Wie war das nur früher möglich?

Ich erinnere mich noch gut an früher. An die Zeiten, in denen wir uns als Kinder in jeder freien Minute draußen rum getrieben haben. Egal bei welchem Wetter. Bei Regen? Na und, Gummistiefel an und ab durch alle Pfützen, die man finden konnte. Bei Schnee? Jetzt sowieso, Schneeballschlacht wir kommen! Bei schönem Wetter war man eh unterwegs, mit Fahrrad, mit Inline-Skates, mit dem alten Skateboard der Schwester, dass dank seiner Plastikrollen genauso einen Krach machen konnte, wie die eigenen Skates.

Der Ablauf war immer der Gleiche, es klingelt, meist kurz nach dem Frühstück und es wurde gefragt: „kann …. rauskommen?“ „Ja, aber nur bis zum Mittag“ und es ging los.

Keine Aufsicht, keine besorgten Blicke, wenn man mal auf die Nase fiel. Alles halb so wild. Wenn wir zwischendurch Hunger hatten, wurden irgendwo Äpfel oder Birnen vom Baum gepflückt und verspeist. Oder auch gerne mal Möhren aus dem Boden gezogen und „sauber“ gemacht, indem sie an der Hose abgewischt worden sind. Es hat zwar geknirscht zwischen den Zähnen, aber es war lecker!

Heutzutage kann ich mir das bei vielen Mamas gar nicht mehr vorstellen. Alle wirken so besorgt. So über-fürsorglich. So beschützend. Ja natürlich sollte man auf seine Kinder achten. Nachvollziehbar und wichtig. Aber zu viel?  Ist das noch gesund? Natürlich ist das Gegenteil davon genauso schädlich.
Aber man darf nicht vergessen, dass es auch heutzutage aufgrund gestiegener Unfallzahlen gar nicht so leicht sein wird, sein Kind vor die Tür zu lassen. Mit einem guten Gefühl. Ich finde es einfach nur schade, dass diese Möglichkeit so groß zu werden, den Kindern aufgrund unserem Gesellschaftswandel genommen wird.
Aber selbst wenn man die Kinder vor die Tür lassen würde, wer geht denn noch freiwillig. In Zeiten von Fernsehen bis zum Umfallen, Wii, Playstation, XBox und wie die Wunderwerke der Technik nicht alle heißen. Nicht zu vergessen das wunderbare Smartphone. Eine der Geiseln der Gesellschaft. Ich nehme mich da selbst nicht aus. Ich hänge auch viel zu oft an dem wunderbaren Smartphone.

Ich habe mir im Sinne des Fokussierung auf wichtige Dinge vorgenommen, nicht mehr durchgängig erreichbar zu sein bzw. nicht mehr ständig am Handy zu hocken. Die Arbeit ist dafür schon ganz gut. Ich lasse dort nämlich mein Handy in der Tasche und versuche nur einmal (meistens in der Mittagspause) drauf zu schauen um zu sehen, ob eine wichtige Email ankam. Ich werde sehen, was mir dieser „Vorsatz“ so bringt und in wieweit ich ihn einhalten kann und werde 😉

bis dahin,
auf zu neuen Abenteuern.

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40 Gedanken zu “Wie war das nur früher möglich?

  1. Ich bin heute sehr froh, dass ich das auch so erlebt habe als Kind.. Rollschuhlaufen so weit die Rollen tragen.. bis zum nächsten Bäcker und zurück.. das verbotene Brötchen mit Knirschknackschokokuss..nicht erreichbar.. wenn ich nach Hause kommen sollte hat meine Mutter einfach laut meinen Namen aus dem Fenster gebrüllt.. und manches gar nicht mitbekommen.. heute undenkbar…heute würde man die Feuerwehr rufen, wenn ein Kind nicht mehr vom Garagendach klettern kann.. damals hat meine Freundin einfach ihren Bruder geholt.. 🙂
    seufz
    S.

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      1. Natürlich fehlt den Kindern etwas. Bewegung-Gemeinschaft-Lernen in der Gruppe-Abenteuer- Freiheit draußen und so weiter. Ich denke, viele Kinder reagieren mit ADHS und sonstigen Verhaltensauffälligkeiten.
        Schnüre vom Bäcker aus Fruchtgummi?

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  2. Schöner Text. Ich bin auch froh, dass es in meiner Kindheit einfach noch nicht so viel technischen Schnickschnack gab. Deswegen ist das so schwer mit dem Vergleichen. Wir hatten ja die Möglichkeiten gar nicht, ständig am Handy zu kleben, so wie ich es heute mache und 3 Fernsehsender waren jetzt auch nicht so die Erfüllung.
    Aber als wir den ersten Gameboy hatten, haben 5 Personen darum gekämpft, wer jetzt Tetris spielen darf. Und ich hatte nie eine Rakete!! 😀

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    1. Tetris 💜 ich gehöre zu der Generation, wo das alles Stück für Stück aufkam, aber Mama hat das dosiert ermöglicht. Daher war ich trotzdem viel draußen. Bei Schlechtwetter später hab ich au immer gelesen. Das war immer so super ^.^

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      1. Ja tagsüber. 😀 damit ich rausgehe und so 😀 manchmal hatte ich Wochen, da bin ich nur zum essen erschienen. Da wurde dann mal nen Machtwort gesprochen damit ich mich bewege 😂

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      2. Sollte man nicht heute tagsüber Smartphoneverbot, Fernsehverbot, Computerverbot für Kinder und Jugendliche unter 15 einführen, damit sie wieder miteinander etwas anfangen können? Oh je, meine Söhne würden mich ins Altersheim schicken, wenn sie dies lesen würden. Ich habe nichts geschrieben….nur gedacht!

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  3. Man könnte es auch liebevolle Vernachlässigung nennen. Weil Mama sich auch noch um den Rest der Brut und den Haushalt kümmern musste. Mit drei Kindern ist eben mehr Wäsche als mit einem Kind.
    Davon ab – damals gab es „Draußen spielen, Bauklötze oder Bücher“ … Draußen spielen ist als Option oft genug verschwunden, drinnen haben sich die Möglichkeiten seit Tetris dafür vermannigfaltigt. Da wäre ich auch besorgt.

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  4. Ich habe es auch so erlebt, aber ehrlich, manchmal regt mich auch das „früher war alles besser“ auf. Früher konnte man auf der Strasse spielen, weil alle halbe Stunde mal ein Auto kam- das hat sich geändert. Die Mütter machten sich weniger sorgen- weil die Omas mit ihren Stühlen auf der Strasse hockten und ein Auge, auch auf die Nachbarskinder, hatten. Der Schulfreund wohnte um die Ecke- weil die Schule im Dorf war, heute müssen die Kinder in die nächste Stadt fahren und dort werden die Dorfkinder aus „pädagogischen Gründen“ auf mehrere Klassen verteilt d.h. der beste Freund wohnt nicht mehr um die Ecke sondern in einem anderen Dorf. Die Zeit verändert sich und unsere Eltern dachten auch „früher war alles besser“.

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    1. Ich bin rückblickend sehr froh, dass meine Kindheit so war, wie sie war und bemitleide natürlich innerlich heutige Kinder um das, was ihnen „fehlt“. Und die heutigen Kinder werden in 25 Jahren vermutlich genau dieselben Sätze … hmm schreiben? Was auch immer dann die angesagteste Kommunikationsform sein wird.

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  5. Es ist die Angst, die einen da so vorsichtig werden lässt. Ich glaube, früher war man einfach nicht so informiert, was überall so passiert. Da hat man nicht von jedem Kind erfahren, das verschwunden ist. Heute sind die Nachrichten auf sämtlichen Kanälen voll von solchen Nachrichten. Da ist es verständlich, dass man sich heute mehr Gedanken macht. Was eigentlich schade ist, weil man die Kinder ja doch in der Entwicklung einschränkt.
    LG, Tina

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  6. ja, der Text erinnert mich auch an die schönen, freien, unbeschwerten Zeiten meiner Kindheit. Und ich bin so froh, das ich dies erleben konnte.
    Buden bauen – kennst das auch noch wer? Ich bin ja 72er Baujahr, da war der Heimweg in der dörflich anmutenden Stadtgrenze mit Büschen, Bäumen und Parkanlagen-Streifen „versehen“ und da konnten wir uns sooooo schön verstecken und andere durch das Geästel begucken 😀
    Es hieß bei uns immer „wenn es dunkel wird, kommst du nach Hause“. Da unser Aktionsradius im Normaltag-Spielfall eher räumlich begrenzt war, hieß das: Wenn es anfängt, dunkler zu werden, dann ab auf den Nachhausweg. Hat immer geklappt!

    Heute sind die Kinder auch in einem gewissen Maße freier. Vernetzter. Medial überversorgt.
    Das ist nicht immer gut.
    Es gibt Technik, die nahezu immer greifbar ist und einen beim „Lernen“ unterstützt. „Früher“ war nix mit „String X“, da musste durchgestrichen werden, mit einem einfachen linealgezogenen Strich. So konnte der Lehrer doch noch lesen, was wir eigentlich nicht „lesen lassen“ wollten 😀

    Es gäbe soooviel Austausch über unsere guten „alten“ Zeiten… das ist immer wieder hochinteressant!

    Danke sehr für die Anregung und deinen schönen Text!

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    1. Gerne 🙂
      Klar Buden bauen! Gott wie oft haben wir das gemacht! Bei Schlechtwetter gabs die KissenburgVariante im Schlafzimmer 🙂
      Und ja, heim gings wenn es dunkel wurde. Das war ein so wunderbarer relativer Begriff. Wobei im Sommer gabs immer Zeitansagen 😀

      Freut mich wirklich, dass es dich erfreut hat 🙂 schönes Wochenende 😊

      Gefällt 1 Person

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