Besuch vom Planeten Dings (Teil 11)

Rrrrrring, rrrring, rrrring.

„Ja, ja, keine Hektik. Ich komme ja schon.“ So schnell wie es mit Filzpantoffeln geht flitze bzw. schlittere ich an die Haustür und reiße sie stürmisch auf. Mir stockt der Atem. Eine mir unbekannte Frau steht davor. Das ist an und für sich nicht ungewöhnlich, denn ab und zu klingelt eben mal jemand bei mir. Die Zeugen Jehovas oder der Paketbote. Manchmal auch die Drückerkolonne, die mir ein Zeitschriftenabo verkaufen will. Aber nicht mit mir. Nee, das können die vergessen. Da mache ich meinem Name alle Ehre und bin mies drauf. So mies, dass die sich trollen und lieber zu den Nachbarn fliehen.

„Ähm, ja bitte?“

„Hugs. I b d Zarizabase Zinazinsa Zehweh und soll dich grüßen. B d d Miri?“

Oje. Wie redet die denn? In Abkürzungen etwa? Was soll das heißen I b d? Und B d d? Zinazinsa? Kommt mir irgendwie bekannt vor…. Zinazinsa! DIE Zinazinsa etwa!? Das muss die angekündigte Schwippschwägerin von Sigla sein. Sigla. Oh, mein Sigla. Wo steckst du nur?

Schon schwingt sie ihre Hüfte an meine, so wie es auf Yügöwämiß üblich ist. Sigla hat nicht gelogen: Sie ist eine Schönheit. Dunkelbraune, lange Haare, die sie zu einem kunstvollen Dutt aufgesteckt hat, lange, dichte Wimpern, ein ebenmäßiges Gesicht, dass nur in dezenten Erdtönen geschminkt ist und dadurch die Naturschönheit erhält. Allerdings habe ich sie mir größer vorgestellt. Maximal 165 cm, schätze ich. Schlank, aber nicht dürr. Mit Rundungen an den richtigen Stellen. Boah, ich werde langsam neidisch. Und sie duftet unaufdringlich nach Vanille und Limette.

„Hallo, ähm, wie soll ich dich ansprechen? Etwa mit dem ganzen Namen? Oder reicht Zinsa? Komm doch rein.“

„Zinsa klingt malerisch. Merci, meine Gute. Ich soll das Projekt mit der TMA erneut verfolgen. Und geht langsam DHM aus. Sigla meinte, du würdest uns helfen. Ebenso wie PLC.“

Uns? Den Planetenbewohnern, oder wie? Während ich das noch denke, schaut…. ähm, Sigla?! schaut um die Ecke. Ich reiße meine Augen auf und kann es nicht fassen. Er ist wieder da! Mein Sigla. Schon hole ich Anlauf um ihm in die Arme zu springen als er zur Seite weicht. Ja, Mistkram, klar ist der sauer. Ich habe es ja echt vermasselt. Erinnert ihr euch? Ich hatte ihm meine Liebe gestanden und er hat auch prompt geantwortet, aber weil es mitten in der Nacht war, wollte ich die Email nicht lesen. Dann vergaß ich sie monatelang und erst beim Entmüllen meines Postfachs entdeckte ich sie.

„Sigla! Oh es tut mir so leid! Ich wollte mich melden und alles was ich schrieb ist wahr. Auch wenn das nicht so aussah, weil ich mich nicht gemelde…..“

„Stop! Miri Kliffiter-zu-Jawyn. Ich bin nicht Sigla. Ich bin Königmann Tiruton Wycli. Siglas Zwillingsbruder.“

Eineiige Zwillinge. Hatte mir Sigla mal von erzählt. Ich erinnere mich. Aber ich will mich nicht erinnern! Ich will Sigla! Sofort schießen mir wieder Tränen in die Augen, doch ich beherrsche mich und bitte auch KTW in meine bescheidene Hütte.

„H d ein Heißgetränk für uns da? Der Weg war lang. KLS hat uns davon erzählt. Soll exotisch schmecken, m h a M.“

Die olle Schabracke mag ja noch so schön aussehen, aber diese Abkürzerei geht mir auf den Keks. Was will die mir sagen? Kann die nicht wenigsten normal komisch reden wie Sigla? Da habe ich zwar auch nur die Hälfte von verstanden mit seiner altmodischen Sprache, aber wenigstens waren es Worte, die man nachschlagen konnte. Und der KTW sagt gar nichts. Seltsame Spezies, diese Yügöwämißen.

„Kannst du mal in ganzen Wörtern sprechen, bitte.“

„Hast du ein Heißgetränk für uns da? Sigla hat uns davon vorgeschwärmt, meine herzallerliebste Miri.“

Ich zaubere Kaffee in meine Bodumkanne, 3 Tassen, Milch, Zucker, Süßstoff. Ich habe keine Ahnung, wie die ihren Kaffee haben wollen. Langsam kommen wir ins Gespräch. Dihydromonoxid ist immer noch Mangelware auf Yügödings und somit sind die beiden als Legaten abgeordnet worden, um weiteres Titan in meinem Garten zu synthetisieren. Phil-Luc-Camus, mein Nerdneffe wusste wohl schon seit über 2 Wochen, dass die beiden kommen würden und hat mir keinen Ton davon gesagt. Blödmann!

Sie werden sich die Wohnung drüben in der Nummer 13 teilen. Der ganze Apparateaufbau, also die Ywiskeramikstäbe, die Bleihaubenersatzkonstruktion usw befinden sich in der Garage von Hubers. Morgen soll es losgehen.

„Miri, h D f d B.“

„Was?“

„Entschuldige. Ich spare gerne an Worten. Auf Yügöwämiß-Q9* versteht mich jeder. Ich sagte: Miri, hab Dank für deine Bewirtung.“

Raus jetzt. Ich will in Ruhe meinen Tränen freien Raum lassen und jammern, dass KLS in der Tiefe des Universums weilt, während ich mich mit seiner buckligen Verwandtschaft abgeben muss. Und Abkürzungen kommen auf meinen persönlichen Hassindex. Außer vielleicht die Abkürzung durchs Universum, wie ich zu meinem Schatzelbatzel kommen kann….

Wie geht die Geschichte wohl weiter? Und wann? Abwarten und Eis schlecken…

 

 

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2 Gedanken zu “Besuch vom Planeten Dings (Teil 11)

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