Das mag sie nicht!

Es gibt viele Dinge, die ich nicht mag. Und es gibt mindestens genauso viele Menschen um mich herum, die mit der Phrase „Das mag ich aber nicht“ um sich werfen. Dabei ist „Mag ich nicht“ eine sehr harmlose Variante, des eigentlich üblichen Wortschwatzes, für Dinge, die man im Grunde so rein gar nicht ausstehen kann, wenn es um mein privates Umfeld geht! „Ich hasse das!“, „Pfui Spinne!“ und „Igitt! NIEMALS!“ ist bei uns eher verbreitet. Manchmal ist es auch nur ein Würgelaut oder ein klar artikuliertes „Ich kotz gleich.“

Wenn es aber um den Satz „Mag ich nicht“ geht, dann denke ich immer an essen. Ich denke auch durchaus an Kinder. Ich denke daran, wie ich sie zu Gast hatte und dutzende, nein, tausende Vorschläge für das kommende Mittagessen gemacht habe und in einer Tour nichts anderes gehört habe, als: „Mag ich nicht!“

Oh, wie ich das nicht leiden kann. Ja, ja! Das gehört definitiv zu den Dingen, die ich nicht mag. Besonders dann, wenn man fragt „Hast du das schon mal probiert?“ und die Antwort „Nein!“ lautet. Leute, das geht gar nicht. Nur ein Bauer frisst nur das, was er kennt. Punktum. Keine Diskussion. Man sollte wirklich alles mal probiert haben. Es sei denn es widerstrebt der persönlichen Ethik und der allgemeinen Moral. Anscheinend komme ich da ganz nach meinem werten Herrn Papa.

Mir sagt man Übrigens nach, ich würde viele Lebensmittel ebenfalls nicht mögen.

„Das mag sie nicht!“, ist so ein Satz, den ich des Öfteren höre, wenn mein Mann gefragt wird, ob ich dieses oder jenes Essen würde. Und auch meine Mutter kommt damit nicht selten um die Ecke.

Dabei stimmt das nicht. Natürlich gibt es Dinge, die ich nicht so gerne mag wie andere. Aber im Zweifelsfall würde ich sie dennoch essen. So ich muss. So nichts anderes da ist. So ich z.B. irgendwo eingeladen wurde usw. Wenn ich die Wahl habe, dann wähle ich freilich das, was ich gerne esse! (Wer täte das denn nicht?!)

Aber wirklich jedesmal, wenn ich bei meiner Mutter bin und sie gefüllte Paprika gemacht hat, bekomme ich diesen EINEN Blick und den Spruch: „Das mag sie ja nicht.“

Problem: Das stimmt nicht. ICH LIEBE GEFÜLLTE PAPRIKA!

Blöd ist nur, dass ich seit einigen Jahren keine mehr vertrage. Sobald ich sie esse übersäuert mein Magen, ich muss erbrechen (und das nicht nur einmal sondern mehrfach) und bekomme Durchfall, bis der Popo brennt. (Dasselbe gilt für Speisen an die Paprika herangekommen ist. Ich kann also nicht einmal das Hackfleisch in der gefüllten Paprika essen, ohne die selben Probleme zu bekommen.) Die Konsequenz daraus ist, ganz logisch, dass ich die Aufnahme von Paprika tunlichst vermeide. (Es gibt ja Alternativen, wie gefüllte Pilze und Zwiebeln …)

Ebenso verhält es sich mit einigen Gewürzen. Meine Mutter ist felsenfest überzeugt, ich würde Gewürze allgemein nicht mögen. Wieder nicht korrekt. Ich vertrage nur viele nicht. Von Bohnenkraut bekomme ich Sodbrennen, Chili hat den selben effekt wie Paprika, Curry löst, wie Kümmel auch, einen Neurodermitisschub aus. Muskatnuss sorgt für Magen,- und Unterleibsschmerzen. Gegen Koriander bin ich hochallergisch und außerdem schmeckt es für mich nach Seife! Wenn ich also diverse Gewürze vermeide, dann liegt es daran, dass ich meine Gesundheit schütze! Abgesehen vielleicht von  Petersilie. Petersilie ist einfach nur eckelhaft!

Und welch böse Zungen sagen eigentlich, ich würde keine Erdbeeren mögen? Ich meine, es stimmt. Ich esse keine. Weil mir dann der Hals zuschwillt! Aber das heißt ja nicht, ich fände Erdbeeren mit Schlagsahne und Zucker nicht super affengeil! Finde ich! Aber nützt ja nix, wenn ich es esse und danach sterbe! Selbiges gilt leidlich für die frische Ananas. Gibt es etwas geileres als selbstgemachtes Ananaseis? Nein! Kaum! Kann ich es essen? Nein! Warum nicht? Weil ich dann für zwei Wochen nix mehr essen kann, da mein ganzer Mund brennt wie ein australisches Buschfeuer.

Fein, fein. Ich gebe zu … ich bin mäckelig. Rosmarien zum Beispiel sehen aus wie Tannennadeln! Ich will keine Tannennadeln essen! (Außerdem pieksen die mich wirklich jedesmal am Zahnfleisch!) Und Nelken erinnern mich permanent an Zahnarzt. Und mal ehrlich? Wer will schon Zahnarzt im Essen haben? Außerdem finde ich Fischgräten, kleine Knochen, Sehnen und Fett super, super, super eckelig!

Aber ansonsten bin ich was Essen angeht EIGENTLICH sehr unkompliziert! Abgesehen von den tausend Allergien und diversen Unverträglichkeiten halt. Aber Allergien und Unverträglichkeiten bedeuten eben nicht, man würde etwas NICHT mögen. Es bedeutet NUR, dass man es nicht essen kann/darf/sollte. (Oder es auf bestimmte Weise zubereitet werden muss. Karotten z.B. kann ich roh nicht essen, also esse ich sie gekocht. Wo ist denn da das Problem?!) Und ganz ehrlich? Ich tue es zuweilen ja trotzdem. Oder meint ihr echt ich würde auf meinen Kaffee mit Milch verzichten, nur weil jemand blöderweise keine Laktosefreie Milch im Haus hat?  … also …Bla. Oder auf meine Tomaten?! Wie könnte ich auf Tomaten im Salat verzichten? Niemals. Selbst wenn ich mir danach die Haut wegkratze. Und Käse …. ! Und … ach, es gibt so viel, was ich gern esse, nicht essen sollte, dass es sich an dieser Stelle einfach nicht lohnt weiter zu schreiben, ohne in Tränen auszubrechen.

Tatsächlich gibt es nur sehr wenig Dinge, bei denen ich tatsächlich „Mag ich nicht!“ von mir geben würde, weil ich es definitiv, niemals und unter keinen Umständen, selbst kurz vor dem Hungertot nicht, anrühren würde.

Diese Dinge sind folgende:

  • Fenchel
  • Ingwer
  • Steak
  • Innereien (mit extrem großem Ausrufezeichen hinter Leber, Herzen, Schweinefüßen und Lungen!)
  • Extrem saure Dinge (JA! Rhababer ist extrem sauer!!!! Es schmeckt nach nix, außer sauer! Selbst eine Zitrone hat Geschmack und ist weniger  sauer als so ein ungesüßter Rhababerkompott!)

So! Soll noch mal jemand kommen mit: „Das mag sie nicht.“ Meistens mag sie es nämlich sehr wohl und weint innerlich, weil sie es nicht essen kann/darf/sollte!

 

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3 Gedanken zu “Das mag sie nicht!

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