Kein Kommentar

Lange habe ich überlegt, ob ich einen Kommentar zu keinem Kommentar abgeben sollte. Wenn ich einen Kommentar zu “keinem Kommentar“ abgäbe, hätte ich das Thema dann überhaupt so sehr verinnerlicht, wie es gefordert ist, oder nicht? Ein japanischer Zen-Meister würde wahrscheinlich meinen: Mu. Andererseits wüsste dann ja keiner davon. Klar: Kein Kommentar ist auch ein Kommentar- aber nur, wenn er als kein Kommentar wahrgenommen wird! Wenn der Seibert mal wieder sagt, dazu könne er keinen Kommentar geben, dann ist das “kein Kommentar“ Schwarz ist nur dann die Abwesenheit von Licht, wenn man Licht kennt. Sonst ist es einfach- ist das … Kein Kommentar weiterlesen

Der Deutsche Knutschfleck

        Vor Jahren sah ich beim Brötchenkauf Am Halse der schönen Semmelverkäuferin Eine Anomalie Bei näherer Betrachtung diagnostizierte ich Also keine Verletzung wiewohl den Zierrat Einer leidenschaftlichen Liebesumarmung Da ich selbst, lächelnd, mein wahres Selbst Wie das Deine, Liebender bin, machte ich Dem jungen Fräulein meine Aufwartung als Ein wertschätzendes Kompliment für den rassigen Liebhaber Sie lächelte hold dankbares Gold Zur Sache Der nicht vorhandene Friedensvertrag mit den Siegermächten und das ständig widerholte Thema Unauslöschlicher „Schuld“ am Volke Jüdischen Glaubens hinterlässt am Halse des „Deutschen Michl“ Geistiges Sinnbild des hohen Erzengels Michael Genius der Deutschen als „Volk … Der Deutsche Knutschfleck weiterlesen

Worüber man nicht spricht, Hoffnung und Klischees

Etwas länger war ich dem Mitmachblog nun abstinent, moment Falsch, ich habe mich lediglich nicht als aktiver Part beteiligt, diesmal war es nicht nur die Zeit, sondern das Thema an sich: Worüber man nicht spricht, zig Word Dokumente, fertige und halbfertige finden sich hierzu auf meiner Festplatte, ein schweres, interessantes Thema, welches Unfug und vermeintlichen Fug aus meinen Fingern, oder doch Gedanken, kommen ließ. „Worüber man nicht spricht, Hoffnung und Klischees“ weiterlesen

Das Schweigen (1963) – ein Film von Ingmar Bergman

Für einen weiteren Beitrag zum Thema der Woche reicht die Zeit nicht mehr. Aber ich meine, einer der wichtigsten Filme zum Tabu sollte nicht unerwähnt bleiben: Das Schweigen von Ingmar Bergman aus dem Jahre 1963. Für die meisten von euch ist das Archäologie, nicht aber für mich. Ich studierte damals in Berlin, das sich ziemlich von dem heutigen Berlin unterschied.  Wir lebten damals in den eiskalten Jahren des kalten Kriegs, in einer seit zwei Jahren ummauerten Stadt. Geschwiegen wurde über so ziemlich alles, besonders über die Nazi-Vergangenheit natürlich. Tabu waren auch alle polititische Debatten, die die Schutzmacht der Berliner – … Das Schweigen (1963) – ein Film von Ingmar Bergman weiterlesen

Gold und Silber

Wieso sagst du nichts? Keiner sagt was. Man kann doch über alles reden. Musst du immer alles zerreden! Reden schwingen bringt doch nichts! Aber das muss doch mal gesagt werden! Was soll das Gerede? Sei lieber still. Sag jetzt bloß nichts! Hab ich was gesagt? Kein Wort jetzt! Aber das wird man doch mal sagen dürfen! Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Schweigen. Stillschweigen. Verschweigen. Totschweigen. Pssssst! War da was? Wer wirft das erste Wort?         Gold und Silber weiterlesen

Reden oder Schweigen?

Es gibt viele Themen, deren Vertiefung bereits beim ersten Anschein einer Annäherung unterbunden wird. Nur wenige Worte reichen aus, um den Gesprächspartner in Angst und Schrecken zu versetzen und selbst mit einem panischen Darüber spricht man nicht zum Schweigen gebracht zu werden. Ganz oben auf der Liste der nicht anzusprechenden Themen steht natürlich das ewige Tabu-Thema. Über den Tod spricht man nur, wenn er in weiter Ferne hunderte oder tausende Menschen trifft oder wenn man den Kill Count des letzten Rambo-Films oder seine Call of Duty Statistik betrachtet. Kommt er einem aber selbst zu nahe, gilt offenbar das Motto: Lässt er sich nicht … Reden oder Schweigen? weiterlesen

Hinter vorgehaltener Hand

In der Alltagsstraße 13 steht eine Wohnhausanlage mit zwei Eingängen und 70 Wohnungen. Balkone gibt es nicht, dafür herrscht ein reges Kommen und Gehen. Jedes Wochenende steht ein Umzugswagen vor der Tür, und Leute schleppen Möbel raus oder rein. Balkon ist heute schon Standard, vor 40 Jahren war das noch nicht so. Damals wurde diese Wohnhausanlage errichtet. Nur wenige Parteien von den „ehemaligen“ sind übrig. Die Bewohner kennen sich nicht mehr wirklich, es sind meist Mieter, die nur ein, zwei Jahre bleiben, bis sie eine leistbare Wohnung mit Balkon gefunden haben. Man grüßt sich flüchtig, weiß vielleicht sogar den Nachnamen, … Hinter vorgehaltener Hand weiterlesen