Holprig – ein Berglauf

Schulabschluss, Studienabschluss, erster Job, Heirat, Geburt des ersten Kindes und … Nein, weiter will ich heute gar nicht denken.

Im Leben gibt es immer wieder große Zäsuren. Sie müssen auch nicht unbedingt so groß und bedeutend ausfallen, wie die obigen Beispiele. Früher waren es eher Schularbeiten, Ferien und die Party des Jahres, welche die Zeit in ein Davor und Bis-dahin sowie ein Endlich-vorüber (juhu!) oder ein Who-cares-was-danach-kommt (wenn auf der Party alles nach Plan läuft, komme ich voll cool rüber und meinem Schwarm einen großen Schritt näher)

Wie Berge türmen sich manche Ereignisse vor uns auf. Sie sind Prüfungen, Weichen, Weggabelungen. Sie verstellen den Blick auf alles, was dahinter liegt. Aber die Vorboten dessen, was jenseits liegt, sind unweigerlich da.

berge-wolken

Selbst dann, wenn wir die Augen davor verschließen wollten.

berg-negativ

Irgendwann stehen wir unmittelbar vor dem Berg. Dann gilt es ihn zu erklimmen oder zu umgehen. Alle Augen sind auf diesen Moment gerichtet, alle Gedanken kreisen um ihn, alle Sorgen enden hier. Die gesamte Energie wird in diesen Kraftakt gelegt.

Ist es erst geschafft, dann sind wir froh, erleichtert, stolz oder einfach nur müde, möglicherweise sogar enttäuscht. Aber es ist vorbei. Wir stehen vor dem, was so lange jenseits war und so fern erschien, dass es uns jetzt in seiner Unmittelbarkeit überwältigt.

Was nun?

Verschnaufen. Dann geht es wieder weiter.

Ein neuer Morgen kommt,

berg-sonnenaufgang

ein neuer Abend folgt.

berg-sonnenuntergang

Und viele, viele Berge. Mit ihnen, das was jenseits liegt – unbekannt, unbedacht, noch unentdeckt.

Aber auch nur für uns.

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7 Gedanken zu “Holprig – ein Berglauf

  1. Mir ging gerade an der Bergmetapher etwas auf: Wir sehen nur noch den Weg und erklimmen oder umgehen ihn. Aber der Berg beherrscht uns. Ich gebe zu, ich bin auch ein sehr krasser Vertreter dieser Sorte – ich erklimme meist, indem ich mehrfach Anlauf nehme und abrutsche … Aber dass rechts und links der Enzian blühen, das vergisst man umso schneller, je höher der Berg ist.

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  2. Immer auf die Spitze des Berges schauen kann einschüchtern, im Leben wie im Gebirge. Manchmal ist es einfach leichter nicht zu weit vorauszuschauen, ich finde auch, das kleine Etappen meist die richtige Strategie sind. Der nächste Abzweig, die nächste Klausur, dieser kurze Anstieg, jener Termin, eine Pause mit Aussicht, der Projektabschluss. Bis die nächste Etappe der Gipfel ist. Und im Leben wie am Berg ist das Verweilen dort – kurz. Ein neues Ziel muss her.

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