Die Rache

Die Rache

Ungläubig starrt er dich an,
Fragt sich, wie das sein kann,
Dass es so gekommen,
Dein Blick ist verschwommen.

Seine Finger betasten dein Gesicht,
Sieht er deine Tränen nicht?

„Du hast uns damals hintergangen,
Sie wurden wegen dir gefangen,
Mit Freuden wurden sie gefoltert, gequält,
Ich saß und habe die Sekunden gezählt,
In denen Mutter schrie und brüllte,
Schmerz und Hass sie zum Schluss erfüllte.

Du dachtest auf Reisen sei ich?
Du irrtest dich.

Ja, ich war in jener Nacht da,
Im Tode Mutter mein Antlitz sah.

Meine Schwester haben sie mitgenommen,
Ich bin gerade so entronnen.

Die Mörder zu finden habe ich geschworen,
Nie ein Wort darüber verloren,
Was in jener Nacht geschehen,
Ich habe alles gesehen.

Wen ich bis heute nicht finden kann?
Ja. Dich. Du warst der Hintermann.

Mutters Blut war verteilt an den Wänden,
Klebt an deinen sündigen Händen.

Ich habe dich geliebt, es tut mir Leid,
Meine Seele qualvoll schreit,
Nach Rache, Nach Blut,
Spürst du meine Wut?“

Du kannst dich wehren, du kannst brüllen,
Dein Tod wird mein Herz mit Freude erfüllen.

Was du zu jener Zeit getan,
Wird kein anderer mehr erfahren.

Ich habe dich geliebt, du warst mein,
Aber das hier, das muss ein.“

Er sinkt auf die Knie vor dir nieder,
Du küsst ihn: „Wir sehen uns im nächsten Leben wieder.“
Sein Leib fällt zu Boden, einst war er dein Glück,
Jetzt lässt du deinen Dolch bei ihm zurück.

Claudia Wendt

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