Die Schatzsuche.

Es geschah vor vielen Jahren. Beinahe schon hätte ich diese Geschichte vergessen, wenn nicht von einer Schatzsuche die Rede gewesen wäre. Denn diese Geschichte hatte mich damals so verstört, dass mein ängstlicher Geist beschloss, sie lieber so schnell als möglich wieder zu verdrängen und ins hinterste Hinterstübchen zu verbannen. Damals war ich ein junges Mädchen und ging noch zur Schule. Auch wenn ich heute alt bin, so kann ich mich jetzt doch wieder gut an diese Zeiten erinnern. Wisst ihr, da war dieses Mädchen in meiner Klasse. Mira. Ein kleinwüchsiges Mädchen mit schwarzen Augen und dunkler olivfarbener Haut. Sie wollte … Die Schatzsuche. weiterlesen

Kohlrabenschwarz und andere Farben.

Kohlrabenschwarz ist meine Seele manchmal. Obwohl ich sie gut zu verbergen und meine weiße Weste mit Raffinement zu tragen weiß. Nicht, dass ich mein Herz zu einer Mördergrube mache. Aber dennoch sagen manche, ich sei in puncto Gedächtnis schlimmer als ein weißer Elefant und furchtbar nachtragend. Gelegentlich bricht sich ein Ausläufer meiner schwarzen Seele Bahn und kommt zutage in Form eines bitterbösen Kommentars, den ich verlegen lachend als Ausrutscher abtue und Besserung gelobe. Und wenn schon nicht das, dann verspreche ich, mir meinen vorlauten Mund mit Seife auszuwaschen, damit auch nicht ein Makel hängen bliebe. Ein kleiner Teil meiner Seele … Kohlrabenschwarz und andere Farben. weiterlesen

Raus aus dem Alltag …

… müsste man mal wieder, sagte sie. Einfach mal andere kochen lassen. Andere putzen lassen. Andere machen lassen. Einmal nicht Termine jonglieren. Einmal nicht Lernzeiten  für die Kinder einplanen. Einmal nicht Abmachungen einfordern. Einmal nicht immer und überall jonglieren müssen, damit sich alles ausgeht. Einfach einmal abtauchen und das alltägliche Allerlei mit seinen Stolpersteinen sich selbst überlassen. Ich bin dann mal weg, sagte da einer. Ich bin es auch, sagte sie. Daraufhin nahm sie ein Buch und begann zu lesen. Ein paar Stunden nur für sie allein. Perfekt! Es war nur die falsche Lektüre. Und was manch einer als amüsant … Raus aus dem Alltag … weiterlesen

Mach die Augen auf!

  Mr. James Bond hat es an diesem Wochenende wahrlich schwer mit mir. Ja, ich gebe es zu. Ich mag James Bond. Also speziell den früheren Mr. Bond. Als er noch anzügliche Bemerkungen machte und nicht so ein gewalttätiger Hau-drauf-wie-nix war. Ich mag die früheren Filme einfach lieber. Die mit dem Darsteller Daniel Craig mag ich nicht mehr so. Da fehlt mir der Sex-Appeal und es herrscht viel zu viel Gewalt und fließt zu viel Blut. Sicher waren die früheren Filme auch keine Kuscheleinheiten. Wobei definitiv noch mehr gekuschelt wurde. Immer, wenn das Fernsehprogramm so gar nichts hergibt, starte ich … Mach die Augen auf! weiterlesen

Papier ist geduldig!

Papier ist geduldig! Sagt man so dahin. Denke auch ich. Selbst im übertragenen Sinne, wenn ich hier meine Buchstaben aneinander reihe. Wenn ich meine Gedanken niederschreibe oder einfach nur dahin fantasierte Geschichten ohne realem Hintergrund. Hirngespinste, möchte man sagen. Anekdoten und pointierte kleine Erzählungen, die rein der Unterhaltung dienen. Die fesseln sollen und den Leser bei der Stange halten. Beinahe kommt mir das vor wie der Clown, der vor uns tanzt und Schabernack treibt, und dabei ist doch sein ganzes Sein nur noch Routine und die Spaßmacherei schon lange nicht mehr lustig. Nicht nur Papier ist geduldig! Und auch ich … Papier ist geduldig! weiterlesen

Kein Thema? – Ein Gedicht.

Es gibt kein Thema! Ja ist das zu fassen? Na gut, dann kann ich das Schreiben ja lassen. Viele scheinen das derzeit zu denken, wollen sich ihr Gehirn nicht verrenken. Beinahe nichts als Grabesstille hier und auch anderswo. Da kann man nichts machen, das ist halt so. Mutig hält M. Mama die Tradition am Leben, will uns Woche für Woche neue Themen geben. Ein wenig Sturheit gehört auch dazu, denke ich, und bemühe dann intensiver mich, hier auch einen Beitrag einzustellen. (Wart, ich gehe noch vorher wählen …) Damit nicht so einsam sie fühlen muss sich, als ließe alle Welt … Kein Thema? – Ein Gedicht. weiterlesen

Meine Rolle als …

Gestern war es soweit, dass ich meine erste Musikstunde hatte. Eigentlich hatte ich die letzte Woche schon, aber die zähle ich nicht. Weil der Musiklehrer zu spät gekommen ist und ich mein Akkordeon noch nicht einmal ausgepackt habe. Also war heute die erste. Zwar ist der Koarl pünktlich da gewesen, aber mit Kopieren und sonstigem organisatorischem Kram sind gleich nochmal zehn Minuten vergangen. Der Koarl ist eigentlich ein Karl. Nur hier am Land sagt ein jeder zum Koarl Koarl. Ich auch. Weil ich nämlich aus dem Alter raus bin, wo ich „Herr Lehrer“ sage. Was jetzt meine Rolle als Schülerin … Meine Rolle als … weiterlesen

Bröckelnde Fassade …

Heute ein Kaffee mit einem, den ich gut leiden kann. Du kommst erst später dazu. Dich kann ich auch gut leiden. Morgengrummelig. Unbeeindruckt scheinend. Was hier los sei? Nichts! Auf und davon in alle Richtungen. Später … Kommst einfach so zur Tür herein. Ohne bestimmten Grund. So selten … … einen Kalendereintrag wert. Wenige Worte. Nichts sagend. Alles sagend. Mehr, als du je erzählen könntest. Brüchige Fassade. Verhaltenes Schmunzeln. Klingelnde Freude. Bröckelnde Fassade … weiterlesen

Draußen und drinnen.

Also ich bin gewissermaßen draußen! Ich hab’s wieder nicht geschafft, bis spätestens Sonntag etwas zum Thema zu schreiben. War viel zu sehr beschäftigt mit allem und jedem. Das nennt sich Vorweihnachtszeit, und ich bin momentan sehr viel weniger draußen als mir lieb ist. Dieses Draußen spielt mir nämlich seit September alle möglichen Streiche. Immer wenn es gerade noch so kuschelig warm bei ungefähr +5°C ist (was ein Waldviertler halt unter kuschelig warm so versteht), bin ich krank oder mit Terminen derart eingedeckt, dass ich gar nicht daran denken brauche, mein Mountainbike herauszuholen. Geht es mir dann wieder gut, gibt es … Draußen und drinnen. weiterlesen

Das hat alles einen Sinn, sagte Rufinas Mutter. – Teil 2.

Wütend stapfte Rufina davon. Wieder einmal war sie mit ihrer Mutter aneinander geraten. Sie hasste all diese blöde Putzerei. Böden scheuern. Betten machen. Kochen. Bügeln. Immer und immer wieder! Das sei nun einmal ihre Bestimmung, meinte die Mutter. Es habe schon einen Sinn, wenn sie all diese Pflichten übernehmen müsse, das würde sie gut aufs Leben vorbereiten. Vielleicht würde sie sogar einmal in den Dienst eines Burgherren gehen und gutes Geld verdienen. Aber Rufina schnaubte nur genervt und stahl sich bei nächster Gelegenheit in den Wald, wo sie bei der krummen Eiche ein Holzschwert in einem Fuchsbau versteckt hatte. So … Das hat alles einen Sinn, sagte Rufinas Mutter. – Teil 2. weiterlesen

Es ist noch Zeit, sagte der Graf. – Teil 1.

„Es ist ja noch Zeit!“, polterte Graf von Lametta-Glitzertand gutmütig, als der Hauslehrer wieder einmal beklagte, dass des Grafen jüngster Sproß schon wieder seine Prüfungen vermasselt hatte. Da half es auch nichts, wenn der Lehrer darauf hinwies, dass der junge Fridolin schon bald seine eigene Burg verwalten sollte und deshalb darauf vorbereitet gehörte. Doch Lametta-Glitzertand winkte ab. Noch sei genug Zeit. Der Junge würde es schon lernen. Fridolin hielt nicht sonderlich viel vom Lernen. Wozu auch. Es gab schließlich Bedienstete und Untergebene, die ihm vorlasen oder seine Ausgaben zusammenzählten oder ihm die Schuhe banden. Deshalb bemühte er sich auch nicht, … Es ist noch Zeit, sagte der Graf. – Teil 1. weiterlesen

Gartenzaungespräche.

„Grüß‘ Sie, Frau Wurzer! Gut schauen Sie heute aus!“, sagt laut Frau Brenner über den Gartenzaun. Leise denkt sie: „Die alte Wachtel wird auch immer dicker!“ „Grüß‘ Sie auch! So ein schöner Tag heute!“, sagt laut Frau Wurzer über den Gartenzaun. Leise denkt sie: „Jetzt hat mich die Dorftratschen wieder gesehen. Das hab ich noch gebraucht!“ „Wohin denn so früh? Gehen Sie schon einkaufen?“, sagt laut Frau Brenner über den Gartenzaun. Leise denkt sie: „Die geht sicher wieder ins Café auf einen Verlängerten mit Schlag und eine Malakoff-Torte. Sieht man ihr ja an.“ „Ja, einkaufen geh ich. Meine Tochter kommt zum … Gartenzaungespräche. weiterlesen