Jenseits von Beitragsideen

Das Thema der letzten Woche lautete „Shit happens“. Voller Motivation öffnete ich einen neuen Beitragsentwurf und starrte minutenlang auf den vor weißem Hintergrund rhythmisch blinkenden Cursor, der sich keinen einzigen Pixel voran bewegte. Die Zahl der Ideen in meinem Kopf, entsprach in etwa dem Anteil an Zeichen im neuen Entwurf und bewegte sich konstant bei Null. Shit happens. Nein, das wäre zu einfach gewesen. Irgendetwas musste es geben, worüber sich ein Beitrag verfassen ließ. Einen Text über einschlägige Werke des Cartoonisten Ralph Ruthe vielleicht? Nein, damit hätte ich mich jenseits der garantierten Werbefreiheit bewegt. Das Wochenthema ins Deutsche zu übersetzen und wörtlich zu nehmen, wäre eine weitere Option gewesen, mit der ich jedoch jenseits des guten Geschmacks gelandet wäre. Wie es ausging, wisst ihr ja. Ohne einen Beitrag zum Thema der Woche. Shit happens. Na immerhin dies entsprach der Vorgabe.

Jetzt kann es nur noch besser werden, könnte man meinen. Jenseits von Shit happens müssen die Ideen doch förmlich aus mir heraussprudeln. Nun, es gibt Ideen. Begleitet von der Frage, ob sie es denn wert sind, einen Platz im Blog zu erhalten, oder ob ich sie nicht lieber jenseits des Internets verwahre oder gar direkt ins Jenseits befördere. Aber das geht ja nicht, schließlich behandeln wir hier die Präposition und nicht das Substantiv. Daher kann ich auch nicht über den schönen, neuseeländischen Horrorfilm mit dem Titel „Die Brücke ins Jenseits“ schreiben. Wenn, dann nur über „Jenseits von Afrika“, aber das geht mir dann doch zu weit. Meine Hoffnung, in der Musik etwas schreibenswertes zu finden, endete ebenfalls sehr schnell im Jenseits. Schlimmstenfalls führt die Spur zu Heino. Im noch schlimmeren Fall gar zu Nino de Angelo. Da befindet man sich definitiv jenseits von Gut und Böse, wobei das eigentlich gar nicht möglich ist. Es gibt doch nur Gut oder Böse. Schwarz oder weiß. Shit oder happens. Aber nichts dazwischen, nichts neutrales. Nichts, jenseits der sorgfältig eingerichteten Schubladen.

Zurück zur Musik. Es gibt da nämlich ein Festival in Friedland (Niederlausitz) mit dem Namen „Jenseits von Millionen„. Zwar treffen die teilnehmenden Künstler nicht exakt meinen Musikgeschmack, aber sie unterstützen mit dem Verzicht auf einen großen Teil ihrer Gagen einen gemeinnützigen Zweck. Sozusagen ist es ein Festival jenseits des üblichen Kommerzwahnsinns. Nun mag sich der eine oder die andere vielleicht fragen, wieso es ein Projekt in Afrika sein muss, welches unterstützt wird, obwohl sich doch selbst viele einheimische Schüler jenseits ihrer Möglichkeiten bewegen. Naja, ich denke, jenseits der heimischen Schulen besteht wenigstens noch die Chance, dass sich wirklich etwas bessert. Ok, das war jetzt gemein. Aber ernsthaft, es scheint sich um ein Projekt zu handeln, bei dem die Nachhaltigkeit im Vordergrund steht und das in einem Land, in dem es vielen sicherlich deutlich schlechter ergeht, als es hier der Fall ist.

Und damit haben wir das diesseitige Ende des Beitrags erreicht.

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