Die Insel

Ursprünglich veröffentlicht auf GERDA KAZAKOU:
Jedes Mal, wenn sich unser Schiff der Insel näherte, zitterte mein Herz vor Freude. Manchmal erschien sie leicht wie ein rosa Wölkchen am Morgenhimmel, dann wieder wie eine dunkle Wetterwolke, wild und feurig im tieferen Blau des Meeres schwimmend. Alle atmosphärischen Wechsel überdauert ihre prägnante Gestalt. Hochragend mit dem Doppelgipfel, springt sie eintausendsechshundertelf Meter direkt aus dem Meer. Hervorgetrieben und aufgehäuft wurde sie einst durch gewaltige Vulkankräfte. Samothrake. Lange war ich nicht mehr da. Es wird Zeit. Die Insel weiterlesen

Die Verwandlung des Pan. Eine abc-etüde

Die Verwandlung des Pan. Ein Geißbock, o weh, saß in den Wiesen Voller Pusteblumen die machten ihn niesen. Er nahm den Käsehobel zur Hand, o Graus Und machte den Pusteblumen den Garaus. Als er die Wiese so verschandelte Der Geißbock sich verwandelte. Er wurde ein Picasso-Bild An dem hing dran ein kleines Schild: Höflich werden gebeten Bewerber anzutreten. Die Versteigerung ist von Mitternacht Bis morgen früh um halbe acht. Dies habe ich für die abc-etüden und für den Mitmachblog geschieben. Die Wörter der abc-etüden sind: Pusteblume, Käsehobel, Versteigerung. Die Verwandlung des Pan. Eine abc-etüde weiterlesen

Höhenflüge

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Wer kennt nicht Wilhelm Buschs „fliegenden Frosch“? Wenn einer, der mit Mühe kaum / gekrochen ist auf einen Baum / schon meint, dass er ein Vogel wär / so irrt sich der. Mich begleitete der Vers bei vielen geistigen Flugversuchen, und ich fand ihn tröstlich, wenn ich mal wieder – platsch – auf dem Bauch gelandet war. Das heutige Bild illustriert diese so mühsam errungene Lebensweisheit. „Höhenflug“ ist ein „Simultanbild“, wie es im ausgehenden Mittelalter sehr beliebt war, in der volkstümlichen Kunst weiterhin gepflegt und im Comic des 20. Jahrhunderts neu belebt wurde.… Höhenflüge weiterlesen

Schwanenwege. Harald scheut Kosten. Ein Beitrag zum Thema „Plauderstündchen“ des Mitmachblogs.

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Ich wollte gern meine Gewohnheit beibehalten, zu den Themen des Mitmachsblogs etwas zu veröffentlichen. Doch Neues mag ich grad nicht schreiben. Also suchte ich einen passenden Abschnitt in meinem uferlosen, aber hoffentlich nicht langatmigen Romanfragment (hallo, dies sind die Wörter vom Textstaub-Projekt abc-etüden!) und entschloss mich zum folgenden. Wir befinden uns in Genua, denn da liegt der jüngste Bruder Swen schwer verletzt und unansprechbar im Krankenhaus – abgestürzt mit einem Privatflugzeug. Harald, den ihr schon kennt, und seine Schwester Gise sind gekommen, um Swen beizustehen. Abgestiegen sind sie in einer Pension, in die… Schwanenwege. Harald scheut Kosten. Ein Beitrag zum Thema „Plauderstündchen“ des Mitmachblogs. weiterlesen

Schwanenwege: „Die Kette reißt“

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Liebe Leute, ich kanns nicht lassen. Schon wieder rücke ich mit einem Stück aus meinem Romanfragment „Schwanenwege“ heraus. Der Köder war diesmal das Wörtchen „Perle„, das zum Wochenthema im Mitmachblog gewählt wurde. Da habe ich doch so ein hübsches Kapitelchen fertig, dachte ich mir, da brauche ich mir nichts Neues aus den Fingern zu saugen. In diesem Stück geht es um Elisabeth, die betagte Mutter der fünf Geschwister, von denen ihr, die ihr mir folgt, bereits den Ludwig und den Harald ein wenig kennen gelernt habt. Elisabeth war eine junge, im Aufwind der… Schwanenwege: „Die Kette reißt“ weiterlesen

Ist Momo behindert?

Ich beobachtete sie kürzlich, als sie nahe am Strand Herrn Horas Schildkröte fütterte.  Neben ihr lag eine Krücke im Gras. Über ihr in Richtung Meer und Sonnenuntergang flog eine Möwe. Sie wirkte zufrieden und heiter. Aber ihr fehlte ein Bein. Kann sie denn da heiter sein, die Arme? Muss ich sie nicht bedauern, weil …. weil ich eben zwei Beine habe. Kassiopeia, die bekanntlich Gedanken lesen kann, ließ sich nicht beim Fressen stören. Aber auf ihrem Panzer erschien eine Schrift. Da stand: „Ich habe vier Beine – du zwei. Bist du behindert, du Arme?“ Wenn du mir nicht glaubst: Lies … Ist Momo behindert? weiterlesen

Was sind für uns Behinderungen?

So nenne ich das heutige Bild, in Anlehnung an das neue Wochenthema des Mitmachblogs: was sind denn eigentlich Behinderungenfür mich? Zu sehen ist ein Mensch, der in einem Boot sitzt und in die Freiheit rudern will. Aber sein Boot sitzt fest, da kann er noch so viel rudern. Das Grabmal seiner Ahnen, das geliebte Zuhause mit dem rauchenden Kamin, seine Blickrichtung und was noch alles hindern ihn an der Ausfahrt. Er lebt in einer bindenden Ordnung und er fürchtet den Zustand des Chaos, als das ihm die Aufgabe liebgewordener Vorstellungen erscheinen würde. Da lässt er doch lieber alles beim Alten … Was sind für uns Behinderungen? weiterlesen

Hänschen klein …

Kindheitserinnerungen? Da ist dieses Liedchen. Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein. Stock und Hut steht ihm gut, er ist wohlgemut. Doch die Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr! Da besinnt sich das Kind, kehrt nach Haus’ geschwind. Meine Ältere Schwester sang es mit Inbrunst, da ging es dann so: „Dabelsint sichdaskint…“. In der originalen Version geht es um das Weggehen des jungen Mannes, der spät, nun als Hans,  zurückkehrt. Die Schwester erkEnnt ihn nicht, wohl aber die Mutter: Hänschen klein Ging allein In die weite Welt hinein. Stock und Hut Steht ihm gut, Ist … Hänschen klein … weiterlesen

Glaubt es oder glaubt es nicht

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„Glaubt es oder glaubt es nicht“, begann Gerlinde Quack, denn heute war ihre Stunde. „Ich saß wie alle Abende auf meinem gemütlichen Bett und überlegte, welche Geschichte ich heute meinem Gertrudchen erzählen sollte – du weißt, sie weicht nicht von meiner Seite und quäkert, bis ich ihr eine Gutenachtgeschichte erzähle. Rudi war ausgeschwommen, er schwimmt, wie du weißt, immer gern eine Runde, bevor er sich zur Ruhe legt – nicht wahr, mein Rudi? Du warst nicht da. Du bist ja eigentlich nie da, wenn es was zu erleben gibt. Quack. Ich überlegte also… Glaubt es oder glaubt es nicht weiterlesen

Planet Kleinstadt

Das Leben in der Kleinstadt hat gelegentlich auch seinen Charme. Ich brauche gar nicht mein Teleskop aus dem Keller zu holen, wo es ganz gut steht und bleiben darf, um einen Blick auf das sonntägliche Kleinstadtgewimmel zu werfen. Denn es gab Zeiten, da lebte auch ich in einer kleinen Stadt. Und ich erinnere mich: Die Dächer sitzen schützend auf den Häusern, und wenn man genau hinsieht, entdeckt man auch einen schwarzen Kater – oder sind es gar zwei? – auf dem First neben dem Schornstein. O schöne friedliche Welt! Die Nachbarn haben sich auf die Straße begeben, denn die liebe … Planet Kleinstadt weiterlesen