und hätte außerdem sicherlich die Folgen die „Prinzessin“ schon erwähnt hat. Der erste Gedanke war auch, Schuhe behalten, aber auch da muß ich „Prinzessin“ zustimmen. Deshalb würde ich die Schuhe bei der Leiterin abgeben mit der Bitte, den Eltern Bescheid zu geben, dass sie eventuell von meinem Rechtsanwalt hören (was natürlich nie passieren wird), aber ich hoffe das gibt den Eltern vielleicht ein bißchen was zum über die Erziehung nachzudenken.

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    1. Die Leiter dieses Establishments sind leider ausgebildete Streitschlichter mit Zerredungsbonus und ich hatte in dem beschriebenen Moment leider nicht die Zeit, mich mit „Du musst dich auch mal in die Lage deines Gegenübers versetzen, wie fühlt sich das an, so einen Schuh abzubekommen“ auseinanderzusetzen.
      Aber die Drohung mit dem Rechtsanwalt ist eine weitere Möglichkeit! Vielleicht kommt man ja über die Eltern an die Blondies heran …

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