Sigla verbündet sich mit Caro (Teil 6)

„Wo warst du heute?“

Hallo? Gestern hat mich Sigla selbst im Stich gelassen und ich musste nach ihm suchen und heute kontrolliert er mich? Geht gar nicht!

„Guten Abend, Sigla. Ich war unterwegs. Was dagegen?“, will ich wissen.

„Mit wem? Wo? Warum? Was hast du gemacht? Ich wollte mich heute um das Projekt Nachwuchs kümmern und du hättest mich dabei unterstützen sollen, aber du glänztest durch Abwesenheit“, meint er.

Eindeutig zu viele Fragen im persönlichen Bereich. Geht den gar nichts an, dass ich mal ein Date hatte. Kommt selten genug vor. Sibylle habe ich über eine App kennengelernt. Wir schreiben nun schon seit zwei Wochen hin und her. Allerdings wohnt sie in Gütersloh. Heute hatte sie einen Außentermin bei mir um die Ecke und so kam es, dass wir uns spontan verabredet haben. Ist eine ganz sympathische Frau. Mehr kann ich auch noch nicht dazu sagen.

„Sigla, ich ahne nicht, wie ich dich unterstützen könnte. Ich werde dich bestimmt nicht irgendwo hin bringen oder begleiten, wo du dem Beischlaf von irgendwem beobachtest. Ich bin keine Spannerin und ich habe auch keine Lust verhaftet zu werden, nur weil du eine Komplizin brauchst. Von mir aus fahr‘ in die Stadt und such dir ein Etablissement im Rotlichtbezirk. Da solls solche mit Kucklöchern geben.“

Sigla kann mir nicht folgen. Ihm stehen die Fragezeichen buchstäblich auf die Stirn geschrieben. Gerade als er zu einer Erwiderung ansetzen will klopft es ans Wohnzimmerfenster. „Ach du Scheisse!“, entfährt es meinem Munde. Caro steht davor und grinst. In der rechten Hand hat sie eine rote Rose, mit der sie nun hektisch winkt. Ich zögere. Da fährt mich Sigla an: „Dort begehret jemand Einlass. Willst du nicht so höflich sein und die Balkontüre öffnen?“

Nein. Will ich nicht. Von Wollen ist hier definitiv keine Rede. Ich habe Caro das Tattoo immer noch nicht verziehen. Ganz zu schweigen von der aufgepumpten Oberweite. Sie klopft und trommelt gegen die Scheiben, dass es nur so wackelt. Bevor ich handeln kann, macht sich Sigla an der Balkontüre zu schaffen. „Gegrüßet seiet ihr, werte Dame. Mein Name ist Königmann Sigurjos Lapyszulati, Miri nennt mich allerdings der Einfachheit halber nur Sigla, welches ich dir großzügigerweise auch zugestehen würde, sofern du mir deinen Namen sagest.“

„Tür zu! Es zieht! Und wag‘ es ja nicht einzutreten“, pfeife ich Caro an, der das egal ist. Sie hat schon die Füße auf meinen Teppich gesetzt. „Hi, ich bin Caro. Bist ja ein schräger Vogel. Geile Augenfarbe, wo hast du die Kontaktlinsen her? Die brauche ich für Halloween“, macht sie sich mit Sigla bekannt. Der versichert ihr, dass er nicht wisse, was Kontaktlinsen seien und die Augenfarbe original wäre. Ich wende mich ab und laufe in die Küche. Ich brauche dringend einen Kaffee. Am besten mit Rum, Cognac oder Ouzo. Habe ich aber alles nicht im Haus.

„Miri, es gehört sich nicht, die Bühne zu verlassen, während der Vorstellung.“ Meine gute Laune geht langsam den Bach runter. Muss ich mich von einem Alien maßregeln lassen? Ich glaube kaum.

„Miri. Ich habe einen riesigen Fehler gemacht. Ich habe das eingesehen. Komm, lass es uns nochmal miteinander probieren“, sagt Caro zu mir, fällt auf die Knie und streckt mir die Rose entgegen. „Versöhnung?“ Pfft. So easy wird das nicht. „Vergiss es!“

Lang und breit rattert Caro nochmal die Geschichte runter. Angeblich hätte sie sich nur wegen mir operieren lassen. Um mir zu gefallen. Haha. Dabei habe ich immer gesagt, dass ich Schönheits-Op’s abartig finde. „Willst du meine Frau werden?“ Na, das ist der Gipfel. Das hätte sie mich mal besser vor dem Desaster fragen sollen. Darauf habe ich immer gewartet, aber es kam nichts. „Nö. Punkt. Raus jetzt.“

Jetzt mischt sich Sigla noch mit ein und versucht mich von den Vorzügen einer Ehe zu überzeugen. Ich glaube, bei dem hackts. Wenn jetzt noch PLC auftaucht und ins gleiche Horn stößt, dann schnappe ich mir den Lucantus und düse über den Sternenhighway nach wohinauchimmerHauptsacheweitweg.

Für heute ist Feierabend. Ich scheuche beide vor die Türe und knalle diese gezielt zu. Tief durchatmen. Morgen ist auch noch ein Tag. Hach, Mistkram, geht es mir durch den Kopf. Kaum lernt man eine tolle Frau kennen, kommt die „alte“ Frau wieder und ich weiß nicht wohin  mit meinen Gefühlen. Caro oder Sibylle? Ich versuche mir einzureden – allerdings erfolglos – das ich Caro niemals verzeihen kann und keine Gefühle mehr für sie habe. Und dann gleite ich heulend an der Tür nach unten und kauere mich auf den Boden.

Ein Zettel wird unter der Haustür durchgeschoben und ich will ihn eigentlich ungelesen zerknüllen. Das ist aber nicht Caros Handschrift. Deshalb schaue ich durch meinen Tränenschleier drauf und dort steht in krakeliger Schrift: Lass uns morgen früh dringend reden. Habe soeben das Signal erhalten, dass ich zurück muss nach Yügöwämiß-Q9*. Mir bleiben nur noch 24 Stunden auf Mytricäm. Beste Grüße KSL

Warum muss Sigla zurück? Wie geht es mit Caro und Sibylle weiter und welchen Gefühlen wird Miri nachgeben?…Ratet mit. Kommentare erwünscht 🙂

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7 Gedanken zu “Sigla verbündet sich mit Caro (Teil 6)

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