Vor dem Spiegel

Leider ist das Thema Mann – Frau schon 1000 mal durchgelutscht worden. Dennoch gibt es immer wieder Situationen, wo sich die Unterschiede zu sehr aufzwingen.

Folgendes Szenario:

Ich gucke eine interessante Doku über den gemeinen Pirol (er ist gelb-schwarz und es gibt 28 Arten), im Fernsehen.

Sie zieht sich seit 40 Minuten fluchend vor dem Spiegel an. Noch hat sie meine Mithilfe nicht gefordert.

Merke:

Die Frage: „sieht das gut aus?“ bindet einen sofort und direkt in den Entscheidungsprozess mit allen negativen Konsequenzen ein:

  • Erfolge werden nicht auf deinem Konto verbucht.
  • Keinesfalls mit „jo“ oder „nö“ antworten.
  • Eine Begründung und/ oder Gegenvorschlag wird gewünscht/ gefordert.

Hier ist nun Vorsicht geboten! Das war es vorerst mit der Doku.

„Was steht mir denn? Ich habe nix!“

Man muss mit seeeeeehr viel Bedacht antworten.

Ein

„hmmm. Gelb?“

reicht da nicht.

„Das meinst du ja nur, weil dieser komische Vogel da im Fernsehen gelb war. Außerdem habe ich gar nichts gelbes!“

„Doch das da!“

„Das ist Senf!!!“

„Nee das ist ein Kleid.“

Stille. Böser Blick. Ok, meine Sprüche kamen schon mal besser.

Man muss nun Sachkenntnis, Situationsgefühl, Aufmerksamkeit, Mitgefühl und Diplomatie unter Beweis stellen.

Scheinbar kann ich das nicht.

„Ich habe NICHTS zum anziehen!!!!“

Also ich wüsste einen Ort, ein Füllhorn voller Klamotten. Den Schrank.

Erneut ist hier viel Vorsicht geboten! Am Besten den Gedanken nicht aussprechen. Schlechtestenfalls darf man den Schrankinhalt zusammensammeln. Einschließlich der eigenen Kleidung.

„Also mir gefallen ja Jeans und T-shirt bei dir immer sehr. Ich mag das. Lässige Frauen.“

„Jaaaja. Dann sehe ich aus wie ein Junge! Wir gehen aus!“

„Ok. Hier. Schwarz geht immer.“

(Zitat Karl Lagerfeld. Zum Glück musste ich letztens Germanys next Topmodel mitgucken)

„Wir gehen ja nicht zu einem Staatsbankett, sondern ins Restaurant zum Geburtstag von meiner Freundin! Deine schwarzen Jogginghosen ziehst du bitte  aus, falls du das überlegt hattest!“

Ja hatte ich. Ich dachte, das fällt nicht auf. Mist. Na ja ich habe ja noch schwarze Jeans.  Weißes Hemd, schwarzer Cardigan, Fliege. Fertig ist der Lack. Ich war gehbereit. (3 Minuten)

„und wehe du ziehst diese Clownsfliege vom Fasching an!“

Scheiße. Das sollte mein Eyecatcher werden.

Na ok dann die dunkelrote Fliege.

„Natürlich nicht!“

„So ich wäre dann soweit“ (1 Std.)

Sie kam mit dem Senfkleid um die Ecke.

„Na ja das hatte ich ja vorgeschlagen.“

„Nein hattest du nicht. Nicht mit den schwarzen Schuhen!“

Auch hier ist psychologisches Geschick vonnöten. Man muss sie im Glauben lassen, die Idee käme von ihr.

„Wie auch immer Schatz, das sieht natürlich hervorragend aus.“

Wozu so eine Doku also gut sein kann. Einfache Farbwahl. Die Natur hat Geschmack. Das gelb/senf-schwarze Pirol-Paar verlässt die Wohnung.

 

 

 

 

 

 

 

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