Mag ich nicht: Die Geschichte vom Suppenkaspar

Der Suppenkaspar, oder Struppelpeter. Eigentlich heißt es ja Sruwwelpeter. Aber irgendwie haben wir immer Struppelpeter gesagt. Eigentlich dürfte diese Geschichte jedem irgendwie bekannt sein. Wem nicht, der lese sie nun. Erscheint mir gerade sehr passend zum aktuellen Thema

Der Kaspar, der war kerngesund,
Ein dicker Bub und kugelrund,
Er hatte Backen rot und frisch;
Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.
Doch einmal fing er an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“

Am nächsten Tag, — ja sieh nur her!
Da war er schon viel magerer.
Da fing er wieder an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“

Am dritten Tag, o weh und ach!
Wie ist der Kaspar dünn und schwach!
Doch als die Suppe kam herein,
Gleich fing er wieder an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“

Am vierten Tage endlich gar
Der Kaspar wie ein Fädchen war.
Er wog vielleicht ein halbes Lot —
Und war am fünften Tage tot.

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4 Gedanken zu “Mag ich nicht: Die Geschichte vom Suppenkaspar

    1. Das traurige ist ja, dass der Suppenkasper wohl eine der ersten Beschreibungen einer schweren Essstörung ist, an der heute noch viel zu viele junge Menschen leiden und zum Teil auch daran versterben. Wenn es doch nur so einfach wäre, sein Essen nicht zu verweigern…

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