Über mein Herzblut …

Was für ein Wochenthema. Mein erster Impuls: Besser, wenn das Herz nicht blutet. Besser, wenn es gar nicht blutet. Denn das schmerzt und im schlimmsten Fall wird es gefährlich. Lebensgefährlich. Nur manchmal lässt es sich eben nicht vermeiden, dass es blutet. Weil wir Menschen zwar eigenständige Wesen sind, aber doch in Wechselwirkung mit dem Außen stehen. Da kann es schon mal heftiger werden. Dass das Messer in den Finger schneidet. Dann steckt man reflexartig den Finger in den Mund, um das Blut abzusaugen und spürt diesen metallischen Geschmack auf der Zunge. Manche fallen an dieser Stelle einfach um. So wie … Über mein Herzblut … weiterlesen

Grüne Invasion.

Still stand er im hinteren Garteneck unter den Ribiselsträuchern. Einzig sein feiner Duft nach Knoblauch verriet, dass hier irgendwo Bärlauch wachsen musste. Aus nur ein paar gezielt hier eingegrabenen Pflanzen war in kürzester Zeit ein grüner wogender Teppich mit einer Größe von einem Quadratmeter geworden. Doch mittlerweile schienen sich die Pflanzen über den ganzen Garten ausbreiten zu wollen. Plötzlich waren sie überall. In den Gemüsebeeten, zwischen den Rosen, mitten in der Minze, sogar in den Fugen zwischen den Trittsteinen. Beinahe unbemerkt reckten kleine Pflänzchen ihre beiden ersten Blätter in die Höhe, wenn es für alle anderen noch viel zu kalt … Grüne Invasion. weiterlesen

Innerfamiliäre Ermittlungen.

Im Hause von Frau Vro gibt es permanent Verdächtige. Diese werden mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit von mir in Sherlock Holmes-Manier ihrer Taten überführt. Wann immer die Süßigkeitenvorräte abrupt zur Neige gehen, kann ich den Täter anhand einer meist lückenlosen Beweisführung ausfindig machen. Der Kreis der Verdächtigen ist schon von Haus aus sehr eng gesteckt. Der in dieser Hinsicht Hauptverdächtige streitet üblicherweise alles ab. Gegen ihn sprechen leere Verpackungen (Müsliriegel, Zuckerl, Gummibärchen) in Hosentaschen, die ich in die Waschmaschine stecke und vorher noch inspiziere, in der Laptoptasche, unter dem Kopfpolster. Das geht so weit, dass ich schon das ein oder andere … Innerfamiliäre Ermittlungen. weiterlesen

Inselträume.

Hach ja, da ist sie. Meine Insel. Meine eigene. Eine mit einem Leuchtturm oben auf dem höchsten Punkt, an den die Wellen und die Brandung ganz sicher nicht heranreichen. Wenn mich die ganze Welt nervt oder überfordert oder ich mich selber so überhaupt nicht mag, weil ich mir selber so über bin. Dann braucht es eine Insel. Wo manchmal ein Versorgungsschiff anlegt. Notfalls gibt es unten am Strand eine kleine Bucht, in der ich angeln kann. Rund um den Leuchtturm, den ich übrigens gewissenhaft warte, habe ich meinen eigenen Gemüsegarten angelegt und dazwischen scharren ein paar Hühner herum. Selbst ein … Inselträume. weiterlesen

Morgengrauen und ein bisschen bunt.

Die Party hatte lange gedauert. Ihr Kopf dröhnte von zu lauter Musik und zu viel Bier. Und überhaupt, wer hatte mit den U-Booten angefangen? Wie kann man nur ein Stamperl Schnaps in einem Glas Bier versenken und das dann trinken wollen? Nun, alles ging, wie sich herausstellte. Dem ersten U-Boot folgte das nächste. Und als schließlich die ganze Flotte durch ihre Kehle gewandert war, dachte sie erstmals, dass sie kentern könnte. Kann ein U-Boot kentern? Der Alkohol machte lustige Sachen mit ihr, doch aus dem Lustigen wurde bald das Traurige. Bevor sie sich noch mehr zum Affen machte, wurde es … Morgengrauen und ein bisschen bunt. weiterlesen

Mama, wohin gehst du?

Das Leben ist unbarmherzig. Es treibt einen immer weiter. Immer weiter und weiter und weiter. Nicht unbedingt geradlinig, sondern vielmehr im Zickzack. Auch nicht immer einfach. Manchmal ist es richtig mühsam. Herausfordernd geradezu. Schmerzhaft und anspruchsvoll. Manchmal wünsche ich sie mir zurück. Diese Blase der Geborgenheit und der Unschuld. Diese Blase des elterlichen Schutzes, wo kein Unbill der Außenwelt zu mir durchgedrungen ist. Wo ich nur Kind und ein auf den Boden gefallenes Eis meine größte Tragödie war. Dorthin ginge ich manchmal gerne zurück. Wenn das Leben mit seinen unangenehmen Seiten auf mich hereinstürzt. Wenn mich die Kinder nach Terror, … Mama, wohin gehst du? weiterlesen

Umzugsgedanken und Verschwendungssucht.

  Umsiedeln sollen wir. Am besten bald. Das sagt einer der angeblich klügsten Köpfe der Welt. Wir sollten dringend neue Planeten besiedeln. Weil der Präsident eines großen Landes dabei sei, die Erde endgültig in den Abgrund zu führen, weil er den Klimawandel leugne. Hm. Macht mich nachdenklich, was ich da lese. Schon einmal das mit diesem Präsidenten. Das ist so eine eigene Geschichte. Der sein Land so super groß machen will. Was will er? Es aufblasen? Ja, so scheint es manchmal. Und dann haut er dauernd auf die ach so bösen Medien hin, ohne die er sich gar nicht so aufspielen könnte. … Umzugsgedanken und Verschwendungssucht. weiterlesen

Eis essen muss sein. Und nicht nur das!

So, das war’s dann wieder mal. Letzter Schultag! Die Jungs holen heute ihre Zeugnisse ab. Ich hole den Jüngeren von der Schule ab und danach gehen wir Eis essen. Das muss sein! Weil wieder ein Jahr voller Arbeit vorüber ist. Weil wir uns auf ein paar ruhigere Tage und Wochen freuen. Weil die Kinder am Abend nicht ins Bett und am Morgen noch weniger aus demselben raus kommen. Die Tage sind lang, die Nächte kurz. Der Sommer ist da und mit ihm Hitze und eine gewisse Trägheit. Es ist genug. Und deshalb darf man sich da durchaus auch mal eine Belohnung gönnen. … Eis essen muss sein. Und nicht nur das! weiterlesen

Und dann kam …

… schon wieder ein Schranken, der die Straße versperrt. Ich erkunde den Nebelstein und sein Umland. Als weichgespülter Pfadfinder im wahrsten Sinne des Wortes. Weichgespült, weil im Auto sitzend. Pfadfinder, weil unterwegs ohne GPS, nur mit dem Autoatlas, dessen Karten zu ungenau sind. Am Handy kein Empfang. Rund um mich Wald, durchbrochen von gelegentlicher Zivilisation. Meine Augen schweifen über Hügel, scannen Straßenschilder. Die genaue Karte ist im Kopf, hat aber bereits wieder Lücken. Darum jetzt eine gesperrte Forststraße und kein Weiterkommen. Also zurück. Plötzlich vertrautes Gelände. Ich lasse das Auto stehen und gehe den Rest zu Fuß. Ich bin da! Endlich! … Und dann kam … weiterlesen

Nochdenga übers Redn.

Wer hat sich denn DAS Thema ausgesucht? Dachte ich zuerst. Do foit ma goa nix ei! Dialekt spricht man eben. Oder auch nicht. Ich bin mit meinem Dialekt aufgewachsen. Und bin deshalb in späteren pubertären Jahren herablassend angesehen worden von jenen in der Schule, die selbst auch Dialekt sprachen. Einen anderen Dialekt. Aber eben nicht so herausragend. Die Kränkungen von damals habe ich überwunden. Vergessen werde ich sie trotzdem nicht. Dialekt zu sprechen kann einem einen Stempel aufdrücken. Den des Hinterwäldlerischen, der Einfältigkeit, den des tumben Bauerntrampels. Den Stempel bekommt man erst wieder weg, wenn man das Umfeld wechselt, geografisch … Nochdenga übers Redn. weiterlesen

Blaue Dichtkunst.

Gar zu wörtlich hab ich’s wohl genommen, denn wie gewonnen so zerronnen. Nun wirklich, wie soll das auch gehen? Hat man so etwas schon gesehen? Zwei Themen gleich im Mitmachblog, als hätte ich gerade jetzt drauf Bock. Blau soll es sein und auch der Dichtung Kunst? Vielleicht hilft wirklich hier nur Dunst. Der blaue wohlgemerkt … und hicks, ups, kann gut sein, dass das wird nix. Das ist entgegen aller Sitte, wirft mich geradewegs aus meiner Mitte. Und jetzt? Was soll’s? Es ist geschehen. Man muss das alles nicht verstehen. Zuviel des Guten hab’ ich mir eingeflösst, mein Innerstes vor euch … Blaue Dichtkunst. weiterlesen

Krähenhaftes.

Ich verwandle mich. Langsam aber sicher. Aus mir wird mit fortschreitendem Alter eine Krähe. Eine alte Krähe. Kann auch gar nicht anders sein. Jünger werden wir schließlich alle nicht. Dieser Tage fühle ich das ganz besonders. Schuld daran ist wahrscheinlich eine meiner liebsten Leidenschaften, die tatsächlich auch Leiden schafft. Im Blog erwähne ich es öfters: mein großes Weihnachtsprojekt. Ich stricke Puppen für meine Nichten. Dass mein Geheimnis hier gelüftet oder entdeckt werden könnte, ist wenig wahrscheinlich. Die jungen Damen sind noch nicht des Lesens mächtig und die Mamas – sollten sie hier herein stolpern – werden es ja wohl schaffen, … Krähenhaftes. weiterlesen