Kopfüber – einfach so

Lange Zeit hab ich schon nichts im MitMachBlog geschrieben. Aber vielleicht ist es jetzt wieder Zeit sich kopfüber hinein zuschreiben.

Kopfüber – einfach so

Ich bin nicht der Mensch der sich irgendwo kopfüber hineinstürzt. Sei es in ein Projekt, in Tagesabläufe oder gar in mir fremde Situationen oder Orte.

Ich plane erstmal, bin vorsichtig, schau mir erstmal alles an, denke an irgendwelche Eventualitäten und wenn es sich dann mir selber erlaubt, ja dann, mach ich das vielleicht auch. Spontanität bleibt dort meist auf der Strecke. Aber so bin ich einfach.

Quasi der Listenmensch, der Planungsmensch, ich muss die Kontrolle haben. Vielleicht hab ich deswegen manchmal Probleme und komme nicht mit Situationen klar, wenn mir die Kontrolle weggenommen wird. Ich will auch gar nicht das sie mir weggenommen wird. Ich brauche das einfach – wie die Luft zum atmen. Um mit meiner sensiblen Gefühlswelt klar zu kommen, um besser im Leben zu stehen und für meine Familie da zu sein. Mal abgesehen davon, dass das Leben und das Schicksal oft meine Pläne in der Luft zerreißt.

Bei Kindern ist das anderes. Kopflos, halsüber, kopfüber stürzen Sie sich auf Neues, in Situationen. Auch wenn ich einen sensiblen vorsichtigen Jungen zu Hause habe, auch er hat manche Tage, wo er völlig frei von allem sich in irgendwas Kopfüber hineinstürzt. Gedankenfrei. Gefühlsfrei. Einfach laufen lassen.

Wunderbar und erstaunlich die Kinder, woher kommt das? Fehlende Informationen, fehlende Erfahrung, gar fehlendes Gefühl von Raum und Zeit. Die Kindheitstage sind zeitlos, nicht so verplant wie unsere. Vielleicht sollten wir unsere Tage mehr zeitlos gestalten – back to the roots.
Letztendlich ist das die einzig wahre Lösung sich frei und unschuldig ins Leben zu ergeben (aus meiner Sicht gesehen). Es auszuschöpfen, sich treiben zu lassen auf dem Fluss der Zeit des Lebens.

Meine  Erbanlagen im Planen und Vorsichtigkeit, quasi Kontrollmensch zu sein, hab ich weiter gegeben. Perfektionismus steht auch irgendwo in den Zwischenzeilen. Aber wir haben da diese Tage, wo meine (unsere) Erbanlagen völlig ausgeschaltet sind beim Wunschkind. Das ist schön, wunderbar, erfüllt mich mit Stolz. Das ist er, der nichts hinterfragt, keine noch so niedrigen 0,01 % Eventualitäten auf dem Plan ruft, die kindliche Logik übernimmt.

Das ist er, ein Teil von ihm, der sich aus uns geformt hat, der einzigartig ist. Kopfüber. Völlig frei! Und dafür lieben wir ihn um so mehr!

 

Beitragsbild: Quelle: Pixabay

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2 Gedanken zu “Kopfüber – einfach so

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