Endlose Spaziergänge

Ist das der Anfang vom Ende, wenn mir zu einem wunderbar offenen Thema am Mitmachblog nichts einfällt? Ich hoffe einmal es ist nur der Vorweihnachtsstress in der angeblich stillsten Zeit des Jahres.

Alles und Nichts

Stille herrscht sicherlich auch im Nichts, sonst wäre es ja nicht ein solches. Als Kind habe ich mir lange Zeit Gedanken darüber gemacht, wie das mit dem Anfang und dem Ende der Welt wohl war und irgendwann, hoffentlich lange nach mir, sein wird.

Wenn es einen Anfang gab, dann musste davor auch etwas gewesen sein. Das Nichts? Das Nichts war also etwas. Ich hätte gerne gewusst, wie es aussieht im Nichts, wie es sich anfühlt, wie man es denkt. Durch Nichtdenken? Schwierig. Durch das Wegdenken aller Dinge? Auch nicht leichter. Angestrengt versuchte ich mir das Nichts vorzustellen. Am Ende war ich jedenfalls nicht klüger als am Anfang.

Anfang und Ende, da müsste doch wohl alles dazwischen liegen:

Nicht – Anfang – Alles – Ende – Nichts

Alles ist umgeben von nichts und nichts umschließt alles. Aber was liegt zwischen Nichts und Allem? Anfang und Ende wie Striche oder (Zeit)Punkte?

Etwas und vieles dazwischen

Was ist mit dem sogenannten Neuanfang? Das Neu- erscheint beinahe redundant, weil anfangs doch alles neu ist, wenn schon nicht global, dann wenigstens lokal betrachtet, außer natürlich es ist second-hand. Vor einem Neuanfang liegt das Ende von etwas anderem. Kein richtiges Ende, kein finales, nur so ein Pseudo-Ende, ein Möchtegern-Ende, ein vorübergehendes. Es verdankt sein Sein offenbar dem falschen Blickwinkel, einem Irrtum, der ein großes Finale oder auch ein leises Ende, jedenfalls ein endgültiges vortäuscht. „Ha! Reingefallen!“ ruft das Pseudo-Ende und schubst den Neuanfang auf die Bühne.

Im Theater passiert es schon hin und wieder, vor allem bei sehr modernen Inszenierungen oder noch unbekannten Stücken, dass ein Zuschauer denkt, die Aufführung sei zu Ende und (erleichtert) in den Applaus verfällt  – und dann geht es plötzlich weiter! „Ups!“ Da fehlte also noch etwas, um das Ganze abzurunden.

Revidieren wir die Darstellung von oben:

Nichts – Anfang – Etwas – Ende – Neuanfang – Noch etwas – noch ein Ende – …

Ohne Anfang und Ende

Was, wenn es gar keinen Anfang gibt? Fehlt dann zwangsläufig auch das Ende?

Ein Kreis hat weder Anfang noch Ende. Nur in seiner Entstehung (von Hand) gibt es einen Anfangs- und einen Endpunkt, aber kaum, dass er fertig ist, ist er auch schon unendlich. Ein geniales Ding, so ein Kreis. Würde man darauf spazieren gehen, könnte man immer weiter laufen und weiter und weiter:

Immer da – immer noch da – immer das gleiche – ein ewiger Kreislauf

Oder nehmen wir einen Zahlenstrahl:

Ein Kind spielt am Weihnachtstag im Garten. Es entdeckt sogleich einen Maulwurfshügel (da mangels Schnee wegen der Erderwärmung oder dem El NIÑO die Wiese grün statt weiß ist) und buddelt ein bisschen darin herum.  Plumps! Da fällt es hinein und findet sich im mathematischen Raum genau auf der Zahl 4 wieder.  „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür“ murmelt das Kind entzückt und hüpft fröhlich von der 4 auf die 2. „Ochs und Esel“ denkt das Kind während es hinüberspringt auf die 1. „Ein Stern über dem Stall!“ ruft es und schon landet es auf der 1/2. „Hm…“ Das Kind sieht sich seinen neuen Platz an und meint erstaunt: „Ein halbe Portion, so ein kleines Kind in der Krippe„. Es geht weiter auf das Viertel (1/4). Das Kind grübelt, bis es endlich ausruft: „Ein Viertel der vier heiligen Könige blieb zu Hause!“ Das Kind hüpft und hüpft und kommt der 0 doch nie näher. Immer tun sich weitere Stationen vor ihm auf bis zur Stunde Null, der Geburtsstunde.

Wird das Kind jemals an seinem Ziel ankommen, machen sich seine Eltern schon Sorgen und was hat der Maulwurf mit der ganzen Sache zu tun? (nein, es nicht die Mathematik mole-kularer Modellierung)

Das war ein möglicher Anfang, es steht jedem offen, das Ende selbst zu (er)finden.

In diesem Sinne: Schöne Feiertage!

🙂

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5 Gedanken zu “Endlose Spaziergänge

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