Kraut, Rüben und ein Staubsauger.

Super fleißig bin ich heute bei der Erledigung der haushalterischen Aufgaben. Der Staubsauger brummt beinahe schon in freudiger Erwartung. Putzen ist jetzt keine besonders hochgeistige Angelegenheit, deshalb wandern meine Gedanken zum Wochenthema im Mitmachblog. Kraut und Rüben. Schon wieder Samstag und ich weiß noch immer nichts. Ich verwende die Redewendung kaum. Bevor ich vom gemüsigen „Kraut und Rüben“ rede, schimpfe ich eher über die „Sauerei“. Kraut und Rüben sind schließlich Futter für die Schweine. Ach, Frau Vro!

In nullkommanix sollte das erledigt sein. Dann setze ich mich zum Compi und warte ich auf Inspiration von meiner Muse, die könnte auch mal wieder etwas tun für mich. Grau ist alle Theorie und meistens kommt es anders.

Was am Boden steht, wird weggeräumt. Auch ein bereits gerahmtes Foto lehnt an der Wand. Ein großes Foto im Format A4 plus Passepartout. Steht mir da im Weg herum. Auf das Bord über dem Fernseher könnte es passen. Ich stelle mich auf meine Zehenspitzen, strecke mich lang und schiebe es vorsichtig an der Wand entlang hinter die dekorativ aufgereihten Dufthäuschen. Einen Sessel ranschieben ist schließlich völlig überflüssig. Das Foto hat so seinen eigenen Willen. Vorsichtig kippt es nach vorne und blickt in den Abgrund. Ganz schwummerig wird ihm vor der spiegelnden Glasscheibe. Es wankt und schwankt und fällt. Nicht nach hinten, um sich erschrocken gegen die Wand zu lehnen. Nein! Nach vorne breitet es sich aus und segelt los. Im Kippen reißt es eines meiner schönsten Dufthäuschen mit sich, worauf sich dieses in einem halsbrecherischem Salto mortale aus zwei Metern Höhe gen Boden stürzt. Auch das Dufthaus hat keine ideale Falllinie, streift ein paar Figürchen und nimmt diese mit in den Untergang. Mit fulminantem Rumms fährt es im Parkettboden ein. Ich schaffe es mit wildem Herumgefuchtle gerade noch das Bild aufzufangen. Meine weiteren Griffe gehen ins Leere. Ich sagte ja schon, dass ich im Jonglieren nicht gut bin.

Wie Kraut und Rüben liegt jetzt alles durcheinander.

Seufzend klaube ich die größeren Scherben zusammen. Jetzt muss der Sessel doch her. Damit ich das Regal abstauben kann. Das hätte ich mir sonst erspart, wenn mein Plan aufgegangen wäre. Dann hätte ich das Bild aufs Regal geschoben und gar nicht gemerkt, wie die Staubwölkchen sich oben zu Gewitterwolken türmen. Einigermassen entnervt befördere ich den Staub vom Regal. Der hat seine eigenen Pläne und legt sich in feinen Schichten über das Kraut- und Rüben-Durcheinander am Boden.

Der Staubsauger erbarmt sich meiner und saugt gnädig den Dreck weg. Der Parkett hat eine neue Delle. Unterm Wohnzimmertisch liegen Legosteine und Schachfiguren zwischen Buntstiften und vergessenen Socken. Das jüngere Kind hat mal wieder schnell zusammengeräumt. Die Betonung liegt auf dem sprichwörtlichen und tatsächlichen „zusammen“. Zusammen gepflanzt wurden früher auch Kraut und Rüben auf dem Acker. Noch mehr Gemüse … hach ja … ich denke an den erzieherischen Feldwebel in mir und warum sich der eigentlich immer mit Gemüse abgeben muss. Mit jungem Gemüse. Mit Kraut und Rüben. Dem unterm Wohnzimmertisch. Und dem auf dem Acker. Ich für meinen Teil mache mich jetzt von demselben.

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Ein Gedanke zu “Kraut, Rüben und ein Staubsauger.

  1. Hat dies auf vro jongliert rebloggt und kommentierte:

    Warum man Kraut und Rüben eigentlich immer mit Unordnung und in weiterer Folge Putzen verbindet, wo es sich doch eindeutig um Gemüse handelt, ist mir ein Rätsel. Aber Unordentliches bezeichnet man genauso ja auch als Sauerei. Da soll sich noch einer auskennen!

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