Schlafloser Traum

Gerade erst hatte im All ein neuer Tag angefangen.

Kohlrabenschwarzes Nichts füllte die Lücken zwischen den Sternen ganz wunderbar bis in die hinterste Sackgasse des Universums hinein aus.

Niemand hatte erwartet, was als Nächstes passierte, womit es vielleicht auch gar nie stattfand. Ohne Zeugen war das im Nachhinein nur noch schwer feststellbar. Alle Befragungen dazu endeten in der Sackgasse

Letztere befand sich übrigens hinter dem Mond, hatte jedoch weder einen Anfang noch ein Ende. Mondschattenbewohner aber streckten nur selten und wenn dann sehr ängstlich ihre Nasen hervor und dachten gar nicht daran, irgendwo anders hin zu wollen.

Auch daAlltägliche hatte sich dorthin zurückgezogen, nachdem es seine Bemühungen, sich mehr Raum zu verschaffen, aufgegeben hatte. Er war seiner einsamen Anstrengungen gegen die Expansion des Unerwarteten müde geworden.

Hinter dem Mond lebte es sich gut. Während draußen allen anderen ein rauer Wind um die Nase wehte, obwohl sich kein Lüftchen rührte, war aus der stockfinsteren Unendlichkeit gelegentlich ein Ächzen und Stöhnen zu vernehmen, das einer Mitte zu entspringen schien, die nirgendwo anfing und überall aufhörte. Wehe man geriet in den Sog eines schwarzen Loches. Kohlrabenschwarze Anziehung, kein Entrinnen – definitiv eine Sackgasse ohne Umkehrmöglichkeit.

Verließ man den gesicherten Pfad, war sowieso keine Konstante mehr greifbar. Das Auseinanderdriften nicht gleichmäßig, schon gar nicht zu stoppen, wurde schneller und schneller. Was aber würde die rasenden Reisenden am Ende der Unendlichkeit erwarten? 

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Ein Gedanke zu “Schlafloser Traum

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