Verwandlung – Außen oder Innen?

Ein stilles Wasser macht den Mund auf. Verwandelt sich von einem stummen Fisch zu einem singenden Vogel. Möchte der Welt endlich zeigen, wer es ist. Entfaltet wie ein Schmetterling seine Flügel und fliegt hinaus in die Welt. –  Ok, reicht dann auch schon wieder. Ich wollte nur sicher gehen, dass mein Debütbeitrag beim Mitmachblog sehr theatralisch beginnt.

Die Verwandlung von Menschen ist für mich eines der faszinierendsten Dinge auf dieser Welt! Dass sich eine Handvoll Mensch bei der Geburt zu einem aufrecht gehenden und sprechenden Lebewesen entwickelt, stellt ein Wunder dar. Allein die Zeit wandelt alles und jeden!

Der Unterschied zu meiner Verwandlung? Ich habe sie selber herbeigeführt. Mein Körper war und ist ein Opfer meines Verhaltens. Er kann sich nie sicher sein, ob er an einem Tag etwas zu essen bekommt und hungern muss oder bis oben hin vollgestopft wird. Das führt dann auch schon mal dazu, dass ich mein Körpergewicht innerhalb eines Jahres auf die Hälfte reduziere und kurz darauf genau dieses Gewicht wieder an mir dranhängt. Und das stellt schon eine starke Veränderung dar. Der Spiegel kann da echt zum Feind werden.

Das ist die äußere Veränderung. Die Verwandlung, die jeder sehen kann und beurteilt wird. Wer von uns hat denn noch nie einen solchen Spruch gehört: „Du bist aber dick/dünn, groß/klein (?), hübsch, alt geworden!“ Oder einfach nur: „Du hast dich aber verändert!“ Der Selbstkritische interpretiert seine vom anderen kommentierte Veränderung als schlecht, der Selbstbewusste hinterfragt meist gar nicht.

Was aber für mich noch viel mehr zählt ist die innere Verwandlung. Es gibt in der Psychologie Ansätze, die behaupten, dass die Persönlichkeit einer Person weitgehend über sein Leben hinweg stabil bleibt. Das denke ich nicht! Würden wir uns nicht verwandeln und weiterentwickeln, würden wir immer noch auf allen Vieren herumkrabbeln. Allein das Anpassen an eine neue Umgebung, sei es Umzug oder Arbeitsplatzwechsel, verlangt von uns Menschen eine gewisse Flexibilität, die uns in gewisser Weise verwandelt, zumindest Teile von uns.

Ich wollte immer unsichtbar sein, nicht auffallen und nicht gehört werden. Mein Innerstes war am ruhigsten, wenn alle Blicke von mir weggerichtet waren. Das hat sich gewandelt! Mein Blog war der Startschuss endlich den Mund aufzumachen beziehungsweise meine Gedanken in Textform auszusprechen.

Das hat mich Überwindung gekostet und fand auch nicht von heute auf morgen statt. Wie aus einem Samen wuchs ein kleines Pflänzchen und mit genügend Zeit wurde eine reale Idee daraus. Ich bin noch anonym, das gibt mir Schutz! Doch ich will mich noch weiter verwandeln! Wie ein Schmetterling möchte ich meine Flügel öffnen und in die Welt hinausposaunen, was ich zu sagen habe. Mit meinem kompletten Ich – meinem Innen und Außen.

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Handlettering by Mein Leben als Psycho
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2 Gedanken zu “Verwandlung – Außen oder Innen?

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