Psst! Stört Frau Vro nicht.

Müde und ferngesteuert sitze ich in der Arbeit und werfe sehnsüchtige Blicke nach draußen. Mich plagt ein massives Schlafdefizit. Doch nicht schreiende Babies sind der Grund oder kranke Kleinkinder, die die halbe Nacht  durchkotzen. Der Liebste und ich waren die halbe Nacht wach. Also zumindest ich, er nicht. Er kann ja vor dem Fernseher schlafen. Ich eher weniger. Ich habe am Nachmittag ein altes Lied neu entdeckt und wollte am Abend den Film mit der entsprechenden Szene mit ebendiesem Lied anschauen. Aber Oceans 12 haben wir nicht auf der Festplatte, also musste Oceans 13 herhalten. Und …

Pssst! Frau Vro! Was plapperst du so?

Na, jetzt lass mich doch erklären. Und dann war es 23h und ich wollte eigentlich ins Bett gehen. Aber duschen und Haare waschen noch. Also auch das schnell erledigt. Der Mann schläft weiterhin gut auf der Couch. Ich starte einen neuen Film. Ich will den Pullover unbedingt fertig bekommen. Ist ja nur ein kleiner für eine meiner Strickpuppen. Die paar Runden noch …
Überhaupt bin ich derzeit manisch kreativ. Man kann es getrost als Amokstricken bezeichnen. Da kann ich nicht einfach so schlafen gehen wie alle anderen auch. Kreativität braucht ihr Ventil. Das muss man ja verstehen. Und deshalb sage ich jetzt:

Pssst! Lasst Frau Vro! Das nächtliche Gewaltstricken fordert seinen Tribut.

Denn ich falle jetzt auch noch ins Suppenkoma und wünsche mir nichts mehr als warm eingepackt in einem windgeschützten bequemen Liegestuhl vor mich hin zu dösen. Die Frühlingssonne wärmt mein Gesicht und hin und wieder schaue ich hinauf in einen blauen Himmel und beobachte die Wolken, die wie große Flauschebälle langsam dahin ziehen. Am Abend würde meine Haut über den Wangen spannen, weil sie die Sonne noch nicht gewöhnt ist. Der Wind weht die ersten Pollenkörner durch die Luft. Ganz leise. Danke! So viel Rücksicht auf eine müde Frau Vro! Die Baumkronen wiegen sich leicht hin und her. Auch sie ganz still, denn:

Pssst! Frau Vro braucht Ruhe!

Ich sitze im warmen Drinnen, denn das so lockend frühlingshafte Draußen tut nur so. Ich war vorhin am Dach. Ja genau, am Dach. Das sehr flach ist. Flachdach! Hatte dienstlich da oben zu tun. Die Sonne ist da oben schon fein. Und auch der Ausblick. Aber der Wind ist kalt und die Luft riecht eher nach Schnee denn nach Frühling. Drum meinte ich ja, Möchte nur dann draußen sein, wenn ich in eine dicke Decke gehüllt bin und meine Haube bis über die Ohren runtergezogen ist. Mit Bommel oder ohne ist mir einerlei. Sonnenbrille vielleicht. Und bitte dazu einen Liegestuhl. Ganz niedrig eingestellt und bodennah, damit ich den Elementen nicht so ausgesetzt bin. Ja, und dann nur noch eines:

Pssst! Stört Frau Vro nicht.

 

 

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