gewittrige Aussichten

Potzblitz! Das Wochenthema lautet Donner und Blitz. Dabei kenne ich das als Blitz und Donner, aber da bin ich großzügig. Wobei ich bei Blitz gerne an meinen Fotoapparat denke und die vielen schönen Bilder, die ich damit ablichte, doch donnern tut es dabei nicht. Das ist auch gut so, denn sonst würde ich das Hobby wohl aufgeben, denn ehrlich gesagt, habe ich panische Angst vor Gewitter.

Zwei Erlebnisse hatte ich dazu, die meine Angst gefördert haben. Als Jugendliche war ich mit meinen Eltern (damals war man noch mit denen unterwegs) an der Zonengrenze in Bad Soden-Allendorf. Es war ein sonniger Frühsommertag. Doch dann wurde der Himmel zügig schwefelgelb. Es dunkelte etwas ab, aber nicht so, wie man es sonst bei einem aufziehenden Gewitter gewohnt ist. Wir flüchteten uns in unseren kliffgrünen (wer hat eigentlich diesen Farbnamen erfunden?) VW Passat. Und dann ging es auch schon los. Geparkt unter Bäumen bogen diese sich im aufziehenden Sturm weit herab. Es schüttete und innerhalb weniger Sekunden stand das ganze Gebiet unter Wasser. Wegfahren unmöglich. Die Scheibenwischer schafften selbst auf schnellster Stufe keinen Ausblick mehr. Und dann folgten Blitz und Donner. Gleichzeitig. Das Auto bebte, trotzdem es mit 4 Personen besetzt war. Wir wurden durchgeschaukelt.

Theoretisch weiß ich, dass ein Auto ein Faradayscher Käfig ist und der sicherste Ort, aber gefühlsmäßig und gedanklich urinierte und kotete ich mir in den Schlüpfer. Zumal meine Eltern, insbesondere meine Mutter, keine große Hilfe waren, da sie selbst mächtig Schiss hatten. Bei meiner Mutter kamen immer wieder die Kriegserlebnisse und Bombenangriffe durch, die sie mit diesem Lärm assoziierte. Wir saßen insgesamt mehrere Stunden zusammengepfercht im Auto fest, bis sich das Gewitter verzog und wir endlich nach Hause aufbrechen konnten.

Das zweite Erlebnis hatte ich in einem baden-Württembergischen Tal. Wir waren zu zweit mit den Fahrrädern unterwegs. Langsam zogen dunkle Wolken auf und die Luft kühlte ab. Es roch nach Regen. Wie es in den Bergen häufig ist, kam auch hier die Gewitterfront schnell näher. Rechts und links steile Felsen, im Tal Bäume, nichts als Bäume und Wiese. Ich radelte immer schneller, um einen Unterschlupf zu finden. Da bot sich eine alte Holzhütte an. Inzwischen hatte es angefangen zu gießen. In dem Moment, wo wir die Hütte betraten, krachte es und der Boden wackelte. Ich duckte mich unter einen Tisch. Der Blitz hatte direkt in den Felsen rechts neben der Hütte eingeschlagen. Ein ohrenbetäubender Lärm, dem ein dumpfes Grummeln folgte. Die halbe Felswand zerbröckelte und ging neben der Hütte nieder.

Die Bescherung sahen wir erst, als sich das Gewitter verzogen hatte. Sauviel Glück war im Spiel, dass die Felsen nicht die Wände der altersschwachen Hütte durchschlagen hatten. Die Brocken lagen bis an die Wand. Ein riesiges Loch klaffte in der Felswand.

Jetzt versteht ihr vielleicht, warum Blitz und Donner nicht zu meinen Lieblingsthemen gehört. Und Menschen, die freiwillig bei Gewitter vors Haus gehen, um Blitze zu fotografieren sind mir extrem suspekt. Würde mir nie im Leben einfallen.

Übrigens ist meine Strategie den Gewittern zu entfliehen diese: ich lege mich ins Bett und schlafe. Dann kriege ich nichts davon mit. 🙂

 

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