Inselträume

Eine Insel. Viele sagen von mir, dass ich des öfteren abwesend wirke. Dass ich mich manchmal aus Gesprächsgruppen ausklinke und einfach geistig nicht da bin. Gut das bin auch nicht. Ich bin auf einer Insel – auf meiner Insel. Dort, wo nur Sachen sind oder passieren, die mich auch wirklich umtreiben. Beispielsweise Einkaufslisten. Allgemein strategische Abläufe verschiedenster Dinge. Sich lausende Affen. Oder auch lustige Namen. Zum Beispiel der Name unserer Streitschlichterin auf dem Gymnasium. Konstanze Jodfeld – Waelcebock. Wie Wälzebock. Köstlich. Friedrich Müller zu Heringdorf. Latein. Ich denke es gibt keine Menschen auf der Welt, die ihre eigenen Namen so … Inselträume weiterlesen

Der Dilettant

  Für den rein hypothetischen Fall, man hätte mich vor 15 Jahren mal beim Sprühen unter einer Brücke erwischt, wie wahrscheinlich ist es, dass heute noch im Freundeskreis darüber geredet wird? Sehr wahrscheinlich. Immer wieder ist diese Geschichte Thema in unserer Runde. Aber nicht, weil das Graffito (Ja, das ist die Einzahl) so unfassbar schön war, (wie man es erwarten würde) sondern weil mein Fluchtversuch so cool (lächerlich) war. Der Ruf „Hey! Was machen Sie da?“ war noch nicht verhallt, da waren alle anwesenden, halbstarken Abendteurer getürmt. Nur ich hatte mich gekonnt mit einer Judorolle ins nahe gelegenen Gebüsch gerettet … Der Dilettant weiterlesen

Der Wurm

  Mit Sicherheit hat jeder hier schon einen unsäglichen Ohrwurm gehabt. Letztens tönte es morgens beim duschen aus dem Radio „Die besten Hits der Neunziger! Jetzt mit Eiffel 65 und Ihrem Hit von 99 I´m Blue…“ und zack! Schon hatte ich ihn mir eingefangen. Ich schmierte mir ein Brot. Womit denn? dachte ich. …I´m blue dabadi dabadai…Nein! Das schmiere ich mir bestimmt nicht aufs Brot!!! Scheiße! Geh weg! Raus hier!  Nachdem ich hastig das Brot mit vegetarischem Zwiebelschmelz verschlungen hatte, machte ich auf zur Arbeit. Oh, die Ampel. Orange, Rot und blue dabadi dabadai…Neeeeein! Bei der Arbeit angekommen fiel mir … Der Wurm weiterlesen

Kopfüber in Arbeit

zu stecken, heißt bei mir im Zimmer sitzen und zu überlegen. Ich kann das gut. Überlegen, was ich gerade mache. Was ich als nächstes machen werde. Woher kommt das Wort eigentlich? Bin ich jemandem überlegen wenn ich überlege? Was heißt das jetzt wieder? Überlegen sein? Kann ich mich dann ÜBER jemanden legen? Ja, wenn ich ihm körperlich überlegen bin, kann ich über ihm liegen. Aber wenn ich überlege, will ich mich ja nicht über jemanden legen, sondern einfach nur so überlegen. Ich könnte natürlich bei solchen Zwickmühlen Google fragen, aber wäre ja dann kein Überlegen mehr. Das Programm ist mir … Kopfüber in Arbeit weiterlesen

Vor dem Spiegel

Leider ist das Thema Mann – Frau schon 1000 mal durchgelutscht worden. Dennoch gibt es immer wieder Situationen, wo sich die Unterschiede zu sehr aufzwingen. Folgendes Szenario: Ich gucke eine interessante Doku über den gemeinen Pirol (er ist gelb-schwarz und es gibt 28 Arten), im Fernsehen. Sie zieht sich seit 40 Minuten fluchend vor dem Spiegel an. Noch hat sie meine Mithilfe nicht gefordert. Merke: Die Frage: „sieht das gut aus?“ bindet einen sofort und direkt in den Entscheidungsprozess mit allen negativen Konsequenzen ein: Erfolge werden nicht auf deinem Konto verbucht. Keinesfalls mit „jo“ oder „nö“ antworten. Eine Begründung und/ oder Gegenvorschlag … Vor dem Spiegel weiterlesen

Wachkoma

Ein Jeder kennt den Zustand morgens nach übermäßigem Alkoholgenuss. Darüber gibt es nicht viel zu sagen. Jeder ist auch schon an ungewöhnlichen und unkonfortablen Orten wie Dornenbüschen, Fußabtretern oder Hundekörben aufgewacht. Hoffe ich. Nach einer fröhlichen Feier letztens wachte ich schwer verkatert auf. Kacke! Schon wieder! Wo bin ich? keine Orientierung. Mir wurde etwas mulmig, als mir auffiel, dass ich die Straßenschilder nicht mehr lesen konnte. Nicht aus Post – alkoholbedingten Sehstörungen. Sie waren in einer anderen Sprache. Ich bekam dann relativ schnell heraus, dass ich in Polen war. Auf einer polnischen Parkbank. Aber WTF? Zum Glück hatte ich noch … Wachkoma weiterlesen

Das Sockendebakel

Es fällt mir nicht leicht, denn ich habe nicht oft darüber gesprochen. Ich bin ein absolut schlimmer Spießer. Ein Sockenspießer. Man könnte mich auch einen Sockennazi nennen. Ich würde/ dürfte es nicht negieren. Beispielsweise wenn jemand vor mir steht, der zwei verschiedene Socken trägt. Kann ich nicht mehr ernst nehmen. Für den Rest seines Lebens. Löcher in den Socken sind nicht so schlimm. Das ist ein Anfängerfehler, aber der kann jedem unterlaufen. Meine persönlichen Top 3 des Sockenmissbrauchs: Die Massenvergewaltigung: Unschuldige Socken ohne Gegenstück, die in einem Haufen im Wäschekorb liegen. Schrecklich. Ich muss schlucken und verdrücke mir mit Mühe … Das Sockendebakel weiterlesen

(Lionel) Messi

-Neeeeein! Nix das kann weg! Das kann ich noch gebrauchen! -Was willst du denn mit der alten Silbermedaille aus Plastik? – Mich erinnern! – An das Betriebssportfest, vor 7 Jahren wo ihr zweiter geworden seid??? Im Tauziehen??? Wie kann man überhaupt beim Tauziehen 2. werden? – Mit viel Training und der nötigen Motivation. – Aber warum wird man da ausgezeichnet? Man kann doch nur…ach egal. Aber du kannst mir doch nicht ernsthaft erzählen, das dein Herz an dieser Medaille hängt. Die ist aus Plastik und war in diesem Karton, wo du sie vor 7 Jahren wutentbrannt reingeworfen hast, weil ihr … (Lionel) Messi weiterlesen

Alphatier

Zeitumstellung. Schrecklich. Die gestohlene Stunde. Zwei Menschen, die eben noch in trauter Zweisamkeit nebeneinander im Bett lagen, werden zu erbitterten Konkurrenten. Ein Kampf, der jedes Jahr neu entbrennt. Wer hat als erster mitbekommen, dass er die Stunde vergessen oder verdrängt hat? Wer ist der erste in der Dusche? Wer schafft es, als erster zu versuchen, seinen Fehler wieder wettzumachen? Stille, kurzes Innehalten, dann folgt das Chaos. Gerüchten zufolge sollen in der Hitze des Gefechts schon Stühle geworfen und Beine gestellt worden sein. Von peitschenden Handtüchern und Stolperfallen ist die Rede. Das ist ihre Version. „Was tun wir da nur? Wir sind … Alphatier weiterlesen

Flüstertüte

Ich habe jemanden auf der Arbeit, der flüstert gerne. Er flüstert viel. Er flüstert oft. Was kein Problem wäre, würde er richtig flüstern (leise). Er flüstert falsch (laut). Er flüstert vor allem, wenn er anderen etwas erklärt. Er flüstert so laut, dass er eigentlich auch normal sprechen könnte. In der Regel flüstert man doch, um leise zu sein. Um andere nicht zu stören. Er stört aber. Man kann ihn verstehen, wenn er am anderen Ende des Büros ist. Dilemma. Ich glaube, er hat das Prinzip des Flüsterns nicht verstanden. Leider bin ich noch zu neu in der Firma, um einfach … Flüstertüte weiterlesen