Behinderung von Behinderten?

Eigentlich redet man bei der Aussage „Was verstehen wir unter Behinderung“ hauptsächlich über Dinge die einen selbst behindern. Die einem im Weg stehen. Einen daran hindern von a nach b zu kommen. Oder über die Leute, die vielleicht im Rollstuhl sitzen. Vielleicht intellektuell nicht auf dem Stand der Norm sind, nichts sehen oder auch nichts hören. Die Behinderten halt. Wie man es doch ab und an zu hören bekommt. Sagt doch eigentlich kein Mensch, Mensch mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Wobei das natürlich die Noblere Variante wäre. Als Behinderter. Wobei es eigentlich nicht unbedingt abwerten sein sollte. Im Grunde auch nicht unbedingt abwertend ist. Lässt man mal außer acht, dass es gerne auch als Schimpfwort genutzt wird. Hört man ja oft genug „Poa bist du behindert oder was?!?!“ Wenn jemand z.B. einen Fehler macht. Was nicht versteht. Oder so ähnlich.

Aber was ist jetzt eigentlich mit DEN Leuten? Die sind ja schließlich schon Eingeschränkt. Noch mehr kann da ja jetzt schon nicht mehr kommen. So denkt vielleicht der ein oder andere. Aber schaut man sich das ganze mal aus der Perspektive eines Rollifahrers an. Der wegen seinem Defizit, nicht laufen zu können, oft vor große Hindernisse und Hürden gestellt wird.

Gibt es nach wie vor noch Gebäude, die ein Mensch im Rolli kaum bis gar nicht passieren kann. Warum? Ganz einfach. Stufen. Stufen über Stufen. Für den Fußgänger ein einfach zu überwindendes Hindernis. Für denjenigen im Rollstuhl, ist nebenan keine Rampe oder Aufzug, ein unüberwindbares Hindernis.

Éin gutes Beispiel dafür ist ein Kino bei uns in der Gegend. Dieses Kino wurde vor ein paar Jahren neu gebaut. War zu dieser Zeit die Behindertengerechte Bauweise kein unbeschriebenes Blatt mehr. Aber der Börner kam. Für Rollstuhlfahrer ist ein Kinobesuch, in diesem, nicht möglich. Sollten sie einen Film in einem der Säle sehen wollen, die über das Erdgeschoss hinaus gehen. Das Kino ist zwar ganz toll über mehrere Ebenen gebaut. Mit zig Treppen und Schnickschnack. Hat was faszinierendes. Aber einen entscheidenden Einrichtungsgegenstand haben sie bei der Planung und beim Bau vergessen. Den Aufzug. Hier wird der Mensch im Rollstuhl daran gehindert, in diesem Kino einen Film zu sehen. Er ist darin Behindert in den Kinosaal zu kommen. Denn der Aufzug fehlt.

Aber genau solche Situationen begegnen mir immer wieder im Alltag. Als jemand der Laufen kann, gibt man auf solche Sachen keine Acht. Läuft man die Treppe hoch gut ist. Man macht sich schlicht keine Gedanken darüber. Hat man aber regelmäßig mit Rollifahrern zu tun, fängt man irgendwann an, sich wirklich Gedanken zu machen. Wo kann ich hin. Welches Kino können wir besuchen, welches Restaurant hat einen Aufzug oder zumindest eine Rampe, die man benutzten kann um die Stufen zu überwinden. Kann ich in das Schwimmbad oder haben diese keinen Lifter, mit dem man einen Rollstuhlfahrer ins Wasser fahren kann. Und so weiter und sofort.

Manchmal denke ich mir, oder dachte mir, wenn ich vor der Tür eines Ortes stand, wie soll ich da denn jetzt rein kommen? Diskrimierung? Doppelte Behindert? Na prima. Daumen hoch.

 

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