Kein Und Aber

Es waren einmal zwei Brüder,

die stritten auf dem Feld.

Nur einer hat’s gesehen,

den ersten Mord der Welt.

 

Der Zeuge fragt den Großen:

„Wo ist der Kleine hin?“

–  „Woher soll ich das wissen?

Ich nicht sein Hüter bin!“

 

So frech sprach gleich der Bauer,

verleugnend seine Tat

Er hielt sich wohl für schlauer.

Das war kein guter Rat.

 

Zurück blieb tot der Schäfer,

ein Sohn nur kehrte heim

zur Mutter namens Eva.

Das Gewissen schwer, unrein.

 

Immer waren sie zu zweien gewesen,

jetzt gab es kein Und mehr,

aber Ruhe fand er nimmer

die Schuld lastete so schwer.

 

Inspektor gab’s noch keinen

und auch Gefängnis nicht.

So blieb es im Geheimen,

bis auf ein Mal

mitten im Gesicht.

 

Der Sohn zog weg von allen,

die er einst hat gekannt.

Weit weg, jenseits von Eden,

Henoch ward die Stadt genannt.

 

So verloren die Eltern beide Söhne,

doch dann wurde geboren der Set.

Ein Trost für Adam und Eva

auch wenn er kam sehr spät.

 

Und aus dem Mörder wurde ein Vater

und ein Opa und so fort.

Kein weiteres Und folgt diesem Verse,

nur ein Aber,

ein kleines Wort.

 

Selbst wenn sie nie so ist geschehen

die Geschichte auf dem Feld,

wir aber könnten daraus lernen,

wie man wird ein Antiheld.

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2 Gedanken zu “Kein Und Aber

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