Wohin der Weg mich führt?

„Wege, die in die Zukunft führen,labyrinth-1013625_1920.jpg
liegen nie als Wege vor uns.
Sie werden zu Wegen erst dadurch,
dass man sie geht.“
(Franz Kafka)

Je näher ich einer Kreuzung komme, desto besser kann ich die großen Hinweisschilder erkennen, die mir den Weg zeigen sollen. Wohin soll ich gehen? Soll ich rechts oder links abbiegen oder einfach geradeaus dem Straßenverlauf folgen?

Wenn ich den Hinweisschildern, den Wegweisern, folge, gibt es einen Weg, der mich definitiv ans Ziel führt. Zwar kenne ich den Straßenverlauf, wenn ich abbiege, nicht, aber dafür hätte ich mein Ziel fest vor Augen.

Doch wohin führen die anderen Wege?
Die andere Abbiegung kann ich nicht einsehen, weder der Wegverlauf noch das Ziel sind mir bekannt. Würde ich weiter geradeaus fahren, könnte ich zwar für ein kleines Stück den Weg und somit den Wegverlauf einsehen, das Ziel wäre mir jedoch trotzdem unbekannt.

Und nun?

Wer sagt mir, dass nicht auch die anderen Wege ans Ziel führen? Und wer weiß, ob der Straßenverlauf auf dem Weg mit dem angestrebten Ziel überhaupt befahrbar ist? Woher weiß ich, ob mich der Wegweiser nicht täuscht und hinter der nächsten Kurve nicht vielleicht eine Baustelle lauert?

An der Kreuzung kann ich Passanten erkennen. Ich könnte anhalten und sie fragen, welcher Weg der beste wäre.
Doch vielleicht würden einige Leute einfach weitergehen, ohne mich überhaupt zu beachten. Andere würden mir eine schnelle, falsche Auskunft geben, nur um mich schnell wieder los zu sein. Wenige würden mir einen ernstgemeinten Hinweis geben, der mir helfen würde.

Niemand soll mich auf dem Weg ans Ziel begleiten, dass erwarte ich nicht. Vielmehr erwarte ich, dass sie mir genauso loyal wie die Wegweiser helfen, wohin mein Weg mich führen soll.

Denn ist wohin nicht vielmehr als nur eine kleine Frage? Schließlich zielt diese Frage auf eine Richtung ab. Sie will nicht nur einen Ort, sondern eine konkrete Richtung. So lässt sie gleichzeitig auch den nötigen Freiraum, damit ich meine Entscheidung jederzeit noch ändern kann.

Nun bin ich an der Kreuzung angekommen und muss mich einordnen, den Blinker setzen, mich entscheiden.

Ein Sicherheitsmensch würde den Weg mit bekanntem Straßenverlauf und Ziel wählen, ein Mensch, der das Risiko liebt, den Weg mit dem unbekannten Straßenverlauf und dem unbekannten Ziel, ein riskiofreudiger Sicherheitsmensch den Weg geradeaus.

Oder wäre es nicht vielleicht sogar ein größeres Risiko den bekannten Straßenverlauf mit dem Ziel zu wählen, weil man unaufmerksam werden könnte? Wäre es dann nicht sicherer, das Unbekannte zu erforschen, weil man dabei wachsam bleiben muss?

Wofür ich mich entscheide?
Wohin ich gehe?
Das verrate ich nicht.
Der Weg ist das Ziel, erinnere ich mich an Konfuzius, und fahre einfach los.

//Viele liebe Grüße
von Kathrin

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2 Gedanken zu “Wohin der Weg mich führt?

  1. Der Weg ist das Ziel! Ohh, wie ich diesen Satz hasse. Ich bin lieber am Ziel als auf den Weg dahin. In manchen Dingen bin ich so ungeduldig, ich entscheide mich auch sehr oft schnell weil ich nichts auf die lange Bank schieben mag.

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