Umzugsgedanken und Verschwendungssucht.

 

Facebook Titelbilder Weltraum 12
Quelle: Facebook-Pics

Umsiedeln sollen wir. Am besten bald. Das sagt einer der angeblich klügsten Köpfe der Welt. Wir sollten dringend neue Planeten besiedeln. Weil der Präsident eines großen Landes dabei sei, die Erde endgültig in den Abgrund zu führen, weil er den Klimawandel leugne. Hm. Macht mich nachdenklich, was ich da lese.

Schon einmal das mit diesem Präsidenten. Das ist so eine eigene Geschichte. Der sein Land so super groß machen will. Was will er? Es aufblasen? Ja, so scheint es manchmal. Und dann haut er dauernd auf die ach so bösen Medien hin, ohne die er sich gar nicht so aufspielen könnte. Ohne die er nicht so auftrump(f)en könnte. Aber was echauffiere ich mich da? Ist doch eine Verschwendung von Energie. Ich kann es nicht ändern. Das hat außerdem ein Ablaufdatum. Die Geschichte mit dem Physiker hat auch ein Ablaufdatum. Und die Erde wahrscheinlich ebenfalls. Bis dahin kann trotzdem viel passieren. Aber im großen Ganzen besehen ist das alles kaum ein Furz. Bestenfalls ein kleines Fürzchen. Sich darüber groß aufzuregen ist tatsächlich eine Verschwendung. Ist nicht mein Präsident und nicht mein Physiker. Die ziehen beide weder meine Kinder groß noch zahlen sie meine Rechnungen

Ich stosse im Internet immer wieder mal auf die Forderung diesen genialen Physikers, der Mensch müsse dringend neue Planeten besiedeln, weil es auf der Erde womöglich nicht mehr lange lebenswert bliebe.

Woher sollen wir diesen Planenten nehmen? Wenn der werte Herr Physiker das nicht weiß, wer dann?

„Wir kommen in Frieden!“ – Ernsthaft? Als ob eine Besiedelung eines fremden Planeten jemals in friedlicher Absicht erfolgen könnte. Naja, die Absicht könnte grundsätzlich und ursprünglich friedlich sein, gut, gestehe ich den Erstsiedlern zu. Wird es aber wohl nicht bleiben. Jedenfalls kann ich mich an keinen Fall erinnern, wo Menschen irgendwas besiedelt haben, ohne jemand anderen zu vertreiben oder zumindest  zu verdrängen. Sogar auf dem verdammten Mond musste eine Flagge in den Boden gerammt werden. Aber naja, was kümmert mich das?

Mir drängt sich da dieses eine Bild auf. Von wegen andere Planeten besiedeln. Da liegt alles versaut und verwüstet, wird zurückgelassen und man zieht weiter. Im Tierreich sind das Heuschreckenschwärme. Unter uns Menschen gibt es das auch, das nennt man dann Mietnomaden.

Interessanter Gedankengang ist das! So à la: Ist mir doch piepegal, ob ich Erdöl verheize und Rohstoffe verschwende oder mich jede Saison neu einkleide, ich ziehe dann einfach weiter auf den Planeten xyz, weil der wartet ja ohnehin schon auf mich. Dort mache ich dann das, was ich am besten kann. Wieder ausbeuten und verschwenden.

Mir kommt dieser Herr Physiker in all seiner Genialität ein wenig sehr optimistisch vor. Der ohne ausgeklügelte Technik überdies so seine Schwierigkeiten hätte, seinem Genie Raum und Gehör zu verschaffen. Aber selbst wenn wir genug intelligente Köpfe hätten, die den Auszug aus dem vormaligen Garten Eden vorbereiten, ich denke, die Zeit wird ein bisserl knapp, dass dieses Unternehmen erfolgreich ist. Da sollten wir wohl zuerst mal daheim aufräumen, was geht. Außerdem ist es vermessen, sich einfach mal so auf die Schnelle einen neuen Planeten zu suchen. All die anderen Arten gehen unter in dem Schlamassel, den wir so supertoll hinbekommen haben. Und wir schmeißen uns über die Häuser, sozusagen. Ganz genau die Rede der letzten Jahrhunderte: Entdecken, erobern und beherrschen. Tja, was verschwende ich da meine Energie? Das ist Zeitgeschichte und wir sind mittendrin. Just my two cents!

Wir können darüber diskutieren, dass die Gletscher schmelzen oder es Artensterben gibt und was weiß ich noch. Letzlich ist auch der Mensch nur eine Art, die früher oder später wieder verschwinden wird. Was bleibt denn dann? Von den Dinosauriern finden wir Skelette und Abdrücke. Was wird man von uns finden? Autos und LKWs? Werden die LKWs dann als die Elite, weil groß und mächtig, angesehen, und Autos nur als mindere Arbeiter?

Wir Menschen reflektieren unser Tun oder zumindest das Tun der anderen. Wir buddeln die Vergangenheit unserer Vorfahren aus dem Dreck in Form von Alltagsgegenständen oder Stoffstückchen oder Tonscherben. Wir finden längst ausgestorbene Arten und stellen sie in Museen aus. Wir schreiben Abhandlungen und Bücher über all das und schlagen verbal um uns, was nicht alles getan gehörte oder besser gewesen wäre, um dieses zu retten und jenes zu bewahren. Aber wir gehen nie die naheliegenden Probleme an. Wir wollen alle ein gutes Auskommen, wollen lieben und geliebt werden. Und was dann fünfzig Jahre nach unserem Tod ist? Als ob das einen von uns wirklich bekümmerte. Seid’s mir nicht böse! Die Aussicht auf ein Paradies im Himmel vermag uns nicht mehr zu ängstigen. Wäre wohl anders, wenn wir sicher wüssten, dass wir in einer anderen Existenz auf der Erde wiedergeboren würde. Das kann einem schon einen Schrecken einjagen.

Aber naja, ich muss mich jetzt um mein kleines Rudel kümmern und kann mich nicht mehr derartigen Gedankengängen hingeben. Das ist Verschwendung wertvoller Ressourcen, die ich besser anderweitig einsetze. Um das unmittelbare Überleben zu sichern. Das wollen wir nämlich neben lieben und geliebt werden auch. Im übrigen bin ich ja total für Verschwendung. Wir sollten verschwenderischer umgehen. Mit Höflichkeit und mit Freundlichkeit. Mit Empathie und mit Lachen. Mit Respekt und mit Rücksichtnahme. Mit Liebe sowieso. So lange es geht!

Also lasst uns verschwenderisch sein. Aber bitte mit den richtigen Dingen! Vielleicht müssen wir dann auch nicht umsiedeln.

Advertisements

9 Gedanken zu “Umzugsgedanken und Verschwendungssucht.

    1. Stephen Hawking meint, wenn die Menschen nicht bald andere Planeten besiedeln, dann wird die Menschheit aussterben. Er plädiert für intensivere Forschung in diese Richtung. Für die wenigsten von uns wird das allerdings eine Relevanz haben.

      Gefällt mir

      1. Ich halte das für reichlich unrealistisch. In unserem Sonnensystem gibt es keinen geeigneten Planeten und andere Systeme sind Lichtjahre entfernt.
        Ansonsten wäre ich dafür, nicht gleich die gesamte Menschheit umzusiedeln sondern vielleicht einige derzeit Mächtige. Die könnten dann ihre jeweiligen Fahnen schwenken, gegeneinander Mauern bauen in verhüllenden Gewändern herumlaufen, ganz nach Belieben und der Rest der Menschheit könnte sich so vernünftig verhalten, dass die Erde noch für viele Generationen ausreichen würde. Ach, wär das schön …..

        Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s