Gedankliche Ostereierei.

Jedes Jahr zu Ostern trifft es die Hasen. Immer wieder sollen sie die bunten Ostereier verstecken. Dabei haben die ja wahrlich Wichtigeres zu tun. Brautschau und dann rammeln, was das Zeug hält. Die Nachfolge sichern. Viele Hasenkinder in die Welt setzen. Immerhin ist man am unteren Ende der Nahrungskette und die kleinen Haserl sind stark gefährdet von Fuchs, Marder, Krähe und Co. Nicht zu vergessen die grüngewandete Jägerschaft und die rollenden Blechdosen auf der Straße, die selbst einen schnellen Hasen im Liebestaumel erwischen können, was dann verharmlosend als Road Kill bezeichnet wird. Der ganze Wahnsinn ja nur deshalb, damit die Gschrappen von den Zweibeinern, die sich so überaus wichtig nehmen, nach bunten Eier suchen können. Weil die, die sich sonst so klug wähnen, denken, sie könnten den Kinderleins nicht die Wahrheit zumuten. Ist ja eigentlich ein Witz, dass sie so feige sind. Da lassen sie die kleinen Menschleins lieber selbst drauf kommen, wie der Hase wirklich läuft, anstatt ehrlich zu sein. Ehrlichkeit wollen sie ja dann später auch immer haben und lückenlose Aufklärung.

Da gibt es also den Osterhasen, der die Eier versteckt und die Osterhühner, die sie am besten gleich bunt bemalt legen. Da haben wir den Storch, der die Kinder bringt. Die Rentiere kutschieren den Weihnachtsmann mit den Weihnachtsgeschenken. Außer hier in Österreich, da macht diesen Job noch das Christkind allein, man stelle sich den Kraftakt vor. Auch wenn der Weihnachtsmann mittlerweile sehr stark auf den Markt drängt. Und schließlich die Weihnachtsmaus, die die Kekse heimlich nascht. Da gibt es die diebische Elster und die faule Sau. Ja mein Gott! Ich habe noch keine Sau gesehen, die ein Burn out erlitten hätte. Ein Hoch auf die Faulheit! Immer holen sich die Menschen ihre Ausreden aus dem Tierreich für ihre zutiefst menschlichen Eigenheiten.

Dabei ist diese vermaledeite Eiersache ja ganz logisch entstanden. Weil man ja in der Fastenzeit keine Eier essen durfte, wurden sie gesammelt und hart gekocht, damit sie länger haltbar blieben. Und damit man sie nicht mit den rohen verwechselte, färbte man sie rot. Habe ich so einmal gehört. Aber die Hand würde ich dafür jetzt trotzdem nicht ins Feuer legen, ob das wirklich so stimmt. Ich war ja schließlich nicht dabei. Vielleicht hat man Eier im Frühling schon viel früher gefärbt. Ganz klar ist ja, dass sich da heidnische mit christlichen Bräuchen vermischen.

Wie dem auch sei, die gedankliche Ostereierei muss jetzt aufhören. Ich muss hier noch ein paar Ostereier färben! Ein bisserl Schokolade braucht es auch noch und anderen Süßkram. Und dann muss der Osterhase am Sonntag früh genug aus den (Hühner?)Federn kommen, damit er die Eier rechtzeitig im Garten verstecken kann. Wobei meine Kinderleins mittlerweile Bescheid wissen, dass der Hase sich lieber in Wald und Flur vergnügt und deshalb der Mama die Ostereier überlässt. Aber die Jungs halten noch ein bisschen länger die Illusion aufrecht und lassen mich Osternester im Garten verstecken. Die Erwachsenen denken ja immer, die lieben Kleinen würden das alles nicht mitbekommen.

Na dann bitte, dann soll die liebe Mama Vro eben am kalten Ostermorgen durchs taufrische Gras huschen und Eier verstecken, wenn es ihr so großen Spaß macht.

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2 Gedanken zu “Gedankliche Ostereierei.

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