Planet Kleinstadt

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Das Leben in der Kleinstadt hat gelegentlich auch seinen Charme. Ich brauche gar nicht mein Teleskop aus dem Keller zu holen, wo es ganz gut steht und bleiben darf, um einen Blick auf das sonntägliche Kleinstadtgewimmel zu werfen. Denn es gab Zeiten, da lebte auch ich in einer kleinen Stadt. Und ich erinnere mich:

Die Dächer sitzen schützend auf den Häusern, und wenn man genau hinsieht, entdeckt man auch einen schwarzen Kater – oder sind es gar zwei? – auf dem First neben dem Schornstein. O schöne friedliche Welt!

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Die Nachbarn haben sich auf die Straße begeben, denn die liebe Sonne strahlt vom Himmel, als sei sie ein Spiegelei. Die Hunde begrüßen sich auf ihre Art.

Die junge Frau fühlt sich jung, und sympathisch findet sie sich auch, weil sie mit der komischen Alten ein Wörtchen wechselt. Wie geht’s denn immer? Schönes Wetter heut!

Ihr Sohn, den sie hinter sich her schleift, wäre freilich lieber auf einem anderen Planeten.

Die Alte freut sich, dass ihre mürben Beine sie noch tragen. Sie ist gern zu einem Schwatz mit der  jungen Mutter bereit, da kann sie doch ein wenig stehenbleiben und ausruhen. „Ach, es muss ja, aber die alten Beine wollen …,“ beginnt sie ihre Rede, aber da ist die Junge schon weitergegangen.

Der Alte schiebt sich und seine Gedankenwelt im Gefühl der Überlegenheit durch die belebte Straße. Ihm ist die Sonne egal, möge sie scheinen, möge sie nicht scheinen. Noch eine Runde, und er ist zurück bei seinem Kater, der allemal mehr Verstand hat als alle Weiber und Menschen.

O schöne friedliche Welt!img_2807-unten

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4 Gedanken zu “Planet Kleinstadt

  1. lach, wundervoll hast Du sie getroffen, liebe Gerda, Deine eigenen Legefiguren, die schon lebendig wirkten vor den kleinen, sich eng zusammendrängenden Häuschen, als Du sie noch nicht kommentiert hattest, aber dann sprachen sie plötzlich und ihre Gedanken wurden sichtbar durch Deine Worte
    Die Kleinstadt wie sie leibt und lebt, denke ich.
    Ich persönlich hab in einer solchen nie gelebt, bzw, als es mal so etwas wie eine Kleinstadt war, lebte ich am Rande und bekam das Leben um die Kirche herum nicht mit und auch nicht in den kleinen Sträßchen.

    Ich mag sie aber sehr und würde in einer kleinen alten Stadt von Herzen gerne leben, um mein Beobachtungen zu machen und immer mehr Zuschauer
    des Geschehens bleiben … und doch würde ich mich als zugehörig empfinden

    Liebe Grüße zum Abend von Bruni

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    1. Liebe Brni, ich habe tatsächlich lange in einer Kleinstadt gelebt, meine gesamte Kindheit und Jugend, und ich floh, sobald ich konnte …. Heute lebe ich, wenn ich nicht in der Mani bin, in einer kleinen Straße in einem Athener Vorort, das fühlt sich an wie eine Mischung von Dorf und große weite Welt und sagt mir zu. Liebe Grüße! Gerda

      Gefällt 1 Person

  2. ach, dann kann ich mein Dörfchen auch so ähnlich sehen,
    eine verrückte Mischung von Menschen und die Städte in der Nähe sind meine größere und leicht erreichbare Welt.
    Große weite Welt kann ich ja weder zu MA, noch zu HD sagen g

    Schmunzelgrüße von Bruni

    Gefällt 1 Person

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