Das einseitige Abkommen

Liebe LeserInnen,

die Sonne scheint.

Ich betrete vorsichtig den kleinen Balkon, der sich vor meinem Küchenfenster befindet.
Obgleich der Balkon nur knapp zwei Quadratmeter groß ist, lassen sich zwei Schwanzmeisen von meiner Anwesenheit nicht stören. Nach einem kurzen Moment der Irritation flattern sie aus einem nahe gelegenen Gebüsch wieder herbei und zuppeln weiter an den Futterbehältnissen herum, die ich zu diesem Zweck aufgehängt habe.

Ich blinzle in die Sonne. Es ist kalt.

Ein blechernes Rumpeln, gefolgt von einem lauten Klirren verscheucht meine gefiederten Freunde und reißt mich aus den Gedanken.

Mein Nachbar vom Planeten Dings hat seinen Balkon betreten. Er ist offenbar gegen die verzinkte Gießkanne gestoßen und diese fiel auf den Kasten mit den leeren Bierflaschen, der dort schon seit dem Herbst des vergangenen Jahres herumsteht.

„Hast du meinen Link gekriegt?“, fragt mein Nachbar, nachdem er mich entdeckt hat.

„Ich wünsche dir auch einen guten Tag.“, entgegne ich.

Mein Nachbar blinzelt in die Sonne.

„Welchen Link?“, frage ich.

„Na den Link, den ich dir geschickt hab, gestern Abend.“

„Ach der, der funktioniert nicht.“

„Wie? Funktioniert nicht? Was soll denn da -“

„Da steht nur: Ooops – es konnte leider nichts gefunden werden.“

„Und der Gravatar?“

„Ach das ist deiner? NuklearfigtherSunfire?“

„Ja.“

„Warum hast du da deine Seiten und Profile nicht verlinkt? Woher soll ich wissen, das du das bist?“

„Das geht?“

„Dafür ist der Gravatar da, denke ich.“

„Und wie gefällt dir mein Nickname?“

„Ein bisschen martialisch.“

„Am besten, ich lösche das alles und fange nochmal von vorn an.“

„Mach das.“

„Ich bin sowieso zu dem Schluss gekommen, dass es viel besser wäre, wenn du über mich schreibst.“

„Ich?“

„Naja zumindest für den Anfang.“

„Hat dir denn gefallen, was ich bisher schrieb?

„Du könntest mich freundlicher erscheinen lassen.“

„Du könntest freundlicher sein.“

„Also schreibst du mit mir?“

„Mal sehen.“

„Zunächst könnten wir uns das wöchentliche Thema beim MitMachBlog vornehmen.“

„Also ich weiß nicht. Mir ist bisher nur selten was Vernünftiges zu den Themen eingefallen.“

„Dafür hättest du ja jetzt mich. Also abgemacht?“

Wir blinzeln in die Sonne. Ich sinne nach Ausreden.

„Also abgemacht, wir reden am Sonntag Abend.“, sagt mein Nachbar vom Planeten Dings und wirft seine Balkontür hinter sich zu, ohne meine Antwort abzuwarten.

Mein Nachbar vom Planeten Dings und ich schreiben gemeinsam beim MitMachBlog.

Das kann ja heiter werden.

Unschlüssige Grüße vom Balkon

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16 Gedanken zu “Das einseitige Abkommen

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