Unter der Brücke?

Da stand er  wieder, der Mann, der sich als Statue verkleidet. Sich eine Weile nicht bewegt. Dann ein „Hallo Madam“. Ein Straßendarsteller, der durch Spenden sein Taschengeld verbessert.

Läuft man weiter, sieht man an beinahe jeder Ecke einen Bettler. Menschen die auf der Straße leben. Darauf Hoffen, dass die Leute, die in der Fußgängerzone herum laufen ein paar kleine Münzen für sie übrig haben.

Einige von ihnen scheinen tatsächlich auf der Straße zu leben. Gerade jetzt im Winter, stelle ich es mir bei -20 Grad sehr heftig vor. Frage mich, wie diese es aushalten. Kein muksen kein murren. Beschweren sie sich nicht. Nehmen es einfach so hin.

Beklage ich mich regelmäßig, wenn ich nach der Arbeit in mein Auto steige und ich mir einen abfriere.

An einer anderen Ecke sieht man wiederum einen auf Krücken herumlaufenden, Bettler. Aufdringlich. Die Passanten wüst beschimpfend, wenn diese keine Münzen für ihn übrig haben. Mag ich diese aufdringlichen nicht. Zumal ich hier immer wieder an den Beitrag bei Galileo denken muss. An den Beitrag, in dem sie aufgedeckt hatten, dass in einer größeren Stadt von einer Bande Leute auf die Straße geschickt wurden. Diese Leute trugen Schuhe, die sie verkrüppelt laufen liesen. Spielten sie ihre Behinderung. An der nächsten Ecke liefen sie wieder normal.

Macht mich dieser Gedanke immer wieder wütend. Denke ich nur daran, dass dieser, der dort so aufdringlich durch die Straße lief, wohmöglich auch von einer dieser Banden entstammt. Seine Behinderung nur vorspielt, und hinter der nächsten Ecke plötzlich (auf wundersame Weise) wieder genesen ist.

Manchmal nicht zu glauben, was einem auf der Straße alles begegnet. Ob davon alles der Realität entspricht, nicht immer klar zu unterscheiden. Manchmal jedoch schon. Die meisten derjenigen, die auf der Straße leben und sich ein paar Münzen erhoffen, es ehrlich meinen, sind meist nicht aufdringlich. Sitzen an einer Ecke und warten. Harren aus. Warten im wahrsten Sinne auf bessere Zeiten. Und vielleicht auch ein wenig auf schöneres Wetter. Der ein oder andere vielleicht mit einer Flasche in der Hand, um sich bei dem kalten Wetter ein wenig von innen zu wärmen.

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