Die schöne Deirdre – Vorerzählung zum Táin

Man sagt, Erinnerungen an die eigene Kindheit setzen erst mit dem vollendeten dritten Lebensjahr ein. Wir können davon ausgehen, daß es sich bei den keltischen Helden etwas anders verhielt. Wir lernten ja schon, sie konnten auch mal, wie König Conchobor, von Zeugung bis zur Geburt locker drei Jahre im Mutterleib verbringen. Die schöne Deirdre, von der heute erzählt wird, konnte im Mutterleib schreien. Und zwar so laut, daß sie den gesamten Hofstaat aufschreckte. Das rief den Druiden Cathbad auf den Plan, der in seiner Eigenschaft als Seher vor ihrer Geburt Deirdres gesamtes Leben öffentlich vorwegerinnerte. Durch Handauflegen. Eine pränatale Geschlechtsbestimmung … Die schöne Deirdre – Vorerzählung zum Táin weiterlesen

Mein Beitrag für Klagenfurt

Karla „Warte Karl- warte!“ Ihre Füße schienen den Boden kaum zu berühren, als sie zum Hoftor rannte. Atemlos keuchte sie: „Wo fährst du hin? Wann kommst du wieder?“ Er nahm ihren Kopf in seine großen Hände und gab ihr einen Kuss auf die Nase. Sie schluckte. „Du kommst doch wieder?“ Ihre Unterlippe begann zu zucken. „Karlchen meine Kleine,“, sagte er, „wenn es soweit ist, werde ich dich holen!“ „Versprochen?“ Er gab ihr seine Hand. „Allergrößtes Ehrenwort!“ Sie spuckte darauf und damit war es besiegelt. Und er hatte noch nie ein Versprechen gebrochen. Noch nie! Er ließ den Motor von seinem … Mein Beitrag für Klagenfurt weiterlesen

Kind sein ist wie Fahrradfahren

Liebe LeserInnen, die Schatzmeisterin unseres Kleingärtnervereins bat mich um Hilfe bei der Erstellung der alljährlichen Mitgliederrechnungen. Ich widmete mich den Listen und Zahlen. Ich tippte und druckte und faltete und füllte Briefumschläge, zehn, fünfzig, zweihundert. Ich verstaue mein Werk, nach Postleitzahlen … Kind sein ist wie Fahrradfahren weiterlesen

Kindheit und einige Erinnerungen

Da war doch was, neulich. Dieses Thema mit Budenbauen und „vorm Dunkelsein nach Hause kommen“.
Eigentlich ein schönes Thema, das wir möglicherweise mit angeschubst haben. Aber dann kommt „man“ doch ins Grübeln, WAS man preisgibt, WAS man erzählen möchte, WAS andere vielleicht interessiert.
WAS ist eigentlich damals…alles…passiert?

Psychologisch gesehen teile ich meine Kindheit in vier Teile auf.
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Hänschen klein …

Kindheitserinnerungen? Da ist dieses Liedchen. Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein. Stock und Hut steht ihm gut, er ist wohlgemut. Doch die Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr! Da besinnt sich das Kind, kehrt nach Haus’ geschwind. Meine Ältere Schwester sang es mit Inbrunst, da ging es dann so: „Dabelsint sichdaskint…“. In der originalen Version geht es um das Weggehen des jungen Mannes, der spät, nun als Hans,  zurückkehrt. Die Schwester erkEnnt ihn nicht, wohl aber die Mutter: Hänschen klein Ging allein In die weite Welt hinein. Stock und Hut Steht ihm gut, Ist … Hänschen klein … weiterlesen

Kindheit und der Planet Dings, auf dem ich lebte

Kindheitserinnerungen. Thema der Woche. Ich habe das nicht gewählt und ehrlich gesagt, begeistert es mich immer noch nicht. Es begeistert mich insofern, dass ich mich gerne durch die anderen Beiträge lese, die teilweise zum Schmunzeln und teils zum Nachdenken sind und einladen. Aber ich? Es ist nicht so, dass ich eine schlechte oder schwere Kindheit hatte. Aber mein Verhältnis zur Vergangenheit ist ambivalent. Ich lebe lieber im hier und jetzt und versuche nicht in einer dauerhaften Rückblende à la „früher war alles besser“ zu leben. Als Kind ist manches anders. Man hat andere Dimensionen. Im Prinzip – um auf das … Kindheit und der Planet Dings, auf dem ich lebte weiterlesen

Schallplatten und Puddingsuppe

Kindheit – da denke ich an Keksduft, an Geschichtenlieder von Lakomy und überhaupt an Heimeligkeit. Glücksbärchis, Gummibärenbande, morgens zum Fernseher schleichen am Wochenende, weil Mama und Papa noch schlafen. Abends zum Einschlafen eine Geschichte und früher ein Lied, oder später dann auch selbst (fast ein ganzes) Buch lesen. Bei Oma und Opa immer  Wunschessen, Draußen rumstromern, frische Luft, Heuduft, auf Bäume klettern, Inline Skates mit Plastikrollen. Wochenenden bei Oma und Opa mit lange Aufbleiben und Musikantenstadl gucken. Geburtstagsmännchen, Osterhase, Weihnachtsmann und Sandmann. Meine Kindheit hat mir viele Dinge gezeigt und gegeben, die ich später auch mal an meine Kinder weitergeben … Schallplatten und Puddingsuppe weiterlesen

Das war doch

Totgekochter Rosenkohl Nudeln schleimig und fett Graupensuppe mit Froscheiern Selleriekompott. Feuermelder Brillenschlange Rundstrickhosen Mütze ab im Schulhaus Junge! Der Wellensittich der blaue – tot. Der Wellensittich der grüne – tot. Der Wellensittich der gelbe – weggeflogen. Die kleinen Kätzchen aus dem wilden Nachbarsgrundstück – nun, weg. Wie weg. So weg. Die konnten doch noch gar nicht laufen! Heimlich Krimi schauen und dabei Ganz allein im dunklen Haus. Knacken, knicken, krachen, Flackerlicht. Unter der Decke allein so allein gegen eine Armada der Titanen. Gerannt, ausgerutscht, Krankenhaus. Gerutscht, gegen den Pfosten geknallt, Krankenhaus. Kamillentee Warme Milch Pudding mit Haut. Das war doch. … Das war doch weiterlesen

Timos Familie

Timos Bruder sitzt in U-Haft. Er hat mit einem Kumpel versucht, einen EDEKA zu überfallen. Jenny hat das eben erzählt.Jenny ist Timos Ziehschwester. Jennys Mutter hilft anderen Müttern bei der Kinderbetreuung, wenn sie selbst keine Arbeit hat. Jennys Familie hat sich oft um Timo gekümmert. Timos Mutter hat regelmäßig Psychosen. Wahrscheinlich, weil sie früher zu viel und zu lange Amphetamine genommen hat. Manchmal muss sie ins Krankenhaus, dann kann sie sich nicht um Timo kümmern. Manchmal macht sie auch zu Hause merkwürdige Sachen. Sie schmeißt Gegenstände aus dem Fenster oder läuft mit einem Messer herum. Dann ruft Timo Jenny und … Timos Familie weiterlesen