Schbrisch HOCHdeudsch, mein Määdschn

Dialeggde sind was scheenes. Se machen unser Läben bund. Mor muss hinhorschen. Richtisch uffbassen.
Und meene Tibbfähler sinn denn ooch nich so schlimme.

Des mit dem Blau habsch irchendwie nisch mitjeschaffd. De Woche war hard.

Was had sisch der Hund jefreut, jeden Morschen, Middachs und Aahmds, wenn isch „naaa meen Schäädselein“ jerufen habe unn er seinen Nischel un den vielen Rest seines gr0ßen seidichen Leibes an misch schmeissen gonnte.

Nu isser wech, der Hund. Beim Oppa. Meen Dräähnen sin och wech. Escht – isch habb jeheuld, än bissschen. Had aaber keener jesehn.

Un nu…sinniere isch hier rum, guschel mit unsren Miezen und baarmal am Tach mit den zweeen da drieben, gugge morschens schonn raus, ob de Graue da is… und wenn se da is dann bringschse rieber.
Heude morschen hat se jewarted, direggt vor unsre Hausdüre. Vor de erste Schdufe hat se jehoggt. Un jemautst.
Unser Kader had misch jeweggt, empööört warer.

Im Heim hamse misch oft jefraacht, woher isch gomme. Manschemal habsch mirn Schbass erloobt un den Leidschen was vorjesäggselt. So „gud“ ischs ja noch gonnte. Bin ja schon ääh Weilschen wech, aus dor Grooßschdad. Un des hier uffzuschreiben, is eschd ne Herausforderung. Mansche Wörder gann mor nisch ins Säggssche umschreiben. Isch gäbe mir aber Miehe.

Mor gann ja wegen däm Säggsisch ooch hier mal guggen:
link zu mdr.de – quiz saechsisch

Oder hier:
link zu sachsenwelt.de

Zu guuder Lädzd noch des beriehmt-berüschdichde Määrschen vom

Rotgaebbchen

Von Lene Voigt

Da war aemal ae gleenes niedliches Maedchen. Das grichte von seiner Grossemudder aenne feierrote Samtgabbe mit aenner Bommel dran. Dadrin sah de Gleene so schnaerblich aus, dasse barduh geen andern Bibbi maehr uffsetzte. Un so gams, dasse von dr ganzen Nachbarschaft Rotgaebbchen genannt wurde. Eenes Dages sagte de Mudder zu dr Gleenen:
„Gomm, mei Gind, nimm hier das Henkelgaerbchen un brings naus bei de Grossemuder. Se hat aehmd telefoniert, dassrch gar nich hibsch is heite.“
„Was isn da drinne im Gorbe?“
fragte Rotgaebbchen.
„Aenne Flasche Abbelwein, aenne Biggse Eelsardin‘ un aenne Baebe. Dassde mir aber nich etwa unterwaechens am Guchen rumgnaubelst! Wenn de Hunger hast, issde deine Baemmchen mit Gunsthonich, verschtanden?“
Rotgaebbchen verschrach scheene zu folchen un hubbste frehlich in dn Frielink naus. Wiese nach aenner Vaertelschtunde im Walde drinne war, gam ploetzlich ae Wolf angelaascht. – Was das fier Dier is, wolltr wissen? – Nu schtellt eich aemal Baezolds Garo vor, denkt eich noch ae Schtickchen dran, drzu ae viel schbitzern Gobb un gliehende Oochen – un da habtr ae Woelf.
So a Viech gam also ausn Busche un meente:
„Bei waen willstn, Rotgaebbchen?“
„Bei de Grossemudder.“
„Nu weesste, da waerd’ch awer daer alten Frau ae baar Bliemchen mitnaehm. Das geheert sich eenfach so fier ae gebildetes Enkelgind.“
„De hast eechentlich recht“,
sagte Rotgaebbchen, schtellte ihrn Gorb unter aenne Danne un bickte sich nach Anemon‘ un Briemeln. Se hatse awer nich gleich mitr Wurzel rausgerubbt wie ihr, sondern jedes eenzelne sachte abgegnibst. Dr Wolf feixte in sich nein un saebbelte naus bei de Grossemudder. Dort schbrangr mit een Satz ins Heischen, sauste durch die gute Schtuwe un dann hinter in de Gammer un verschlang de alte Frau.
Se hatte iwerhaupt nich Zeit, um Hilfe zu brilln, da sasse schon drinne im Wolfsbauche. Na un da warsch nadierlich zu schbaete. Hieruff groch das beese Dier ins Bette nein, deckte sich bis nuff zu un schtilbte sich dr Grossemudder ihre lilane Nachtmitze iwersch Gesichte. Nach aenner Weile gam Rotgaebbchen un wunderte sich, dass de Diere uffschtand. Nu, wahrscheinlich dud de Grossemudder grade liften, dachte se dann un lief nein in de Gammer. Da fielr nu gleich uff, dass de de alte Frau heite so ae faerchterlich grossen Mund hatte.
„Awer meine gude Grossemudder“ meente se, „wie siechste denne aus? De hast wohl de Maulschbaerre gegricht?“Sie beichde sich ae bisschen diefer iwersch Bette. Da riss dr Wolf den Rachen uff un waerchte ooch noch ’s gleene Maedchen nunter. De Grossemudder rickte ae Haebbchen beiseite, un nu sassense alle beede drinne. Wenn mr wenichstens de Baebe mit haetten, daechte Rotgaebbchen. Awer reden gonnte se nischt, denn de Luft war gans dick un schnierte ihr de Gaele zu. Dr Wolf schlief nach daem Reggordfriehschtick ein un schnarchte so laut, dass draussen de Boomschtaemme waggelten.
Da gam ae Jaecher angeleiert, heerte das Schnarchen un dachte:
„Ich gann mr nich haelfen: Das is doch direggt unweiblich von daer alten Frau, so druflos zu rasseln!“
Dann ginkr nein ins Heischen un maerkte nadierlich gleich, wen’r da im Bette vor sich hatte.
„Habbch dich endlich erwischt, du fraecher Gedatte!“ riefr, holte aus dr Giche dr Grossemudder ihre Gefliechelschaere un schnibbelte behutsam dn Wolfbalch uff. Das war nu vielleicht aenne Freide, wie die beeden wieder ans Dageslicht gegollert gam! De alte Frau butzte ihre Brille, die da drinne gans angeloofen war, un Rotgaebbchen schtobbte dn Wolfsbauch voll Brigetts ausn Gohlngasten un naehte dann das beese Dier wieder zusamm. Un wie nu dr Wolf uffwachte un sich heimlich ausn Schtaube machen wollte, blumbstr dod uffn Bettvorlecher.
De Grossemudder, Rotgaebbchen und dr Jaecher tranken dn Abbelwein, machten sich iwer de eelsardin un deilden sich in de Baebe. Se warn saehre froh, dass de Sache noch so scheen abgeloofen war.
Nu naehmt eich draus aenne Lehr – besonders ihr Maedchen: s is immer besser, ae weibliches Wesen gimmte sich iwerhaubt nich drum, wennse unterwaeches eener angewasselt, denn mr gann nie wissen, was drhinterschteckt.

 

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3 Gedanken zu “Schbrisch HOCHdeudsch, mein Määdschn

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