Spende

Die größte Behinderung, seit sich die Menschheit selbst erfunden hat, ist doch das Geld. Dieses unfassbare Diktat der Zahlen engt ein jedes Lebewesen ein. Beginnt man in der Nahrungskette ganz unten, so entscheidet schon im bakteriellen Stadium der Reichtum eines anderen darüber, welcher Stamm leben darf und welcher nicht. Sei es im weltweit öffentlichen Raum, wo bedingt durch Gewinnchancen natürliche Grundflächen mit all ihren eingewachsenen Biotopen verkauft und vernichtet werden, sei es im Gesundheitswesen, wo der Stand des gewinnorientierten Betriebes Krankenhaus darüber entscheidet, ob und welche Hygienemaßnahmen ergriffen werden und ob und welchen Bakterienstämmen das Leben ermöglicht wird oder nicht. … Spende weiterlesen

Mein Beitrag für Klagenfurt

Karla „Warte Karl- warte!“ Ihre Füße schienen den Boden kaum zu berühren, als sie zum Hoftor rannte. Atemlos keuchte sie: „Wo fährst du hin? Wann kommst du wieder?“ Er nahm ihren Kopf in seine großen Hände und gab ihr einen Kuss auf die Nase. Sie schluckte. „Du kommst doch wieder?“ Ihre Unterlippe begann zu zucken. „Karlchen meine Kleine,“, sagte er, „wenn es soweit ist, werde ich dich holen!“ „Versprochen?“ Er gab ihr seine Hand. „Allergrößtes Ehrenwort!“ Sie spuckte darauf und damit war es besiegelt. Und er hatte noch nie ein Versprechen gebrochen. Noch nie! Er ließ den Motor von seinem … Mein Beitrag für Klagenfurt weiterlesen

Das war doch

Totgekochter Rosenkohl Nudeln schleimig und fett Graupensuppe mit Froscheiern Selleriekompott. Feuermelder Brillenschlange Rundstrickhosen Mütze ab im Schulhaus Junge! Der Wellensittich der blaue – tot. Der Wellensittich der grüne – tot. Der Wellensittich der gelbe – weggeflogen. Die kleinen Kätzchen aus dem wilden Nachbarsgrundstück – nun, weg. Wie weg. So weg. Die konnten doch noch gar nicht laufen! Heimlich Krimi schauen und dabei Ganz allein im dunklen Haus. Knacken, knicken, krachen, Flackerlicht. Unter der Decke allein so allein gegen eine Armada der Titanen. Gerannt, ausgerutscht, Krankenhaus. Gerutscht, gegen den Pfosten geknallt, Krankenhaus. Kamillentee Warme Milch Pudding mit Haut. Das war doch. … Das war doch weiterlesen

Aufgelistet

  Einkaufen. Termin vereinbaren. Termin fürs Einkaufen vereinbaren. Öl! Anrufen. Briefmarken besorgen. Besorgte Anrufe. Scheine. Schöner Schein. Kekse, Mehl, Kaffee. Kündigung. Milch! Spülmaschine ausräumen. Kühlschrank einräumen. Küche umräumen. Paket für den Nachbarn. Postwurfsendung destabilisieren, Briefkästen manipulieren, Kosten explodieren. Unterhalt. Unterhaltung. Schokolade. Aufhören Schokolade zu essen. Aufhören Schokolade zu essen? Das habe ich nicht geschrieben! Das ist alles nicht von mir! Hallo? Ich bin hier, wenn mich jemand hören kann Hier! Zwischen den Hilfe?   Frau Körb ist derzeit nicht da. Ich habe aber das bei ihr auf dem Küchentisch gefunden und nehme an, Sie können etwas damit anfangen. Grüße Die … Aufgelistet weiterlesen

Shit happens – und wer macht das dann weg?

Als ich kürzlich Nachbars Buben aus dem Hort abholte, kam es zu einem kleinen Eklat. Ein blondes, langhaariges Mädchen schleuderte einen Schuh in meine Richtung und traf mich, ohne Absicht. Auf mein erstauntes Gesicht als einzige Reaktion auf den Wurf flüsterte das Mädchen, welches sich als Junge herausstellte zu seinem Spezi neben sich: „Boah, die sagt ja gar nix!“, holte aus und schleuderte auch den zweiten Schuh nach mir, diesmal mit voller Absicht. Blitzschnell begann es in meinen verstaubten Hirnwindungen zu arbeiten. „Sie haben jetzt folgende Auswahlmöglichkeiten:“, bot mir der Bordcomputer, „a) ignorieren, b) schimpfen wie ein Rohrspatz, c) die … Shit happens – und wer macht das dann weg? weiterlesen

Liebes Leben,

ich kann Dich ja ziemlich gut leiden, wobei gut relativ ist. Manchmal mehr, manchmal weniger – also ich bin Dir jetzt nicht abgeneigt. Du kannst echt nett sein. Aber was Du in der letzten Zeit so abziehst, also ehrlich! Meinst Du wirklich, dass Du Dir Freunde schaffst, indem Du die anderer dahinraffst? Findest Du es angebracht, sowas Unmögliches wie Geld so dermaßen aufzublasen? Glaubst Du, es ist spaßig, wenn Du einem, der am Boden liegt und versucht, sich irgendwie aufzuraffen – glaubst Du ehrlich, dass der es genauso witzig findet wie Du, torkelnd in ein neues Loch zu stolpern? Und … Liebes Leben, weiterlesen

Salat mit t

Heit nacht werts kalt im walt unt i net huntert jahr alt. …seufzte ein depressiver Eichblattsalat, der als letzter auf dem Feld zurückgelassen, ja schamlos vergessen und sich selbst überlassen wurde. Und es ruft der Rosenkohl von nebenan, dass er wohl wisse, wo die Verwandtschaft abgeblieben sei und dass diese feinen Pinkel jetzt im Luxusrestaurant dinieren, mit Salatbar, jaha! Aber was weiß denn ein Kohl schon vom Leben. Hiermit geht ein ganz spezieller Gruß an poemdiaryblog, die Schnitte hat den ganzen Salat erst angemacht (s.d.) und natürlich auch herzlich an alle anderen Leser Ihre Frau Körb   Salat mit t weiterlesen

Widder der Emanzipation

  In der Hitze des letztjährigen Sommers ereignete sich Folgendes: Mein Auto ist ein Kavalier der alten Schule. Als edler Franzmann, ganz in schwarz gekleidet, gibt es sich charmant die Ehre, eine Dame zu chauffieren. Aber wehe, die Dame beschließt, selbst zu fahren. „Non non non non chérie, der autö geört nischt in die and von aine frau!“ „Oui oui oui oui oui!“, entgegnete ich, „Schließlich zahle ich Steuern und Sprit, basta!“ So nahm ich also das vermeintlich letzte Wort behaltend, Platz auf dem Fahrersitz und startete den Motor. Ruhig schnurrte er wie Nachbars Katze. Ich legte den Gang ein … Widder der Emanzipation weiterlesen

Besuch

Einsamkeit. Wölfisch singuläre Isolation. Kälte. Sternenklar zu Staub zerfrieren. Es klingelt. Es klingelt? Es klingelt! Knusper knusper Knäuschen Wer klingelt an meinem Häuschen? Der neue Nachbar Nur herein! Eier, Zucker, Brot? Wein? Liebe? Essig. Essig, Säure. Zerfrisst das Gedärm von innen. Reinigt. Klärt und säubert. Jetzt ist er mein! Nur noch ein Zeichen meine Unterschrift kein Brandmal im Haus. Lippen auf Haut mit etwas Mühe ein schönes Siegel! Und ab in den Schrank. Muss die anderen zusammenschieben. Rot leuchtet der Fleck. Kleines Feuer gegen große Kälte. Einsamkeit. Wölfisch singuläre Isolation. Besuch weiterlesen