Der Winter und die Wunder

In einigen meiner Beiträge regnet es. Meist im Zusammenhang mit Wind und Temperaturen zwischen 3° und 10°C. Böse Zungen behaupten ja, es würde nur meinen inneren Zustand widerspiegeln. Kalte, einsame Dunkelheit. Sturmböen, die die Hoffnung hinfort wehen und Regen, der die Gedanken mit Zweifeln überspült. Aber dies ist natürlich Unfug. In mir ist es noch viel kälter und dunkler… also meine Vorstellung eines Winterwunterlands ist es.

Winterwunderland – das Thema dieser Woche, die (bevor es bei 3°C zu regnen begann 🙂 ), sogar durchaus winterlich startete. Wenn ich mir ein Winterwunderland vorstelle, denke ich aber ausnahmsweise mal nicht an Schweden, denn Schweden präsentierte sich, während meines dortigen Winteraufenthalts, lieber als Regenwunderland (ja ja, 3-5°C und Regen). In diesem Fall hilft es auch nicht, dass das Winterwunder einige Kilometer weiter nördlich gewartet hätte. Da bin ich nachtragend und wechsle direkt den Kontinent. Kanada. Alaska. Riesige verschneite Wälder, zugefrorene Seen, Eisstraßen. Temperaturen, die jeden durchschnittlichen Norddeutschen in Angst und Schrecken versetzen. Lang anhaltende Dunkelheit, Aurora borealis. Das klingt nach einem Winterwunderland. Nach genau dem Winterwunderland, das ich unbedingt mal besuchen möchte.

Die Bedeutung des Begriffes „Wunder“ verdeutlicht mir allerdings, dass ich mich bereits jetzt in einem Winterwunderland aufhalte. Zwar nicht in meinem Wunschwinterwunderland, aber das spielt keine Rolle. Wunder ist Wunder. Obwohl ein Winterwunderland, so wie ich es mir vorstelle, dann ja gar kein Wunderland ist, weil sich das Zustandekommen von viel Schnee, sehr niedrigen Temperaturen und der langen Dunkelheit erklären lässt. Im Gegensatz zu einem Wunder.

Man stelle sich einfach vor, dass in einer Nacht von einem Donnerstag auf einen Freitag ein schrecklicher Schneesturm über Schleswig-Holstein hinwegfegt, der eine beängstigende Schneedecke, mit einer unvorstellbaren Höhe von beinahe zwei Zentimetern, zurücklässt, die am Morgen den bevorstehenden Weltuntergang verkündet. Gepaart mit einer bitterkalten, antarktischen Luft, deren Temperatur bis auf unvorstellbare -1,5°C sinkt, bleiben keine Zweifel mehr daran, dass es sich um den Beginn einer Jahrtausende dauernden Eiszeit handelt. Dass dies auch noch vollkommen unerwartet mitten im Januar geschieht, stellt den Glauben an die Naturgesetze endgültig auf eine harte Probe. Die Menschen geraten in Panik, versuchen fluchtartig die Städte zu verlassen und blockieren dabei, unter Einsatz ihres Lebens, alle existierenden und, unter der monströsen Eisschicht, kaum noch sichtbaren Straßen. Das Schienennetz bricht zusammen, die Akkulaufzeit von Smartphones sinkt ob der eisigen Kälte auf wenige Minuten und lässt die Menschen, von der Außenwelt abgeschnitten, inmitten des ewigen Eises einsam zurück. Zu allem Überfluss geschieht dies, wen wundert’s, an einem Freitag, dem 13.

Ein wahres Winterwunderland. Ich bin mir nur noch nicht sicher, wodurch es zu einem Wunder wird. Ist der Winter das Wunder, oder wundern mich lediglich die Reaktionen der Menschen? Ersteres, glaube ich, lässt sich noch erklären.

Advertisements

2 Gedanken zu “Der Winter und die Wunder

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s