Jetzt hat sie’s

Es grünt so grün … Letzte Woche war noch alles blau auf dem Mitmachblog und schon sind wir mitten drin im Dialektdschungel. Dialekte nimmt man gewöhnlich mit der Zeit an. Aber wie wird man ihn los? Richtig, mit Sprachübungen.

So lehrte uns schon recht humorvoll und beschwingt Professor Higgins. Ach wie gerne hab ich als Kind mit schauriger Stimme „Wart’s nur ab, Henry Higgins, wart’s nur ab“ gesungen. Und natürlich von den blühenden spanischen Blüten. Die Melodien sind sofort wieder da, kaum dass ich die Worte höre/lese/schreibe. Audrey Hepburn und Rex Harrison – das arme Mädchen mit der fürchterlichen Sprache und der noble Professor, der Menschen nach ihrer Aussprache in Schubladen zu stecken vermag – was für ein kongeniales Paar. Wann immer es diesen Film im Fernsehen spielte, saß ich begeistert davor und war 1 1/2 Stunden ganz vertieft in das Musical und die witzigen Dialoge Bernhard Shaws. Auch als Buch ist Pygmalion / My fair lady ein Vergnügen.

Muss man Dialekte ablegen, um den Aufstieg zu schaffen? Es gibt immer Beispiele für Menschen, die trotz einer recht lustigen Mundart berühmt und erfolgreich wurden. Arnold Schwarzenegger klingt ja im Englischen nicht viel weniger steirisch als im Deutschen. Das hat Charme und vor allem Wiedererkennungswert.

Menschen mit Dialekt klingen meistens zumindest authentisch und geerdet. Trotzdem kann ein Dialekt auch ein Stolperstein sein oder eine Bremse in der Kommunikation. Denn wenn man die halbe Zeit nicht versteht, wovon der andere eigentlich spricht, dann wird das Gespräch nicht wirklich in Gang kommen.

Unsere 2-Jährige redet schon länger wie ein Wasserfall. Vor kurzem klang es auch so ähnlich: fließend, aber nicht verständlich. Das hat sich nun sehr rasch, fast sprunghaft geändert. Die Worte sind jetzt meist schon recht klar. Manchmal auch genauso klar wie der Dialekt, der ihr vorgesprochen wird. Was ihr gefällt, teilt sie uns mit einem strahlenden „Ich mog das!“ mit. Und schon bemühe ich mich zu erklären, dass es „ich mag – mag mit A – heißt, weil es von möchten kommt„. Hm, nun gut. Das war nicht wirklich hilfreich und die 4-Jährige probiert sofort ein „ich mög“ aus. Konjugation ist halt nicht unbedingt intuitiv.

Manchmal verstehe ich auch einfach nicht, was mir die Kleine sagen will, selbst wenn ich mehrfach nachfrage. Zum Glück ist ihre ältere Schwester mit den nur zwei Jahren Vorsprung noch nah genug dran an der Babysprache und spielt dann gekonnt Dolmetsch. Wenn ich es endlich auch begriffen habe, welche Worte sie zu sagen versucht, dann können wir alle gemeinsam ausrufen „Jetzt hat sie’s! Mein Gott, jetzt hat sie’s“ und ein kleines Freudentänzchen aufführen.

 

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Ein Gedanke zu “Jetzt hat sie’s

  1. Hat dies auf Mein Name Sei MAMA rebloggt und kommentierte:

    Sprache ist es etwas Faszinierendes und hat fast so viele Facetten wie es Menschen gibt, zumindest aber Dialekte. Wie man sich als Kind angewöhnt zu sprechen, das legt man nur schwer wieder ab. Aber wenn saubere Kommunikation gelingt, dann kann man auch gleich ein Musical daraus machen 😉

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