Neujahr im Winterwunderland

Der Jahreswechsel von 2014 zu 2015 stand an, und schon da war klar, dass 2015 ein Jahr der Veränderung in meinem Leben werden würde. Wie und wo es also denkwürdig einleiten? Wie fast jedes Jahr hatten wir im Laufe des Dezembers mehrmals festgestellt, dass wir uns langsam mal drum kümmern müssten, was wir an Silvester machen, weil man halt Silvester nunmal „was macht“. Je näher das Jahresende rückte, umso mehr Optionen waren weg und so richtig Lust hatten wir zu nichts. Also warum nicht mal was Verrücktes tun, nichts läge mir schließlich sonst ferner, und mal … Zelten gehen.

Zelten im Winter, so viel war klar, geht nur im Schnee. An irgendetwas möchte ich einen Unterschied zum Sommer erkennen. Sehr weit weg durfte der Schnee für die Aktion aber auch nicht liegen, weil wir erst am 31.12. anreisen würden. Hier hat der niederbergische Tiefländer dann im deutschen Regenwinter ein Problem, Rettung erfolgte aber aus dem Sauerland, wo es tatsächlich pünktlich schneite. Bald war ein Schneeschuhverleih aufgetan, und ortsfremd wie wir waren suchten wir uns aus der Ferne eine Wanderrunde aus. Schnell noch schauen, wo die Grenze des Naturschutzgebiets verläuft, übertreiben wollten wir es nicht mit den Regelverstößen, und ab Richtung Winterberg.

Im Gepäck: ein Zelt, ein Klappspaten, Wanderstöcke, zwei Isomatten pro Person, Schlafsäcke mit Extrafutter, drei Schichten Fleece-Kleidung, lange Unterwäsche und dick gefütterte Jacken, so viel Materialschlacht war selten seit Amundsens Südpolexpedition. Und als Krönung, schließlich war Silvester, der Spirituskocher und das Drei-Gänge-Menü mit zwei Thermoskannen voll Heißgetränk. Mit Schneeschuhen und schweren Rucksäcken ging es bergauf. Dass wir uns nicht auskannten und es nebelig war, erschwerte geringfügig die Orientierung, aber so kommt immerhin auch im Sauerland fern der Antarktis schwach das Gefühl von Abenteuer auf.

Ein Zeltplatz war oben bald gefunden und von Schnee befreit, das Zelt aufgebaut, Kartoffelsuppe, Tortellini und Tiramisu verspeist und bei kuscheligen 0ºC wurde es im Schlafsack auch bald gemütlich.

P1030426.JPG

Und am nächsten Morgen? Begann das neue Jahr strahlend und glänzend im Winterwunderland!

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14 Gedanken zu “Neujahr im Winterwunderland

  1. Das schöne Winterberg im Dauerlauf kenne sogar ich als Fränkin auch sehr gut von vielen wunderschönen Kurzurlauben über Silvester mit Freunden aus NRW. Aber dort im Winter zelten…. nie und nimmer!❄⛄
    Trotzdem sehr schön und interessant zu lesen!!!👍
    LG

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  2. Boah, toll! Das nenne ich einmal Neujahr richtig begehen 🙂
    Ich habe ja immer die Panik, dass ich beim Zelten achtbeinigen Monstern über den Weg, oder sie gar über mich hinweg laufen, aber bei 0 Grad sollte das ja nicht der Fall sein … oder kommen die dann erst recht ins Zelt, um sich aufzuwärmen?!?!

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    1. Die lieben Tierchen sollten im Winter kein Problem sein. Ich bin ihnen gegenüber im Wald aber auch toleranter, immerhin bin da ich bei der Spinne im Lebensraum nicht sie bei mir. Aber totzdem immer schön alle Zeltreißverschlüsse zu!

      Tatsächlich das einzige Mal, dass mir ein Krabbeltier übers Gesicht lief, und ich es mitbekam, war zuhause in meinem Bett! Ich war acht und tagsüber Maikäfer sammeln gewesen …

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