Von hinten ist vorne auch hinten (Durchgedacht, die Achte)

Eine Buchrezension auf dem Mitmachblog? Aber wenn schon, dann bitte ein Klassiker und zum Thema passend.

Damit käme dann an erster Stelle wohl das eine oder andere Märchen der Gebrüder Grimm in die engere Auswahl. Vor allem jenes mit der eitlen, eifersüchtigen Königin und ihrer Version des Highlander-Spruches „Es kann nur eine(n) geben„.

Wer könnte es ihr verdenken, dass sie jüngere, hübschere Konkurrenz nicht mag? Je älter ich werde, umso menschlicher erscheint mir diese Königin. Als Kind hatte ich nur Verständnis für das Schneewittchen (und fand die Zwerge niedlich bis nervig).  Vielleicht ein Beweis dafür, dass man mit zunehmenden Alter verständnisvoller wird?


Jetzt wäre mir mein Hauszwerg schon fast mit Tränen der Dankbarkeit in den Augen um den Hals gefallen, weil ich diesmal endlich über Zwerge schreibe, aber am Satzende, als ich das Wort „nervig“ tippte und es schwarz auf weiß auf dem Bildschirm aufschien, stieß er einen Schrei des Entsetzens aus, sprang von meinem Schoß herunter und stampfte beleidigt von dannen. Am Spiegel vorbeikommend rief er extra laut:

„Spieglein, Spieglein, im Vorzimmer. Die Bloggerei hier wird immer schlimmer!“

Und wisst ihr, was der Spiegel geantwortet hat?

Na klar: „Du stellst die Fragen, ich gebe die Antworten! Wann wirst du dir das endlich merken, du …“

Seine weiteren Bemerkungen gebe ich aus Rücksicht auf Freunde von Märchen- und Gartenzwergen lieber nicht wieder. Es sei nur verraten, dass der Zwerg und der Spiegel seither nicht mehr miteinander reden und beide jetzt auch noch auf mich böse sind, weil ich die Königin zur Vermittlung der Meinungsverschiedenheiten vorgeschlagen habe. Dabei hätte ich selbst die Rolle der Königin übernommen. Wo, bitteschön, würde ich denn eine original böse Alte herbekommen? 


Apropos Alter. In schon vorgerücktem Alter schrieb Konrad Lorenz sein Buch „Die Rückseite des Spiegels„.  Und diese Rückseite ist tatsächlich etwas, das viel zu wenig Beachtung findet wie ich meine.

In der Zoologie hört man, dass sich die Elstern auf alles Glänzende stürzen und  Mücken um das Licht schwirren bis zum bitteren Ende. Die Menschen tänzeln gerne vor dem Spiegel herum und fragen ihn Löcher in den nicht vorhandenen Bauch:

Spieglein, Spieglein dies, Spieglein, Spieglein, das.“

Die redenden Spiegel haben meist nur ein Gesicht, aber keinen Körper. Zufall? Wohl kaum! Da kann man ja leicht ein Urteil über das Aussehen anderer fällen, wenn man sich selbst nur um die Partie vom Hals aufwärts kümmern muss. Ha! Durchschaut!

Durchschauen kann man durch einen Spiegel meist nicht, aber dahinter schauen, das geht manchmal. Sehen wir also hinter den Spuk der Spiegel. Da sitzt und steht auch keiner, der so aussieht wie man selbst. Das lernt man als ganz kleines Kind schon.

Als etwas größeres Kind lernt man dann über den österreichischen Nobelpreisträger, dass er einige Graugänsekinder sehr prägte oder Ähnliches. Und noch später lernt man: Was man nicht sehen soll, das kann man hinter den Spiegel kehren, weil dort nämlich keiner nachschaut.

Buchrezension ist es jetzt doch nicht geworden, aber das hattet ihr euch doch sicher schon die ganze Zeit hindurch gedacht, oder?

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9 Gedanken zu “Von hinten ist vorne auch hinten (Durchgedacht, die Achte)

  1. Hat dies auf Mein Name Sei MAMA rebloggt und kommentierte:

    Morgens vor dem Spiegel treffe ich manchmal auf das Schneewittchen. Also die Version 4.0 – in die (besten) Jahre gekommen. Ihr werdet doch nicht wirklich glauben, die bleiben alle schön und jung in den Märchen?
    Abends vor dem Spiegel treffe ich dann meistens nur noch die alte Königin, so getarnt als Grauhaarige mit krummem Rücken.
    Und was geht Euch so durch den Kopf vor dem Spiegel?

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