Ob du behindert bist hab ich gefragt!

Ich möchte mit meiner provokanten Überschrift keine Klicks generieren. Ich möchte auf etwas aufmerksam machen, was mir regelmäßig negativ einfällt. Mir fiel zum direkten Bezug zum Wochenthema nichts ein, aber ich habe etwas, dass damit in Verbindung steht.

Man hört viel zu oft diese merkwürdige Aussage „Ob du behindert bist hab ich gefragt!“. Wie ich das hasse… Egal ob in Bus, Bahn oder sonst wo. Egal wer es sagt. Ich werde innerlich etwas wütend.
In meinem Empfinden werden alle abgewertet, die gehandicapt sind. Denn leider Gottes ist in unserer Defizit-orientierten Welt alles, was nicht funktioniert oder nicht so ist wie es der Norm entspricht, gleich defekt oder behindert. In meinen Augen sind wir alle einfach unterschiedlich und anders. Gott bewahre, dass wir alle durch eine Schablone passen könnten.
Ich habe in meinem FSJ viel gelernt. Ich war in einem Behindertenwohnheim und habe dort geholfen, den Alltag mitzugestalten und zu begleiten. Ich habe so viel mitgenommen. Es hat mich wirklich geprägt – sich zu freuen wenn die Sonne draußen lacht, nach dem es lange geregnet hat. Zu lächeln, weil man angelächelt wird (selbst da halten manche Leute einen schon für debil). Gerade sitze ich in meinem Arbeitszimmer und schaue durchs Fenster und sehe kleine Schneeflocken fallen. Ich bin zwar kein Freund von Schnee, aber mein Gott – die Kinder freut es doch. Ich finde solche Sätze schrecklich, doch leider verroht die Jugend. Andersartige werden schräg angeguckt oder auch schlecht behandelt. Das finde ich schade. Ich habe mir vorgenommen, meinem Kind beizubringen, dass anders sein nichts negatives ist. Egal wie man anders sein definiert.

mit diesen Worten ein schönes Wochenende,
bis dahin,
auf zu neuen Abenteuern.

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6 Gedanken zu “Ob du behindert bist hab ich gefragt!

  1. Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

    Jugendlichen verzeihe ich das Schimpfwort ebenso sehr wie „schwul“ mittlerweile. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass es in der Jugend auch darum geht, die Normen der Gesellschaft gezielt zu übertreten und die Provokation zu üben. Da wir immer toleranter werden, muss die Jugend zwangsläufig extremer werden, um alternative Wertvorstellungen um des Ausprobieren willens auszuprobieren. Nur so lernt man, quer zu denken.

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  2. Also ich finde das teilweise etwas überempfindlich. Ich sage auch manchmal zu mir selbst:“Mensch bin ich behindert“, wenn ich etwas vergessen habe o. ä.. Warum sollte man Behinderte denn ausgrenzen, indem man sie nicht behandelt wie jeden anderen auch? „Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung!“sagt man doch so schön. Das ist ein „normales“ Wort im Sprachgebrauch (der Jugend) geworden.

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