Liebesschwur. Trotz Nebenwirkungen.

  Du hast deine Hand ausgestreckt und mich mit deinem Zeigefinger leicht berührt. Hast dabei mein Herz gefangen. Jetzt ist es dein. Auf immer und darüber hinaus. Ich will dich lieben mit all den Nebenwirkungen, die diese Liebe mit sich bringt. Will dich lieben mit … dieser sprudelnden Freude, wenn du deine Freude mit mir teilst. … diesem klingelnden Lachen, wenn deine Leichtigkeit mich mitreißt wie der Wind ein Lindenblatt. … dieser stürmischen Liebe, voller Leidenschaft und Begehren. … diesem bohrenden Schmerz, wenn ich deinen Schmerz nicht lindern kann. … diesem heißen Ärger, wenn dein Ärger mich ganz unverhofft trifft, … Liebesschwur. Trotz Nebenwirkungen. weiterlesen

Verwandtschaft vom Nachbarn vom Planeten Dings.

Neulich in der Früh beim Bäcker. Der Verkaufsraum gerammelt voll. Es summt und surrt regelrecht, weil alle leise miteinander tuscheln und sich gegenseitig die Neuigkeiten zuraunen. Alle reden sie davon. Wirklich alle. Von der Cousine vom Nachbarn vom Planeten Dings. Die wieder da sein soll. Ich weiß von keinem Planeten Dings. Ist mir auch egal, ob ich den kenne. Weil ich da sowieso nie hin komme. Ich komme kaum aus meiner Stadt raus, noch in ein anderes Bundesland. Also brauchen wir von anderen Planeten schon gar nicht reden. Schön soll es da sein, am Planeten Dings, meint ihr. Naja, schön … Verwandtschaft vom Nachbarn vom Planeten Dings. weiterlesen

Kleine Ode an eine kleine Freude.

Der beste Kollege und sein bester Kollege sind ein Gespann, das in seiner Einmaligkeit unübertroffen ist. Manchmal denke ich mir, gäbe es einen von den beiden nicht, müsste man den anderen klonen oder erfinden, damit die zwei wieder komplett sind. Wenn ich die beiden beobachte, wie sie sich gegenseitig auf den Arm nehmen und die frechen Meldungen nur so hin und her fliegen, dann sehe ich zwei Jungs vor mir, die mit neun oder zehn den Mädels die Zöpfe zusammengebunden oder beim Schwimmen die Kleider versteckt haben. Dabei haben sie sich damals noch nicht einmal gekannt. Ich weiß auch nicht, … Kleine Ode an eine kleine Freude. weiterlesen

Entscheidung im Morgengrauen.

Jetzt oder nie! Das wurde ohnehin nicht mehr besser. Sie könnte noch stundenlang an dem Schreiben herum feilen. Der Lebenslauf wurde dadurch nicht aufregender. Die lange Karenzzeit nicht kürzer. Und die Praktika auch nicht zahlreicher. Trotz der frühen Morgenstunden war es genug. Jetzt … oder nie! Es war ein trüber Dezembermorgen. Nur noch zwei Wochen bis Weihnachten. Die Kinder waren in Schule und Kindergarten gut untergebracht. Sie mit ihrem Haushalt und dem Garten allein zuhause. Im Garten war derzeit ohnehin nicht viel zu tun. Trotz der täglichen Arbeit war sie im Innersten unrund und suchend. Es war Zeit. Längst war … Entscheidung im Morgengrauen. weiterlesen

Rosen sind rot … das Tuch ist es auch.

Rosen sind rot. Mein derzeitiges Strickprojekt auch. Vor mir liegt das sprichwörtliche rote Tuch. Vor Monaten schon habe ich ein Stricktuch begonnen. Mit Lace-Garn. Von der Stärke her ein dickerer Zwirn. Mich schreckt so schnell nichts ab. Ist alles nur eine Frage der Zeit. Mein dickerer „Zwirn“ ist allerdings aus Alpaka und Seide. Man gönnt sich ja sonst nichts. Ganz genau war es im Juni 2016, habe ich gerade nachgesehen. Ravelry vergisst wirklich gar nichts. Und wie die Zeit immer vergeht. Ich dachte, das wäre noch gar nicht so lange her. Der ambitionierte Plan war, dass ich es bis zum niederösterreichischen Dirndlgwand-Sonntag … Rosen sind rot … das Tuch ist es auch. weiterlesen

Mit halbem oder ganzem Herzen?

Halbherzig wäre sie, diese Entscheidung, wenn Tina sie so träfe, wie Tanja es erwartete. Denn … Doch erstmal alles der Reihe nach! Nach langer Zeit sollte sie endlich wieder ihre Freundin Tanja aus früheren Tagen treffen. Endlich mal wieder lange tratschen, Kuchen essen, Kaffee trinken. Die Kinder würden gemeinsam durch den Garten toben. Doch dann kam der Vorschlag, Gina auch mitzunehmen. Gina. Die glitzernde Gina. Die Dritte im Bunde. Bei diesem Gedanken breitete sich ein ungutes Gefühl in ihrem Bauch aus. Sie hatte sich so gefreut, endlich mal nur zu zweit etwas zu unternehmen. Und jetzt das. Es liege an ihr, … Mit halbem oder ganzem Herzen? weiterlesen

Erinnerungen an Oma und Opa.

Nein, mit diesem Thema hatte ich keine Freude. Wirklich nicht. Aber ich darf mich wohl nicht beklagen, denn bei der Abstimmung habe ich auch nicht mitgemacht. Ich habe es schlicht übersehen und vergessen. Wie das dann so ist mit ungeliebten Themen, sie rotieren dennoch im Kopf und irgendwann zeigt sich dann oft trotzdem eine Idee. Meine Omas und Opas sind nicht mehr. Von den Großeltern väterlicherseits weiß ich nicht viel. Zu selten besuchten wir sie. Der Opa war ein gemütlicher netter Mann und die Oma ein strenge Frau. Pfuh! Ich kann mich erinnern, dass es meine Mama mit ihr als … Erinnerungen an Oma und Opa. weiterlesen

Über mein Herzblut …

Was für ein Wochenthema. Mein erster Impuls: Besser, wenn das Herz nicht blutet. Besser, wenn es gar nicht blutet. Denn das schmerzt und im schlimmsten Fall wird es gefährlich. Lebensgefährlich. Nur manchmal lässt es sich eben nicht vermeiden, dass es blutet. Weil wir Menschen zwar eigenständige Wesen sind, aber doch in Wechselwirkung mit dem Außen stehen. Da kann es schon mal heftiger werden. Dass das Messer in den Finger schneidet. Dann steckt man reflexartig den Finger in den Mund, um das Blut abzusaugen und spürt diesen metallischen Geschmack auf der Zunge. Manche fallen an dieser Stelle einfach um. So wie … Über mein Herzblut … weiterlesen

Grüne Invasion.

Still stand er im hinteren Garteneck unter den Ribiselsträuchern. Einzig sein feiner Duft nach Knoblauch verriet, dass hier irgendwo Bärlauch wachsen musste. Aus nur ein paar gezielt hier eingegrabenen Pflanzen war in kürzester Zeit ein grüner wogender Teppich mit einer Größe von einem Quadratmeter geworden. Doch mittlerweile schienen sich die Pflanzen über den ganzen Garten ausbreiten zu wollen. Plötzlich waren sie überall. In den Gemüsebeeten, zwischen den Rosen, mitten in der Minze, sogar in den Fugen zwischen den Trittsteinen. Beinahe unbemerkt reckten kleine Pflänzchen ihre beiden ersten Blätter in die Höhe, wenn es für alle anderen noch viel zu kalt … Grüne Invasion. weiterlesen

Innerfamiliäre Ermittlungen.

Im Hause von Frau Vro gibt es permanent Verdächtige. Diese werden mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit von mir in Sherlock Holmes-Manier ihrer Taten überführt. Wann immer die Süßigkeitenvorräte abrupt zur Neige gehen, kann ich den Täter anhand einer meist lückenlosen Beweisführung ausfindig machen. Der Kreis der Verdächtigen ist schon von Haus aus sehr eng gesteckt. Der in dieser Hinsicht Hauptverdächtige streitet üblicherweise alles ab. Gegen ihn sprechen leere Verpackungen (Müsliriegel, Zuckerl, Gummibärchen) in Hosentaschen, die ich in die Waschmaschine stecke und vorher noch inspiziere, in der Laptoptasche, unter dem Kopfpolster. Das geht so weit, dass ich schon das ein oder andere … Innerfamiliäre Ermittlungen. weiterlesen

Inselträume.

Hach ja, da ist sie. Meine Insel. Meine eigene. Eine mit einem Leuchtturm oben auf dem höchsten Punkt, an den die Wellen und die Brandung ganz sicher nicht heranreichen. Wenn mich die ganze Welt nervt oder überfordert oder ich mich selber so überhaupt nicht mag, weil ich mir selber so über bin. Dann braucht es eine Insel. Wo manchmal ein Versorgungsschiff anlegt. Notfalls gibt es unten am Strand eine kleine Bucht, in der ich angeln kann. Rund um den Leuchtturm, den ich übrigens gewissenhaft warte, habe ich meinen eigenen Gemüsegarten angelegt und dazwischen scharren ein paar Hühner herum. Selbst ein … Inselträume. weiterlesen