Mein „erstes“ Leben oder 27 Jahre an der Flasche

OK, ich stelle das hier ein, weil es etwas mit „blau“ zu tun hat und ich es auf meiner Homepage gerade bearbeite. Dort heißt es:

Mein ERSTES Leben

Ich habe 27 Jahre gesoffen, und da ich Dortmunder war, war das ganz normal.

Ja, ganz klar und knapp: gesoffen.

Dortmund war schon immer eine Bierstadt und als Jugendlicher mußte man „einen Stiefel vertragen“, wenn man dazu gehören wollte, in einer Clique, also konnte auch ich eine Menge vertragen.

Immer am Wochenende, bevor wir zum Tanzen gingen, die Kumpels und ich, dann gingen wir zuerst in eine Kneipe und soffen den Deckel rund.

Die Kollegen waren meistens so prall, dass ich sie abends heimbringen musste, wohingegen ich, mich noch ganz gut artikulieren konnte und auch nicht all zu sehr schwankte.

Als ich dann in die Lehre kam, fand ich zu einer anderen Clique, und dort wurde auch in der Woche getrunken. Wir gingen damals zu Knobeln 3x in der Woche. Ich kam immer nachts heim (wohnte noch bei den Eltern) und musste mich jeden 2. Tag erstmal wieder ausnüchtern. Meine Mutter bat mich TRINK DOCH NICHT SO VIEL, aber das konnte ich da schon gar nicht mehr.

Quelle: Meine Geschichte

Hier nur einen Ausschnitt von meiner Seite, denn das ist jetzt 14 Jahre vorbei mit dem Suff. Ich bin damals aus ganz schlimmen Gründen nach Hamburg „ausgewandert“. Ich hatte nicht nur gesüppelt, sondern verbrachte auch meine Tage am Internet; Job hatte ich verloren, wie ich mir sagte: Nicht wegen des Suffs, aber sind wir doch mal ehrlich, das hing doch alles irgendwie zusammen. Die dünne Haut, dass ich schnell mal eben auf 180 war. Dann auch noch die Internet-Sucht. Daheim war kaum noch Kommunikation, und dann lernte ich im www (yahoo)eine Frau kennen, die mich unter fadenscheinigen Gründen nach Hamburg lockte. Es ging eben alles den Bach ‚runter.

Auf meiner Homepage arbeite ich das Thema gerade wieder auf, vielleicht werde ich auch einmal hier einstellen, wie der weitere Weg in Hamburg war, wie ich loskam vom „Suff“; als ich vor einiger Zeit das Thema schon einmal aufarbeiten wollte, was alles noch zu frisch und schmerzte noch. Aber nun ist die Zeit dafür gekommen. Auf meiner Seite werde ich auch noch beschreiben, wie ich 2016 alleine von meiner Zahnarztangst loskam. Ein weiterer Quantensprung nach dem Erreichen der Nüchternheit, denn, wenn man trocken ist ist man nicht automatisch auch gleich nüchtern.

Ich habe diesen Beitrag hier eingestellt, weil ich sah‘, dass das Wochenthema „Blau“ ist und es war meine Assoziation dazu. Webseiten und Blogs habe ich enmasse produziert, das ist wie bei einer Sucht: Immer alles und ganz viel davon. Wie die Vorratshaltung bei den Getränken, immer aufpassen, dass morgens mindestens noch eine Flasche Bier da war gegen den Tatterich, gegen die Panik beim Entzug. Und hinterher, wenn überall in den Schränken, überall, wo man etwas öffnen konnte einem beim Öffnen eine Lawine von diesen grünen Likörflaschen entgegenprasselte, und wie ich dann immer in einer stillen Stunde alles nachundnach entsorgte und mir schwor: Nie wieder … und abends saß‘ ich wieder friedlich bei Bier und Likör. Eine schlimme Zeit war das.

Ich bin noch ganz neu beim MitmachBlog und hoffe, dass ich das Thema hier einstellen durfte. Einstweilen meinen herzlichen Dank für’s lesen und eine gute Zeit

wünscht Euer Rainer aus Hamburg

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4 Gedanken zu “Mein „erstes“ Leben oder 27 Jahre an der Flasche

  1. Vielen Dank, für diesen Einblick. Ich finde es sehr mutig, wie du damit umgehst.
    Und ich hoffe, du findest Hamburg inzwischen nicht mehr so schlimm, auch wenn die Erinnerungen sicher nicht schön sind.

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    1. Nein, schlimm war Hamburg eigentlich noch nie, Thrillerbraut, nur die Umstände beim Beginn meiner Hamburger Zeit. War ich doch als verzogenes Einzelkind stets gewohnt, dass man mir alles abnahm (sogar auch in der ersten Ehe), so musste ich gleich zu Beginn meiner Hamburger Zeit auf eigenen Füßen stehen, und das war nicht ganz so einfach.

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