Langstreckenflug

Fliegen hat es an sich ja schon in sich in Sachen Verschwendung und passt damit voll ins Wochenthema. Die Umweltbilanz ist verheerend, wir tun es aber trotzdem und finden dafür auch gute Gründe, die wir uns zumindest selbst glauben. So ganz ohne Fernreisen … nein, das wäre nichts. Und Dienstreisen gehören für mich zwangsläufig zum Beruf.

Der längste Flug all meines bisherigen Reisens, 17h soll er dauern. Es gibt irgendwann Getränke – in Einwegbechern. Es gibt Abendessen. Ich könnte der Flugbegleiterin ohne das Tablett auch nur gesehen zu haben sagen, dass ich die Hälfte darauf nicht anrühren werde, ich weiß sogar welche Hälfte der darauf liegenden, einzeln in Plastikfolie verpackten Sachen ich nicht essen werde (den als Brötchen bezeichneten Teigling, den als Käse bezeichneten gummiähnlichen Aggregatzustand, die Butter, vermutlich auch den Nachtisch). Zum Essen gibt es Getränke – in Einwegbechern. Am Ende geht ein Tablett mit einem Berg Plastik und einigem Nichtgegessenen zurück und das meiste davon wandert in den Müllsack.

Während der weitgehend schlaflosen Nacht gibt es wieder Getränke – in Einwegbechern. Noch einen Happen zu essen – in Plastikfolie. Vor der Landung gibt es Frühstück. Mit Tee im Einwegbecher und einer Menge plastikverpackten Sachen, die ich vermutlich nicht essen werde (Teigling, das käseartige Etwas, … ), und die zu essen ich auch gar nicht erwäge, sie liegen aber halt schon auf dem Tablett. Die Hälfte geht wieder zurück und wandert mit dem Berg geöffneter Plastikverpackungen in den Müllsack.

Und dann kommt der Anschlussflug. Mit noch mehr Plastik und noch mehr Müll und noch mehr Essen, das ich und über 700 andere Reisende nicht gegessen haben werden. All diese großen Müllsäcke in all diesen vielen Flugzeugen. Auf diese Verschwendung würde ich beim Reisen gerne verzichten.

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3 Gedanken zu “Langstreckenflug

  1. Zuhause bemühen wir uns, nichts zu Verschwenden. Wir kaufen plastikarm auf dem Wochenmarkt ein, wir planen Essensreste in den weiteren Speiseplan ein. Über übrig gebliebene Rohkost aus den Kinder-Brotdosen freuen sich meistens die Kaninchen.
    Nicht immer gelingt das so einfach, manchmal wird was im Kühlschrank vergessen, oder es hat einfach keiner mehr Lust darauf, so dass es liegenbleibt und schändlicherweise verdirbt. Das passiert, ist aber weder Absicht noch geplant.
    Gerade das industrielle Einheitsessen, das es im Flugzeug gibt, ist aber eine furchtbare Verschwendung. Jeder bekommt das gleiche Zeug, alles ist einzeln verpackt. Was spricht dagegen, einen „Frühstückstrolley“ zu packen, mit dem die Flugbegleiter nur Dinge verteilen, die auch gewünscht werden? Besser wäre es außerdem, sich grundsätzlich nur gegen einen Aufpreis ein Wunschessen aus einer bestimmten Auswahl zusammen zu stellen, so dass man sich einfach auch ein Pausenbrot mitnehmen kann, das gesund ist und gut schmeckt.
    Vermutlich ist es schlicht einfacher und billiger, die Kunden so zu versorgen und Reste wegzuwerfen. Könnte man diese nicht auch am Zielflughafen aussortieren (sofern sie noch originalverpackt sind) und einer Tafel vor Ort spenden?
    Gedanken, Ideen und Möglichkeiten gäbe es sicher genug. Aber anscheinend sitzen an den jeweiligen Positionen in den Fluglinien zu wenige Idealisten, die diese auch umsetzen können oder wollen. Schade eigentlich…

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    1. Unter diesem Aspekt finde ich es gar nicht so schlecht, dass es auf kurzen Flügen kein Essen mehr gibt. Man weiss natürlich nicht, wie viel von dem was nicht verkauft wird weggeworfen wird, aber für anderthalb Stunden unterwegs brauche ich kein Essen oder bringe mir mein Brot selbst mit. Das wird einem ja zum Glück noch nicht an der Sicherheitskontrolle abgenommen.

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