Die Ruhe des Winters

Eigentlich wusste ich nicht so recht, was ich eigentlich diese Woche als Beitrag zusteuern soll. Da mir einfach nicht so recht was einfallen wollte. Im Grunde weiß ich immer noch nicht so recht, wie ich diesen Beitrag schreiben soll. Wie ich das zu einem interessanten, aber vielleicht auch Witzigen Text verfassen könnte.

Allerdings bin ich, gebe ich offen zu, kein Mensch der auf Kommando lustig sein kann. Der auf Kommando einen Spruch los lässt. Geschweige denn es wirklich und tatsächlich beherrschen würde, den Texten den gewissen Witz zu verleihen. Wie es manch anderer Autor zustande bringt. Ich kann das einfach nicht. Manchmal ist es einfach Situationskomik, aber mehr auch nicht. Und diese Situationskomik muss man auch erst mal verstehen können. Meistens funktioniert das auch nur, wenn man selbst in dieser besagten Situation anwesend war und es mitbekommen hat. Erzählt wirkt das meistens dann nicht mehr so lustig, wie in dem Moment als es passiert ist.

Aber um aufs Thema zurück zu kommen. Psst. Was soll man dazu schon schreiben? Psst, passt eigentlich ganz gut zu einer Bücherei, in der Striktes Schweigen erwünscht ist. In Universität Bibliotheken wie man sie z.B. aus den Filmen kennt. Wo dann eine Aufseherin an ihrem Tisch sitzt und einen streng anschaut, wenn man die Waffel nicht zu bekommt und permanent am babbeln ist.

Aber mir kam dann noch etwas anderes. Diese Woche, ich glaube es müsste Dienstag oder Mittwoch gewesen sein, da hat es hier geschneit wie kurz vor Weltuntergang. Aus irgend einem Grund hatte ich mir dann eingeredet, an meinen Lieblingsweiher zu Fahren. Damit ich Fotos machen kann. Vom See und der Umgebung. War ich mir ziemlich sicher, dass genau an diesem Tag, mit Sicherheit kein Mensch dort sein wird. Was wiederum bedeutet, dass mir keiner vor die Linse springt.

Allerdings hätte ich mein Hirn etwas einschalten sollen. Denn hätte mir von vornherein klar sein müssen, dass es dort noch mehr schneit als bei uns. Die Straße zum See hoch wahrscheinlich nur alle paar Stunden geräumt wird und es dort auch noch winden könnte.

Entsprechend war es auch. Die Straßen wurden immer verschneiter. Die Flocken immer Dicker. Der Parkplatz war geräumt. Witziger Weise. Und wie hätte es auch anders sein sollen, ich war die Einzige Menschenseele die auf die Wahnwitzige Idee kam, zum Weiher hinunter zu laufen. Über Wiesen und einen kleinen Feldweg an einer Baumreihe entlang.

Lediglich das ein oder andere Auto fuhr vorbei. Ansonsten nichts. Ruhe. Die Stille lag, wie der Schnee, wie ein Mantel über der Natur. Man hörte ab und an den Wind pfeiffen. Ein Schild quitschte hin und wieder. Die Wolken hingen Tief über den Bäumen. Hatte alles irgendwie eine Etwas gruselige Stimmung. Das ganze Zusammenspiel der Natürlichen Umwelteinflüsse. Die Tatsache, dass sonst kein Mensch hier war. Außer vielleicht ein Bauer in seinem Wohnzimmer.

Ich watete also durch die Stille und durch, teilweise, Knietiefen Schnee, weil der Wind diesen zu Verwehungen zusammen schob. Man hörte lediglich mich ab und an fluchen und tief durchatmen, da es Bergab schon ziemlich anstrengend war. Wollte mir nicht so recht ausmalen wie der Anstieg zum Parkplatz werden würde. Auch wenn es keine weite Strecke ist.

Unten angelangt, stille. Etwa eine halbe Stunde hatte sogar der Schnee aufgehört aus den Wolken zu fallen. Einige Bilder wurden gemacht. Als es wieder anfing zu schneien, entschloss ich mich, wieder zurück zu laufen. Wurde mir die Stille langsam aber sicher unheimlich. Die Stille und die Einsamkeit. Und die Tatsache, dass ich kein Handy dabei hatte. Das lag nämlich im wohlig warmen Auto. Sollte also irgendwas sein, könnte ich nicht mal jemanden anrufen und Hilfe holen.

Also stapfte ich wieder zurück. Die Stille nochmal auf mich wirken lassen. Der Anstieg weniger anstrengend als der Abstieg. Witzig. Hätte ich es genau anders herum vermutet.

Ob angelangt war das Schneegestöber inzwischen so heftig, dass man nicht mehr sonderlich weit sehen konnte. Was bei klarem Wetter von dort aus, definitiv mach bar ist. Das man überhaupt noch seine eigene Hand vor Augen sehen konnte, grenzte beinahe an ein Wunder. Am Parkplatz schaute ich mich nochmal um. Gruselig. Irgendwie aber auch Mystisch. Wie der Nebel über den Dunklen Tannen hing und die Flocken herumwirbelten.

Durchgefroren setzte ich mich in mein noch warmes Auto. Hatte allerdings ein etwas merkwürdiges Gefühl. Hoffentlich würde ich nicht stecken bleiben oder gar von der Verschneiten Straße abkommen. Trotz Winterreifen. Helfen konnte mir so schnell keiner. Auch wenn ich ein Handy dabei hatte. Würde es trotzdem etwas dauern, bis irgendwer in diesem Niemalsland am Rande der Stadt zu Hilfe eilen könnte.

Außer ein paar Bauernhöfen war hier ja kein Mensch. So ist also die Einsamkeit. Oder die Aufgezwungene Ruhe. Alles wirkt dort so friedlich. So entschleunigt. So still.

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2 Gedanken zu “Die Ruhe des Winters

  1. Hat dies auf Pferdig unterwegs rebloggt und kommentierte:

    Zum Thema der Woche habe ich es doch noch mal geschafft einen Beitrag zu stande zu bringen. Ist mir dann doch noch was eingefallen, was man zum Thema Psst schreiben kann. Auch wenn das überhaupt nicht leicht war. Sondern einiges an Überlegung abverlangt hatte. Kreativität war gefragt. Deshalb hatte ich doch, wieder mal, auf eine Alltagssituation zurückgegriffen. Bekanntlich schreibt das wahre Leben die besten Geschichten. Oder?

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  2. Schnee hat seine eigene Mystik, seine eigene Ruhe. Er deckt im wahrsten Sinne des Wortes alles zu und macht gleichzeitig auch vieles klarer – die Gerüche, die Geräusche – so man denn was hört. Aber gut geschrieben, ich konnte mir das alles wunderbar vorstellen. Muss geil und gruselig gewesen sein… oder doch nur geil? ;D

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