Halleluja in Futur II

Der Wagen gibt ein sehr deutlich vernehmbares Krachen von sich, da sind sie gerade auf Wolke 4 angekommen. „Heinrich, sieh mal nach, was da los ist!“ ‚Halleluja‘, denkt Heinrich, ‚Achsbruch: das sieht nicht gut aus.‘ „Für die Geschenke müssen wir uns diesmal was anderes ausdenken“, ruft er zum Kutschbock hinauf. „Und zwar schnell, sonst schaffen wir es nicht mehr.“ „Keine Panik“, tönt Ruprecht herunter, „für sowas hab ich letztes Jahr im nachhinein ne App gefunden, wir müssen es nur irgendwie bis ganz runter schaffen. Schau mal: Uber.“ „Naaiiiin, nimm die nicht, dann schicken dir die deutschen Behörden tonnenweise Briefe nach Himmelpfort bis nach nächste Weihnachten noch. Da kannst du die Wunschlisten nicht von den Vorladungen unterscheiden und wirst verrückt, das können wir uns nicht leisten! Es muss was anderes geben.“

Heinrich macht sich an dem Schlitten zu schaffen. Hmmm, für die Achse könnte er doch notdürftig einen Splint aus Sternenstaub verdichten, das müsste gehen. Nur mit dem Runterkommen wärs dann schwerer. Dazu würde das Gewicht der Geschenke nicht ausreichen. „Ruprecht, kannst dich schwerer machen?“ „Ich hab mir doch schon alles auf die Rippen gefuttert was geht und Pause gibt’s erst am 26. wieder .“ Oder war’s der 27. hinter der Datumsgrenze? „Wir brauchen aber was Schweres.“ „Wart, ich ruf’s Christkindl an, vielleicht kann sie ihre Diät ja mal aussetzen.“ „Ach, es reicht, wenn sie sich ein bißchen mehr Zement ins Gesicht klatscht, dann kommen wir runter.“

„Christkindl, Schatzi, kannst dir ein bisschen mehr Zement in deine hübsche Visage tun als sonst?“ „Bitte waaaas?“ „Wir brauchen Gewicht, sonst schaffen wir’s nicht von Wolke 4 auf Bodenniveau.“ „Die Frage alleine ist niveaulos, das geht ins Bodenlose!“ „Schatz, bitte.“ Christkindl ist reichlich düpiert, erkennt aber die Not, in der sich ihre Kumpanen befinden und die am Ende ja auch die ihre sein wird. „Ich könnte mein Kleid mit gepresstem Kohlenstoff beschweren“, ruft sie ins Telefon. „Ja, das geht sicher auch“, erwidert Ruprecht unsicher.’Diamonds are the girls best friends‘ summt sie vor sich hin: „Ich nehme dann deine Kreditkarte“, lächelt sie leise.

Glitzernd und funkelnd schwebt sie hinab zum Schlitten, dass es Heinrich und Ruprecht den Atem raubt. Nach einigen Übersprungshandlungen und mit roten Wangen und Nasen geht die Fahrt hinab in halsbrecherischem Tempo.

Und wenn Christkind die Lieferungen nicht genau überwacht haben würde, würde es diesmal sicher einige echte Überraschungen gegeben haben. So aber wird alles gut gegangen sein und Ruprecht und Heinrich werden am Ende des 25. irgendwo in Polynesien mit leuchtenden Augen dem Christkind (und sich selbst) ordentlich Glühwein eingeschenkt haben. Und Christkind wird sich gedacht haben ‚I’ll do my very best.‘

Liebe Grüße 

Wiebke von alltagslustig

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3 Gedanken zu “Halleluja in Futur II

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